Unwetter-Hammer rollt an: Hagel, Orkanböen, 30 Liter in einer Stunde – „Das wird ruppig"

Erst Gewitter-Chaos mit Hagel und Sturm, dann die große Erlösung: Nach Tagen der Gluthitze kommt endlich frische Luft. Aber der Weg dorthin hat es in sich.

Der Sommer zieht jetzt alle Register – und zwar auf die harte Tour. Schon am Donnerstag brodelt es fast landesweit, zunächst nur vereinzelt, aber überall dort, wo eine Zelle hochschießt, gibt es sofort Ärger: 15 Liter pro Quadratmeter in kürzester Zeit, stürmische Böen um 70 km/h und kleinkörniger Hagel, der Terrassen und Autos weiß einfärbt.

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Wer denkt, das sei schon der Höhepunkt, irrt gewaltig. Ab dem Nachmittag verlagert sich der Schwerpunkt in den Südwesten, und dort wird aus „kräftig" ganz schnell „gefährlich".

Unwetter-Alarm im Südwesten: Bis zu 100 km/h und Hagel wie Tischtennisbälle

Die Zutaten sind komplett: schwülwarme Luft, viel Energie und eine Strömung, die den Gewittern die nötige Rotation mitgibt. Heraus kommen im Südwesten schwere Gewitter mit Unwetterpotenzial30 Liter pro Quadratmeter in nur einer Stunde, Hagelkörner um 3 Zentimeter und schwere Sturmböen bis 100 km/h.

In den kommenden Stunden drohen in Deutschland Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen.
In den kommenden Stunden drohen in Deutschland Unwetter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen.

Das ist die Kategorie, bei der Bäume kippen, Keller volllaufen und Unterführungen zu Badewannen werden. Gleichzeitig ächzt der Südwesten noch mal unter starker Wärmebelastung – der letzte Schweißausbruch vor der Wende.

Die Nacht bringt keine Ruhe

Auch nach Sonnenuntergang ist Schluss mit Schlafen bei offenem Fenster. Im Süden ziehen weitere, teils kräftige Gewitter durch, anfangs sogar noch mit Unwettergefahr. Nächtliche Gewitter sind besonders tückisch, weil sie viele Menschen im Schlaf erwischen.

Im Rest des Landes bleibt es bei vereinzelten Blitz-und-Donner-Einlagen. Aber wer im Süden wohnt, sollte Rollläden runterlassen und Gartenmöbel sichern.

Freitag wird der Knalltag

Und dann kommt der Freitag – der Tag, an dem es in weiten Landesteilen losgeht. Starke Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturm, verbreitet auch Unwetter, vor allem durch die Regenmengen.

Der Hammer: Im Norden und Osten ist lokal sogar extremer Starkregen nicht ausgeschlossen. Das ist die höchste Warnstufe – wenn eine Zelle sich festsetzt, kann innerhalb kürzester Zeit eine Straße zum reißenden Bach werden.

Am Wochenende kommt die große Erlösung

Danach aber: Aufatmen! Am Samstag beruhigt sich die Lage deutlich, nur im Norden, Osten und Südosten sind noch einzelne starke Gewitter mit Graupel und stürmischen Böen dabei. An der Nordsee pfeift ein kräftiger Nordwestwind, auf Brocken und Fichtelberg gibt es einzelne Sturmböen.

Und genau dieser Wind ist das Beste am ganzen Wochenende: Er bringt endlich frische Luft ins Land. Fenster auf, durchlüften, tief durchatmen – die Nächte werden wieder erträglich.

Nach dem Wetter-Rausch: Ruhe kehrt ein

Am Sonntag bleibt es dann nur noch im Nordosten, Osten und Südosten bei einzelnen kräftigen Gewittern – der Rest des Landes hat seinen Frieden. Montag und Dienstag stehen sogar ganz ohne markante Wettererscheinungen im Kalender.

Heißt im Klartext: Zwei bis drei ruppige Tage überstehen, dann kommt der angenehme Sommer zurück. Bis dahin gilt: Wetterwarnungen ernst nehmen, Keller checken, Gartenmöbel sichern – und sich schon mal auf die erste kühle Nacht seit Wochen freuen.