Polarlichtspektakel über Deutschland und den Alpen - Experte: "Stärkster Sonnensturm seit über 20 Jahren"

Was war das für ein faszinierendes Spektakel am Himmel: Ein besonders starker Sonnensturm sorgte in der Nacht zu Dienstag für zahlreiche Polarlichter, die den Himmel über Deutschland und den Alpen bunt färbte. Wie kam es zu diesem beeindruckenden Farbspektakel?

Auch in den Alpen konnten die farbenfrohen Polarlichter beobachtet werden (Foto Markus Köss, Seefeld in Tirol am 19.01.26)
Auch in den Alpen konnten die farbenfrohen Polarlichter beobachtet werden (Foto Markus Köss, Seefeld in Tirol am 19.01.26)

Der stärkste Sonnensturm seit über 20 Jahren hat in Deutschland und in den Alpen für ein faszinierendes Himmelsspektakel gesorgt. Für gewöhnlich sind sie im Norden Skandinaviens, in Kanada, Alaska oder auf Island zu bewundern. In unseren Breiten trifft man Polarlichter eher selten an, im Norden Deutschlands häufiger als im Süden oder in den Alpen.

Durch den verbreitet wolkenlosen Himmel waren die Bedingungen zur Beobachtung der faszinierenden Polarlichter in unseren Breiten nahezu optimal. Lediglich in Rheinland-Pfalz und in Teilen von Baden-Württemberg verhinderte Hochnebel eine freie Sicht auf das Spektakel.

Extrem starker Sonnensturm

Verantwortlich für die riesige Ausbreitung weit in den Süden war laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) ein sogenannter geomagnetischer Sonnensturm. Wegen der Stärke des Sonnensturms seien die Lichter in der Nacht bis zu den Alpen zu sehen gewesen.

Nach Angaben vom DWD sind Polarlichter definiert als "Leuchterscheinungen am Himmel, die hauptsächlich in polaren Gegenden beobachtet werden." Hervorgerufen wird das Phänomen von der Sonne, allerdings nicht von ihrem Licht.

Polarlichter entstehen in 700 bis 800 Kilometer Höhe durch elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwindes. Das Magnetfeld der Erde sorgt dafür, dass diese zu den Polen hin abgelenkt werden und in die Erdatmosphäre eindringen. Je nach Höhe und Gas - Sauerstoff oder Stickstoff - entstehen unterschiedliche Farben, häufig Grün und Rot.

In den Alpen sind Polarlichter soweit südlich zwar eher selten, dafür aber besonders spektakulär. Einerseits stören hier in der Regel nicht so viele künstliche Lichter und andererseits bieten erhöhte Punkte einen ungestörten Blick über den weiten Nachthimmel. Im Schnee wird das Licht zusätzlich noch reflektiert und vergrößert so das Farbspektakel.

Zweithöchste Stufe

Der geomagnetische Sturm erreichte Montagabend die zweithöchste Stufe G4, wie die US-Atmosphärenbehörde NOAA berichtete. Bei dieser Stärke sind auch Auswirkungen auf Satelliten mit Auswirkungen bei der Satellitennavigation oder in der Luftfahrt möglich. Das GPS-System beispielsweise könne ausfallen oder ungenau arbeiten.

Im Unterschied zur modernen Wettervorhersage ist die Polarlichtprognose eher vage, kurzfristig und abhängig von der Sonnenaktivität. Aufgrund der enormen Geschwindigkeit der ausgestoßenen Sonnenpartikel bleibt nur eine kurze Zeit für eine Vorhersage!