Der Sommer plant seinen nächsten Coup – „Kaum einer rechnet damit", so der Wetterexperte Habermehl

Über Deutschland tauschen sich gerade die Luftmassen aus – und dahinter steckt mehr, als viele ahnen. Was der Sommer als Nächstes aushecken könnte, hat es in sich.

Der Sommer 2026 ist längst nicht fertig – im Gegenteil, er zieht heimlich sein nächstes Ass aus dem Ärmel! Wochenlang saß ein mächtiges Sommerhoch wie festbetoniert über uns und pumpte heiße Luft aus Südost heran. Doch jetzt ist Schluss mit lustig: Ein Störimpuls aus Osteuropa schiebt sich unter das Hoch und bringt die ganze Wetterlage gehörig ins Wanken.

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Die Folge? Die Luftmassen tauschen sich aus – trocken-heiße Glutluft trifft auf feuchtere, energiegeladene Massen. „Kaum einer rechnet damit, aber genau dieser Mix ist brandgefährlich", so die Einschätzung aus der Wetterküche. Wer geglaubt hat, der Sommer läuft gemütlich weiter, wird sich in den kommenden Tagen noch mächtig wundern.

Wohin stürzen wir jetzt eigentlich?

Kurz gesagt: erst mal ab in die Schwüle! Der Taupunkt klettert auf drückende 15 bis 21 Grad – und das macht die Hitze zur echten Belastung. Es fühlt sich klebrig, stickig, fast schon tropisch an. Die Nächte werden zur Qual, an erholsamen Schlaf ist unter der Bettdecke mancherorts kaum noch zu denken.

Die Temperaturanomalie ist am Wochenende ganz klar negativ. Es ist für die Jahreszeit "zu kalt".
Die Temperaturanomalie ist am Wochenende ganz klar negativ. Es ist für die Jahreszeit "zu kalt".

Tagsüber schießen dann die Quellwolken kilometerhoch in den Himmel. Was harmlos beginnt, endet am Nachmittag im Krachen: kräftige Gewitter, Starkregen, Hagel. Örtlich kann es richtig knallen – der Übergang von Bullenhitze zu Unwetter ist fließend.

Kommen jetzt Superzellen und Tornados?

Ausschließen kann das ehrlicherweise niemand. In so einer energiegeladenen Luftmasse steckt ordentlich Zunder. Fachleute warnen vor sogenannten Superzellen – das sind rotierende Gewitterriesen, die auch mal lokale Wirbel oder sogar einen kleinen Tornado ausspucken können.

„Da ist richtig Musik drin", würde so mancher Wetterfrosch sagen. Heißt im Klartext: Sturzfluten, volllaufende Keller, umstürzende Bäume. Wer diese Woche etwas draußen plant, sollte den Himmel gut im Auge behalten – das kann blitzschnell umschlagen.

Wird es jetzt endlich mal kühler?

Ein bisschen Verschnaufpause ist drin! Zieht der Störimpuls um den 18. bis 20. Juli über Nord- und Ostsee ab, drehen die Temperaturen ein Stück zurück. Statt brütender Glut sind dann 26 bis 32 Grad angesagt, im Süden örtlich noch bis 34 Grad.

Das klingt nach Abkühlung – ist aber keine echte. Denn der Hochsommer bleibt am Drücker, nur eben eine Nummer erträglicher. Von Herbstluft, kühlem Wind und Regenjacke sind wir meilenweit entfernt. Wer jetzt auf durchgreifende Erfrischung hofft, den muss ich leider enttäuschen.

Und was ist mit den Hundstagen?

Genau die stehen jetzt vor der Tür! Die Hundstage – traditionell die heißeste Zeit des Jahres von Ende Juli bis Ende August – machen ihrem Namen alle Ehre. Und die Karten stehen bestens, dass sie noch mal ordentlich einheizen.

Denn kippt die Wetterlage um den 23. bis 25. Juli erneut, dreht die Strömung auf Südwest. Dann pumpt es wieder schwül-warme, gewittrige Luft zu uns herauf. Übersetzt heißt das: Die nächste Hitze-Welle könnte schneller zurückkommen, als vielen von uns lieb ist.

Das ist also der Coup des Sommers

Und genau das ist der Clou, mit dem kaum einer rechnet: Der aktuelle Dämpfer ist nur eine kurze Atempause – längst kein Ende! Die Wettermodelle zeigen zwei Wege: Der eine bringt einen gemäßigten Sommer, der andere die volle Hitze-Keule. Und Stand heute hat die Hitze die besseren Karten in der Hand.

Mein Rat: Genießen Sie die etwas frischeren Tage, füllen Sie die Wasserflaschen auf und halten Sie den Ventilator griffbereit. Denn der Sommer 2026 hat noch was vor – und die Hundstage könnten uns bald noch mal so richtig ins Schwitzen bringen. Bleiben Sie dran!