Die Hitzewelle in Deutschland hat auch Badeopfer auf dem Gewissen

In Deutschland ist die Zahl der Verunglückten oder Ertrunkenen besonders in Seen und Flüssen deutlich angestiegen. Die heißen Temperaturen locken viele in das unbekannte Nass. Dabei sind die Opfer deutlich mehr Männer als Frauen.

An der Nord- und Ostsee passieren die wenigsten tödlichen Badeunfälle
An der Nord- und Ostsee passieren die wenigsten tödlichen Badeunfälle

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft berichtete bereits Ende Juni über mehr Badetote. In den letzten Wochen wurde immer wieder über gefährliche und herausfordernde Rettungszenarien in Flüssen und Seen berichtet.

Flüsse und Seen versprechen schnelle Abkühlung

Oftmals kommt es in Flüssen wie beispielsweise dem Rhein oder in Seen wie dem Bodensee und künstlichen Baggerseen zu vermeidbaren Katastrophen. Ein großer Faktor spielt immer wieder die Selbstüberschätzung. Diese Überschätzung der eignen Fähigkeiten ist laut DLRG eines der häufigsten Ursachen bei Ertrinkungsunfällen.

Laut Wolfgang Gaissler, Professor für Sozialpsychologie und Entscheidungsforschung an der Universität Konstanz tritt diese Überschätzung besonders bei Männern auf. Besonders häufig trifft es junge Männer.

Selbstüberschätzung kann in einer Katastrophe enden

Sie seien vor allen deutlich risikobereiter als Frauen. So kann es beispielsweise schnell passieren, dass sie die Kälte des Wassers nicht so ernst nehmen und überschätzen, wie stabil ihr Kreislauf tatsächlich ist.

Der Sprung in den See ist sehr verlockend und erfrischt. Geeignete Badestellen lassen sich schon durch eine kurze Recherche finden.
Der Sprung in den See ist sehr verlockend und erfrischt. Geeignete Badestellen lassen sich schon durch eine kurze Recherche finden.

Vor allem in Gruppen am Badesee lauert immer wieder eine weitere gruppenpsychologische Gefahr. Das gegenseitige Messen und Aufschaukeln kann zu gefährlichen Situationen führen.

Ute Vogt, die Präsidentin der DLRG unterstreicht sehr deutlich:

"Es gibt im Badesee keinen Preis zu gewinnen - aber das Leben zu verlieren."

Bereits im letzten Jahr 2025 waren die Statistiken der DLRG ähnlich. Die meisten Unfälle und Tote sind in der Sommerzeit passiert.

Ertrinkungsunfälle passieren in Flüsse und Seen - DLRG setzt auf Aufklärung

Davon waren über 80 Prozent männlich. Die fatalen Ertrinkungsunfälle waren vor allem auf Flüsse und Seen zurückzuführen.

„Immer noch sind es die Binnengewässer, von denen die größte Gefahr ausgeht. Wir haben neun von zehn tödlichen Unfällen an Seen und Flüssen. An der Küste haben sie bewachte Badestellen, aber die Menschen sind teilweise auch ein bisschen vorsichtiger, weil sie mehr Respekt haben.“, erläutert Ute Vogt.

Insgesamt starben 393 Menschen im Jahr 2025. Eine große Anzahl von 282 Menschen sind in Flüssen und Seen ums Leben gekommen.

Die DLRG setzt weiter auf Aufklärung und spezielle Kampagnen für junge Leute. Einige Städte und Landkreise wollen sich ebenfalls an Informationskampagnen beteiligen.

Artikelreferenz

dlrg.de. (2026). Mindestens 393 Menschen in Deutschland ertrunken.
swr.de. (2026). Badeunfälle: Warum ertrinken mehr Männer als Frauen?.