Wetter-Hammer in 2. Juli-Hälfte: Erst 37 Grad Wüstenglut – dann kippt alles! Ist das schon das Sommer-Aus?

Deutschland schwitzt sich durch die dritte Hitzewelle, doch pünktlich zum Hochsommer bahnt sich der große Knick an. Was die zweite Julihälfte wirklich bringt – und ob der Sommer jetzt Geschichte ist.

Machen Sie sich bereit – bevor irgendetwas kippt, dreht der Sommer noch einmal richtig auf. Ein mächtiges Hoch schiebt sich bis zur Wochenmitte über Deutschland und legt eine Achse bis ans Mittelmeer. Die Folge: Die Temperaturen klettern verbreitet auf 29 bis 34 Grad, im Südwesten werden bis zu 37 Grad und damit echte Wüstentage fällig.

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Und diesmal bleibt der Norden nicht verschont – auch in Hamburg, Berlin und an der Elbe rollt die Hitze an. Nur direkt an Nord- und Ostsee bleibt es mit 25 bis 29 Grad einigermaßen erträglich.

Schwül, drückend, gefährlich: Die Nächte werden zur Qual

Das eigentlich Fiese ist nicht die Zahl auf dem Thermometer – es ist die Schwüle. Der Taupunkt schießt auf 14 bis 21 Grad hoch, und plötzlich fühlt sich jede Bewegung an wie im Dampfbad. In vielen Städten sinkt das Thermometer nachts nicht mehr unter 20 Grad – die berüchtigten Tropennächte sind zurück.

Wer schlecht schläft, kennt das Spiel: Fenster auf, Ventilator an, und trotzdem kein Auge zu. Für ältere Menschen, Kinder und Kreislaufgeplagte wird diese Kombination aus Hitze und Schwüle zur echten Belastung.

Achtung, Gewitter! Ab Wochenmitte knallt's im Süden

Wo so viel feuchtwarme Energie in der Luft steckt, bleibt es nicht ruhig. Ab Dienstag und Mittwoch türmen sich nachmittags gewaltige Quellwolken auf, vor allem über der Südhälfte. Was dann runterkommt, hat es in sich: Starkregen, Hagel, Sturmböen – lokal unwetterartig.

Ist das die große Wetterwende? Ab Dienstagnachmittag teils starke Gewitter und Unwetter.
Ist das die große Wetterwende? Ab Dienstagnachmittag teils starke Gewitter und Unwetter.

Das Tückische: Der Boden ist nach Wochen ohne echten Regen steinhart. Statt zu versickern, schießt das Wasser oberflächlich ab, überflutet Unterführungen und Keller, während der Grundwasserspiegel trotzdem im Keller bleibt. Ein Regen, der mehr Schaden anrichtet als Segen bringt.

Der große Knick: Um den 20. Juli kippt die Wetterlage

Und jetzt kommt der Moment, auf den viele warten. Zum Start in den eigentlichen Hochsommer reißt ein Störimpuls eine Lücke in die Hitzeglocke. In einer Nordwestströmung rauscht frischere Luft heran, die Temperaturen sacken auf 20 bis 25 Grad ab – gefühlt fast schon herbstlich nach der Wüstenwoche.

Schauer und Gewitter ziehen durch, Schwerpunkt südlich einer Linie Köln–Dresden. Im Norden bleibt es dagegen oft trocken. Und ausgerechnet dort, wo der Regen am dringendsten gebraucht wird – in der Mitte und im Osten –, kommt am wenigsten an.

Doch dann schlägt der Sommer zurück

Wer jetzt schon die Sommergarderobe wegräumt, ist zu früh dran. Die Abkühlung ist nur ein kurzes Gastspiel. Schon zwischen dem 22. und 27. Juli drückt ein Keil des Azorenhochs zurück nach Mitteleuropa, die Strömung kippt von Nordwest auf Südwest – und mit ihr klettern die Werte wieder auf 27 bis 33 Grad.

Es bleibt zwar unbeständig, mit weiteren Gewittern über der Südhälfte, aber warm bis heiß. Und im Hintergrund lauert noch mehr: Ein Wettermodell spielte kurzzeitig sogar irrwitzige 47 Grad durch – ein extremer Ausreißer, wieder verworfen, aber ein Fingerzeig, wozu diese Großwetterlage fähig wäre.

War's das mit dem Sommer? Ganz klares Nein!

Fassen wir zusammen: Die zweite Julihälfte bringt keinen stabilen Dauer-Hochsommer, aber garantiert auch kein Sommer-Aus. Nach der Glut-Woche folgt eine kurze, kräftige Zäsur um den 20. Juli – danach meldet sich die Wärme prompt zurück.

Unterm Strich bleibt die letzte Juli-Dekade deutlich zu warm: im Norden ein bis anderthalb Grad, im Süden bis zu drei Grad über dem langjährigen Mittel. Heißt für Sie: Freibad, Grillabend und Sommerurlaub sind noch lange nicht gelaufen. Nur der Regenschirm sollte in Griffweite bleiben – denn dieser Sommer bleibt ein Sommer der Extreme.