Unwetter-Alarm: Höchste Warnstufe LILA! Wetterforscher warnt vor Superzellen, Tornados und 100 Litern Regen

Der Extremsommer verabschiedet sich mit einem RUMS: Donnerstag und Freitag drohen Superzellen, Hagel und Sturzfluten. Danach stürzen die Temperaturen ab – bis zu 10 Grad kälter.
Es wird richtig ungemütlich. Nach Wochen mit Dauerhitze, Flimmerluft und ausgedörrten Böden zieht der Hochsommer nicht leise ab, sondern knallt die Tür zu. Schon am Donnerstagnachmittag baut sich im Süden und Südwesten eine brisante Gemengelage auf: feuchtwarme Luft am Boden, Höhenkaltluft obendrauf, dazu eine kräftige Windscherung.
Betroffen sind vor allem Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und das Saarland. Dort ist die Gefahr organisierter Gewitter besonders hoch – inklusive Hagel, Sturmböen und Starkregen. Die Warnkarten färben sich stellenweise lila, und Lila ist die höchste Stufe, die es gibt.
Freitag: Die Unwetterzone wandert nach Norden
Am Freitag wird es dann noch heftiger, weil sich die Gewitterzone weiter nach Norden ausdehnt. Die Mitte Deutschlands rutscht mit in die Gefahrenzone, der Süden bleibt Hotspot. Erwartet werden Schwergewitter mit Sturzfluten, Hagelkörnern von bis zu 4 Zentimetern Durchmesser und schweren Sturmböen.
Und ja: Auch Tornados sind bei so einer Konstellation nicht ausgeschlossen. Das klingt nach Hollywood, ist in Deutschland aber jedes Jahr mehrfach Realität – nur meist kurzlebig und lokal begrenzt. Genau deshalb gilt: Wetterberichte am Freitag im Blick behalten, Warn-Apps aktiv lassen.
Was sind Superzellen – und warum sind sie so gefährlich?
Eine Superzelle ist die gefährlichste Gewitterform überhaupt. Der Unterschied zum normalen Sommergewitter: Sie besitzt einen rotierenden Aufwindschlauch, die sogenannte Mesozyklone. Bei einer gewöhnlichen Gewitterwolke würgt der eigene Regen den Aufwind nach kurzer Zeit ab – das Gewitter zerfällt nach 30 bis 60 Minuten.
Bei der Superzelle sind Auf- und Abwind räumlich getrennt. Die Zelle sägt sich also nicht selbst den Ast ab, sondern kann stundenlang weiterlaufen, hunderte Kilometer zurücklegen und dabei ihre volle Kraft behalten. Genau daraus entstehen Riesenhagel, Orkanböen und in seltenen Fällen eben auch Tornados.
Bis zu 100 Liter: Die unterschätzte Gefahr
Die größte Bedrohung ist aber nicht der Hagel, sondern das Wasser. Manche Gewitterzellen ziehen kaum vom Fleck – und dann fallen punktuell bis zu 100 Liter pro Quadratmeter in kürzester Zeit. Der Boden ist nach der langen Trockenheit steinhart, er nimmt kaum etwas auf.
Das Wasser läuft oberflächlich ab, sammelt sich in Senken, schießt Hänge hinunter und macht aus Straßen Bäche. Unterführungen, Keller und Campingplätze sind dann die kritischen Punkte. Wer am Freitag in den Bergen unterwegs ist, sollte Bachbetten und enge Täler meiden.
Danach ist alles anders
Und dann? Dann ist Schluss mit Glut. Am Samstag wird es bis zu 10 Grad kälter, der Sonntag bringt vielerorts nur noch rund 25 Grad, im Norden kratzt man kaum an der 20-Grad-Marke.
Richtig frisch wird die Nacht auf Montag mit nur noch 6 bis 14 Grad – da holt mancher schon die dünne Jacke wieder raus. Nach den Tropennächten der letzten Wochen fühlt sich das fast schon nach Frühherbst an.
Fazit: Zwei Tage aufpassen, dann durchatmen
Der Extremsommer geht mit einem RUMS in die Pause – und dieser RUMS hat es in sich. Donnerstag und Freitag könnten die heftigste Unwetterlage des bisherigen Jahres bringen.
Danach kehrt Ruhe ein, die Natur bekommt endlich Wasser, und die Nächte werden wieder schlafbar. Aber erst müssen wir zwei brenzlige Tage überstehen. Aufpassen!