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Entdeckung von "Maggie" - der Geburtsort von Sternen?

Eine der größten Strukturen in der Milchstraße ist identifiziert worden. Die vom Max-Planck-Institut für Astronomie geleitete Forschung eröffnet die Möglichkeit, eine Quelle für neue Sterne zu finden.

Filament 'Maggie'
Die jüngste Entdeckung eines großen Wasserstofffilaments in der Milchstraße könnte der Schlüssel zu einem besseren Verständnis der Sternentstehung sein. Credits: ESA/Gaia/MPIA.

"Maggie", ein Wasserstofffilament in der Milchstraße könnte eine Region sein, in der sich Rohmaterial für neue Sterne findet. Es wurde vor kurzem von einer Gruppe von Astronomen des Max-Planck-Instituts für Astronomie (MPIA) entdeckt, erstreckt sich über etwa 3 900 Lichtjahre und enthält hauptsächlich atomaren Wasserstoff - eine der größten bekannten Strukturen in unserer Galaxie!

Es wurde nach dem Fluss Magdalena benannt, dem längsten Fluss Kolumbiens, dem Heimatland eines der Autoren der Studie, der zu seiner Entdeckung beigetragen hat.

Es ist keine leichte Aufgabe, eine einzelne Wasserstoffwolke im Weltraum zu finden. Die Astronomen wissen sehr wohl, dass solche Regionen für die Untersuchung der Sternentstehung von wesentlicher Bedeutung sind. Die Entdeckung dieser Struktur ist ein Schlüssel für die künftige Forschung, nicht nur über die Anfangsphase von Sternen, sondern auch über das Verhalten von Wasserstoff: Wie erfolgt der Übergang zwischen atomarem und molekularem Wasserstoff? Eine Frage, die die Forscher mit Hilfe von "Maggie" zu klären hoffen.

Seine Abmessungen wurden anhand der Wasserstoffgeschwindigkeit bestimmt. Da sich die Geschwindigkeiten entlang des Filaments kaum unterscheiden, wird davon ausgegangen, dass es sich um eine kohärente Struktur handelt. Daraus wird gefolgert, dass ihre Durchschnittsgeschwindigkeit hauptsächlich durch die Rotation der Milchstraßenscheibe bestimmt wird. Auf diese Weise konnte auf den Abstand und die Größe des Filaments geschlossen werden.

Er ist etwa 3.900 Lichtjahre lang und 130 Lichtjahre breit. Mit einer Entfernung von etwa 55 000 Lichtjahren befindet er sich auf der anderen Seite der Milchstraße, berichtet das MPIA. Zum besseren Verständnis: Dieses Filament ist im Vergleich zu anderen bisher identifizierten molekularen Gaswolken, die sich "nur" über 800 Lichtjahre erstrecken, extrem groß.

Die Forscher fanden Beweise dafür, dass "Maggie" molekularen Wasserstoff mit einem Massenanteil von etwa 8 % enthielt, erklären sie in einer MPIA-Mitteilung, was sie zu der Annahme veranlasste, dass sich hier Sterne bilden könnten.

Wasserstoff und noch mehr Wasserstoff im Weltraum

Wasserstoff ist die häufigste Komponente im Weltraum und der Hauptbestandteil der Sternentstehung, was ihn zu einem unverzichtbaren Faktor für ein besseres Verständnis der stellaren Entwicklungsprozesse macht. Es kommt in verschiedenen Zuständen vor: Astronomen entdecken es in Form von Atomen und Molekülen. Nur molekulares Gas verdichtet sich zu einer kompakten Wolke, aus der neue Sterne entstehen können.

Molekularer Wasserstoff wird gebildet, wenn zwei Wasserstoffatome miteinander reagieren und eine gegenseitige Bindung eingehen. Es ist auch das kleinste und leichteste und wahrscheinlich das wichtigste Molekül bei der Entstehung der Materie. Wie das häufigste Molekül im Universum entsteht, nämlich beim Übergang von atomarem zu molekularem Wasserstoff, bleibt ein Rätsel. Diese Studie kann dazu beitragen, dies herauszufinden. Darüber hinaus wird das James Webb Space Telescope während seiner Mission für die Beobachtung und Überwachung von molekularem Wasserstoff im Weltraum zuständig sein.