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Warum funkeln Sterne nachts?

Nachts, wenn der Himmel klar ist, scheinen die Sterne zu funkeln und zu blinken. So manche Sterne ändern sogar immer wieder ihre Farbe. Was steckt dahinter?

Marc Redondo Marc Redondo Daniela Aragón 17 Apr 2018 - 11:00 UTC
Sterne funkeln am Himmel
Das Sternbild Orion und die Lichtverschmutzung an Horizont

Der Mensch ist immer weniger vom Nachthimmel abhängig. Früher orientierten sich sowohl Seefahrer, als auch Menschen an Land, nachts an den Sternen. Heute kennen nur wenige die Sternbilder, die zu bestimmten Jahreszeiten sichtbar sind. Kaum einer könnte den Norden bestimmen, wenn er sich verirren sollte. 

Der heutige Lebensstil treibt den Menschen in die Großstadt. Es scheint ausschließlich Vorteile zu haben, jedoch sind die negativen Auswirkungen nicht zu übersehen. Unter anderem leben wir auf immer engerem Raum und die Städte benötigen immer mehr Lichtquellen, die uns daran hindern, die Sterne am Himmel zu sehen. Wenn wir uns nur wenige Kilometer entfernen, stellen wir fest, wie wunderschön der nächtliche Sternenhimmel doch ist. 

Wenn wir unseren Blick auf einen funkelnden Punkt am Himmel richten, dann scheint er zu blinken. Es ist allgemein bekannt, dass Sterne, so wie unsere Sonne, nicht blinken. Warum also nehmen wir ein Blinken wahr? Die Sterne, die am stärksten funkeln, scheinen sogar ihre Farbe zu ändern, von Weiß zu Blau und manchmal auch Orange. 

Die Atmosphäre ist für das Funkel der Sterne verantwortlich

Das Sternenlicht gelangt so gut wie direkt auf die Erde, kaum eine Abweichung ist zu verzeichnen. Erst in der Atmosphäre findet eine Lichtbrechung statt, durch die der Lichtweg beeinflusst wird.

Obwohl die Atmosphäre durchsichtig ist, verfügt sie keinesfalls über eine gleichmäßige Dichte. An der Oberfläche ist sie dichter, als in den höheren Schichten. Außerdem entstehen am Tag warme Luftströmungen, die aufgrund der höheren Dichte, im Vergleich zur Kälte, steigen. Die Atmosphäre ist also ein turbulentes Gas, obwohl sie durchsichtig ist.

Funkelnder Sternenhimmel
Weit entfernt von der Großstadt: funkelnder Sternenhimmel

Kurz bevor das Sternenlicht die Erde erreicht, muss es noch die Atmosphäre durchbrechen. Jedes Mal, wenn es auf eine Luftschicht unterschiedlicher Dichte trifft, weicht es leicht ab, es bricht also konstant. Da die Luft ständig in Bewegung ist, nehmen wir auch das Funkeln andauernd wahr und die Sterne scheinen zu blinken. Durch diese geringen Abweichungen des Lichtweges ist auch ein Farbwechsel zu erkennen, so wie beim Sonnenuntergang.

Planeten und Mond blinken nicht

Dieser interessante Effekt trifft ist nur bei Sternen zu beobachten, weil es sich um sehr kleine Lichtpunkte handelt. Planeten und Mond sind größere Lichtpunkte, Funkeln und Blinken bleiben also so gut wie aus. Wenn wir den Mond mit einem Fernglas oder einem kleinen Teleskop beobachten, dann können wir sehr wohl die Turbulenzen an der Oberfläche wahrnehmen, die eigentlich durch unsere Atmosphäre hervorgerufen werden. 

Wer in einer Großstadt lebt, kann denselben Effekt beobachten, indem er auf die Lichter am Horizont schaut. Auch in diesem Fall nehmen wir ein Blinken wahr. Besonders im Sommer ist das Funkeln zu erkennen, wenn der Asphalt und der Zement, die am Tage gesammelte Wärme abgeben. 

Weltraumteleskope umgehen das Funkeln der Sterne

Sterne zu beobachten und zu erforschen ist also gar nicht so einfach, wenn man bedenkt, dass sich das Licht in der Atmosphäre verändert, bevor es auf die Erde trifft. Doch wie kann man dieses Problem lösen? Ganz einfach, indem große Teleskope auf hohen Bergen installiert werden. Auf diese Weise muss das Licht einen geringeren Weg durch turbulente Luft zurücklegen.

Zusätzlich gibt es da noch die großen Weltraumteleskope, wie das Hubble. Seit 1990 fotografiert es den Weltraum und profitiert dabei von einem außerordentlichen Vorteil: das Sternenlicht muss die Atmosphäre nicht durchbrechen. Allerdings ist der Gebrauch von Weltraumteleskopen sehr kostspielig.

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