Nächste Hitzewarnung mit 36 Grad, Tropennächte & Gewitter mit Starkregen-Gefahr! DWD warnt vor erhöhter Wärmebelastung

Am Oberrhein läuft die Hitzeserie bereits in die vierte Woche. Jetzt verschärft sich die Lage erneut: bis zu 36 Grad, Tropennächte und erste kräftige Gewitter.

500 hPa deutlich über dem Klimamittel. Denn der Höhenrücken hält Deutschland weiter unter blockierendem Hochdruckeinfluss.
500 hPa deutlich über dem Klimamittel. Denn der Höhenrücken hält Deutschland weiter unter blockierendem Hochdruckeinfluss.

Deutschlands Südwesten hofft auf Regen und Abkühlung, doch es setzt sich die außergewöhnlich warme bis heiße Wetterphase fort. Besonders entlang des Oberrheins dauert die Hitzeserie schon mehrere Wochen an. Von einer nachhaltigen Entspannung kann allerdings auch in dieser Woche keine Rede sein.

Bereits zum Wochenstart werden in vielen Regionen 30 bis 35 Grad erreicht. Die höchsten Temperaturen treten erneut entlang des Rheins, im Südwesten sowie in Teilen des Rhein-Main-Gebiets auf. Dort steigt die Wärmebelastung weiter an.

In der Atmosphäre wächst die Spannung

Der Blick in die mittlere Troposphäre zeigt eine interessante Entwicklung. In rund 5500 Metern Höhe liegt Deutschland zwischen einem Höhentief über Norddeutschland und einer Geopotenzialrinne, die sich bis nach Frankreich erstreckt. Der flache Geopotenzialtrog bringt die zuvor stabile Atmosphäre zunehmend aus dem Gleichgewicht.

Aufsteigende Luft wird begünstigt, sodass sich die Gewitterbereitschaft von Tag zu Tag erhöht.Gleichzeitig hält sich über Nordwesteuropa weiterhin hoher Luftdruck.

So wird die Atmosphäre zunehmend labiler. Die bislang dominierende Blockadelage verliert langsam an Stabilität und erste Hebungsimpulse greifen auf Deutschland über.

Meteorologisch entsteht damit eine Konstellation, bei der Hitze und Gewitter gleichzeitig an Bedeutung gewinnen.

20 Grad in 1500 Metern Höhe

Besonders eindrucksvoll zeigt sich die Entwicklung auf dem 850-hPa-Niveau in rund 1500 Metern Höhe. Über dem Südwesten werden dort weiterhin Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad simuliert.

Solche Werte sind ein unschlagbares Indiz für eine sehr warme bis heiße Luftmasse. Durch starke Sonneneinstrahlung und ungehindertes Absinken gelangt diese Wärme bis zum Boden. Die Folge sind Höchstwerte zwischen 30 und 36 Grad.

Während an den Küsten meist 20 bis 28 Grad erreicht werden, herrscht im Süden und Westen verbreitet Hochsommerwetter. Am Oberrhein gehören Spitzenwerte um 36 Grad erneut zum Bereich des Möglichen.

Tropennächte bleiben ein Thema

Nicht nur tagsüber wird es belastend. Auch nachts kann sich die Luft vielerorts nur noch begrenzt abkühlen.

Vor allem entlang des Rheins, in Ballungsräumen und im Südwesten sinken die Temperaturen regional nicht mehr unter 20 Grad. Tropennächte bleiben damit weiterhin ein Thema. Die fehlende nächtliche Abkühlung erhöht die Belastung für den Körper deutlich und erschwert die Erholung.

Entsprechend weist auch der Deutsche Wetterdienst auf eine erhöhte Wärmebelastung hin.

Gewitter-Batterien laden sich auf

Mit zunehmender Hitze steigt gleichzeitig das Gewitterpotenzial. Besonders im Norden, später auch über Mittelgebirgen und Alpenregionen, stehen der Atmosphäre zunehmend größere Energiemengen zur Verfügung.

CAPE-Werte von 1000 bis 1500 J/kg treffen auf PPW-Werte zwischen 25 und 30 Millimetern. Gleichzeitig ziehen Gewitter aufgrund schwacher Höhenströmungen oft nur langsam.

Genau darin liegt die Gefahr. Lokal können kräftige Gewitter innerhalb kurzer Zeit 20 bis 30 Liter Regen pro Quadratmeter bringen. Vereinzelt sind auch höhere Mengen nicht ausgeschlossen. Neben Starkregen treten örtlich Hagel und stürmische Böen auf.

Die zweite Wochenhälfte bleibt hochsommerlich

Auch ab Mittwoch und Donnerstag bleibt Deutschland auf der warmen Seite der Wetterkarte. Die Temperaturen erreichen vielerorts weiterhin 27 bis 35 Grad.

Zwar nimmt die Gewitterneigung langsam zu, flächendeckender Regen ist jedoch weiterhin nicht in Sicht. Damit verschärft sich das Problem der Trockenheit vielerorts weiter.