Regen-Hoffnung geplatzt! Statt 80 Liter nur ein Rinnsal – Niedrigwasser am Rhein droht bis Weihnachten

Erst war von bis zu 80 Litern Regen im Südwesten die Rede, jetzt bleibt davon kaum etwas übrig. Der November wird trocken und kühl – und der Rhein leidet weiter.
Es hätte so schön werden können. Noch vor wenigen Tagen zeigten die Wettermodelle für Montag und Dienstag kommender Woche richtig kräftige Niederschläge. Im Südwesten Deutschlands waren teilweise bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter im Gespräch. Für die ausgetrockneten Böden und vor allem für den Rhein wäre das endlich die lang ersehnte Entlastung gewesen.
Doch daraus wird nichts. Die neuesten Berechnungen haben die Regenmengen massiv nach unten korrigiert, und plötzlich ist von dem großen Regen nicht mehr viel übrig. Wer auf ein Ende der Trockenheit gehofft hat, muss sich wohl noch eine ganze Weile gedulden.
Statt 80 Liter nur noch ein Bruchteil
Konkret sieht es jetzt so aus: Im Südwesten werden zum Wochenstart nur noch 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter erwartet. Etwas mehr könnte es in Richtung Südschwarzwald geben, dort sind bis zu 25 Liter drin. Das ist nicht nichts, aber eben weit entfernt von dem, was zunächst angedeutet worden war.

Im Rest des Landes fällt die Bilanz noch magerer aus. Über die ganze kommende Woche verteilt kommen vielerorts gerade einmal 5 bis 10 Liter Regen zusammen. Für einen Monat, der eigentlich zu den nasseren im Jahr zählt, ist das ziemlich dürftig. Ein paar Schauer hier, ein bisschen Nieselregen da, viel mehr wird es nicht.
Niedrigwasser am Rhein geht weiter
Besonders bitter ist das für den Rhein. Die Niedrigwasserlage zieht sich schon seit Wochen hin, und mit diesen Regenmengen wird sich daran nichts Grundlegendes ändern. Was im Südwesten fällt, versickert zum großen Teil im trockenen Boden, bevor es überhaupt in Bächen und Flüssen ankommt.
Für die Binnenschifffahrt heißt das: weiter mit reduzierter Ladung fahren, mehr Touren, höhere Kosten. Und das kann sich noch hinziehen. Nach aktuellem Stand spricht vieles dafür, dass sich das Niedrigwasser bis in den Dezember hinein hält.
Trocken und kühl: So wird der Rest des Novembers
Ein Blick auf die längerfristigen Prognosen macht wenig Mut. Der November soll insgesamt trocken ausfallen, große Tiefdruckgebiete mit ergiebigem Dauerregen sind nicht in Sicht. Anders als in vielen Jahren zuvor wird es dabei aber nicht ungewöhnlich mild.

Schon der Start in den Monat war ausgesprochen kalt, das haben viele in den letzten Tagen deutlich gespürt. Dieser Trend dürfte sich fortsetzen: eher ein kühler November, dazu wenig Niederschlag. Eine Kombination, die dem Rhein überhaupt nicht weiterhilft.
Langfristprognosen aus dem Sommer bestätigen sich
Ganz überraschend kommt das alles nicht. Schon im Juli und August hatten wir an dieser Stelle gewarnt, dass sich die Niedrigwasserlage möglicherweise bis Weihnachten halten könnte. Die Langfristmodelle zeigten damals bereits einen Herbst, der deutlich zu trocken ausfallen dürfte.
Manche haben das seinerzeit als Panikmache abgetan. Heute zeigt sich: Die Einschätzung war leider ziemlich treffend. Die Langfristwettermodelle haben auch diesmal wieder richtig gut gelegen, auch wenn man sich in diesem Fall gewünscht hätte, sie hätten danebengelegen.
Keine schnelle Wende in Sicht
Und wie geht es weiter? Ehrlich gesagt sieht es momentan nicht nach einem raschen Umschwung aus. Damit sich die Pegel spürbar erholen, bräuchte es nicht nur einen einzelnen Regentag, sondern mehrere Wochen mit immer wiederkehrenden, ergiebigen Niederschlägen. Ein kurzer Guss reicht bei diesen trockenen Böden einfach nicht.
Genau so eine Wetterlage ist in den Modellen aber derzeit nicht zu erkennen. Natürlich können sich Prognosen über mehrere Wochen hinweg noch ändern. Wer allerdings auf eine schnelle Entspannung am Rhein hofft, sollte die Erwartungen besser niedrig halten. Erst der Dezember wird zeigen, ob der Winter endlich mehr Nässe bringt.