Diese deutsche Welterbe-Stadt am Wasser ist für Literatur-Fans besonders attraktiv
Die Spuren des berühmten Schriftstellers und Literatur-Nobelpreisträgers werden in der traditionsreichen Hansestadt liebevoll gepflegt. Auch dank ihrer einzigartigen Lage und Architektur ist sie ein lohnendes Ziel fürs ganze Jahr.

Wasser ist Leben. Auch im übertragenen Sinn: Seit jeher entstanden an Flüssen, Seen und Meeresengen Handelszentren, Kulturlandschaften und Städte, die heute zum UNESCO-Welterbe zählen. Von den Schlössern Potsdams, den versunkenen Pfahlbauten am Bodensee bis zu den den stolzen Altstädten an Rhein, Donau und Elbe – überall spiegelt das Wasser Geschichte, Kultur und Identität.
Backsteingotik und Weltliteratur
Lübeck besitzt eine wunderschöne, von Wasser umgebene Altstadt. Die Trave umfließt als schützender Wassergraben die Altstadtinsel, einst ein lebhaftes Handelszentrum der Hanse. Noch heute sind Flüsse, Kanäle und Hafenbecken Zeugen des kaufmännischen und kulturellen Erbes.
Die Stadt ist aber auch aufgrund ihrer Position in der Geschichte der Weltliteratur besonders attraktiv. Im Thomas Mann-Jubiläumsjahr - 2025 markiert den 150. Geburtstag und den 70. Todestag des berühmten deutschen Schriftstellers und Nobelpreisträgers - ist Lübeck für Literatur-Fans eine unverzichtbare Pilgerstätte.
Ein Handelshaus wie aus den Buddenbrooks
Das Haus, in dem Thomas Mann am 6. Juni 1875 als Sohn eines wohlhabenden Kaufmanns und seiner brasilianischen Frau geboren wurde, sieht aus, als wäre es seinem Roman „Buddenbrooks" von 1901 nachgebildet. Doch natürlich war es umgekehrt: Elternhaus und Heimatstadt dienten Mann als Material für den Roman, der ihm 28 Jahre nach dem ersten Erscheinen den Nobelpreis für Literatur einbringen sollte.
Eines der erfolgreichsten Literaturmuseen Deutschlands
Das Buddenbrook-Haus bezeichnet sich als „eines der erfolgreichsten Literaturmuseen in Deutschland". Tatsächlich ist es so erfolgreich, dass es derzeit um das Nachbarhaus erweitert wird und seine Größe verdoppelt. Eine neu konzipierte Dauerausstellung über Leben und Werk der produktiven Brüder Heinrich und Thomas Mann soll den nötigen Platz bekommen und zudem barrierefrei zugänglich werden.
Da es im Rahmen der Umbaumaßnahmen zu Unstimmigkeiten über Denkmalschutzauflagen kam, verzögerte sich das Projekt erheblich. Das Museum bleibt daher noch bis zum Jahr 2030 geschlossen. Trotzdem gibt es hier für Mann-Fans einiges zu tun: Das Infocenter „Buddenbrooks am Markt" bündelt die wichtigsten Informationen über die Familie Mann.
Dazu gibt es zahlreiche Möglichkeiten, dem Schriftsteller nahe zu kommen: Lesungen, Theaterabende und literarische Spaziergänge auf den Spuren Manns stehen auf dem Programm; die Ausstellung „Meine Zeit: Thomas Mann und die Demokratie" im St. Annen Museum ist noch bis zum 18. Januar 2026 zu sehen. Mann verließ Deutschland 1933 für immer und fand seine letzte Ruhe 1955 in Zürich - eine weitere Stadt am Wasser.
Malerwinkel als Instagram-Star
Ein Klassiker unter den Lübecker Wasserblicken ist der Malerwinkel. Die Spiegelung der Altstadthäuser im Wasser, die Stille des Flusses und das Licht machten diesen Ort schon im 19. Jahrhundert zum beliebten Motiv für Künstler. Heute zählt der Malerwinkel zu den meistfotografierten Orten Lübecks.