Polarwirbel-Alarm und Schnee nach dem 11.11.: Neue Wetterkarten zeigen ein Szenario, das so früh im November überrascht

Polarwirbel-Alarm und Schnee nach dem 11.11.: Neue Wetterkarten zeigen ein Szenario, das so früh im November überrascht

Was ist denn da los? Der Polarwirbel sorgt für Unruhe, und plötzlich taucht auf den Wetterkarten Schnee für nächste Woche auf. Das steckt wirklich dahinter.

Was ist denn da los? Eigentlich gehört der November dem Nebel, dem nassen Laub und den ersten Gedanken an Glühwein. Doch auf den neuesten Wetterkarten taucht plötzlich etwas auf, das viele so früh nicht auf dem Zettel hatten: Schnee. Das europäische Wettermodell rechnet für die zweite Novemberdekade schon wieder mit Schneeoptionen, und die reichen auf den Karten erstaunlich weit nach unten.

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Besonders der Donnerstag der kommenden Woche sticht ins Auge. Nur wenige Tage nach dem 11.11., wenn die Narren in die neue Session starten und Kinder mit ihren Laternen durch die Straßen ziehen, könnten erste Flocken bis in tiefe Lagen fallen. Und als wäre das nicht genug, geistert noch ein anderes Wort durch die Wetterwelt, das Winterfans sofort elektrisiert: Polarwirbel.

Schnee-Signal auf den Karten: Das Europa-Modell lässt nicht locker

Wer die Wettermodelle täglich verfolgt, reibt sich gerade die Augen. Das Schneesignal ist nämlich nicht zum ersten Mal da. Taucht ein solches Szenario immer wieder auf, schauen Meteorologen automatisch genauer hin, denn dann lohnt sich der zweite Blick auf die Wetterkarten.

Bildunterschrift: Das Europa-Modell sorgt für Staunen: Die hellgrünen Flächen auf dieser Karte zeigen Schnee mitten über Mitteleuropa, berechnet für die Nacht zum Samstag, 14. November.
Bildunterschrift: Das Europa-Modell sorgt für Staunen: Die hellgrünen Flächen auf dieser Karte zeigen Schnee mitten über Mitteleuropa, berechnet für die Nacht zum Samstag, 14. November.

Trotzdem bleibt die Sache heikel. Sechs Tage Vorlauf sind beim Wetter eine lange Zeit. Liegt ein Tief am Ende nur ein paar Hundert Kilometer weiter nördlich oder südlich, kann aus dem weißen Traum ganz schnell ein grauer Regentag werden. Oft entscheidet im November ein einziges Grad darüber, ob es regnet oder schneit.

Schnee im November: So verrückt ist das gar nicht

Ganz so ungewöhnlich, wie es sich anfühlt, ist Novemberschnee allerdings nicht. In den Mittelgebirgen gehört er zum Herbst dazu, und auch im Flachland kann es in dieser Phase schon einmal flocken. Nach den vielen milden Spätherbsten der letzten Jahre wirkt das nur viel spektakulärer, als es früher gewesen wäre.

Ein echter Haken bleibt aber. Die Böden sind im November meist noch recht warm, deshalb hält sich der Schnee in tiefen Lagen selten lange. Wer also schon den Schlitten aus dem Keller holen will, sollte das noch einmal überdenken. Mehr als ein kurzes weißes Intermezzo wäre im Flachland nach heutigem Stand eine Überraschung.

Polarwirbel: Das passiert gerade hoch über der Arktis

Spannender wird es einige Etagen höher. Der Polarwirbel ist ein riesiges Band aus Westwinden, das in rund 30 Kilometern Höhe kreist und die Kaltluft über der Arktis festhält. Einige Berechnungen zeigen nun eine deutliche Abschwächung, vielleicht sogar eine Teilung in zwei Kerne. Das wäre außergewöhnlich früh, denn das bisher früheste große Ereignis dieser Art seit Beginn der Messungen 1958 geschah am 28. November 1968.

Verschneite Tannen, dichter Nebel, kein Mensch weit und breit: So winterlich könnte es nach dem 11.11. in den Mittelgebirgen aussehen. (Symbolbild)
Verschneite Tannen, dichter Nebel, kein Mensch weit und breit: So winterlich könnte es nach dem 11.11. in den Mittelgebirgen aussehen. (Symbolbild)

Entschieden ist das aber längst nicht. Andere Auswertungen sehen den Wirbel weiterhin kräftig und rechnen nicht mit einem Zusammenbruch. Die Wetterwelt schaut deshalb gerade gebannt nach oben. Genau diese Unsicherheit macht die kommenden Tage so spannend.

Polarwirbel und Schnee: Der Zusammenhang ist kniffliger als gedacht

Viele werden jetzt zwei und zwei zusammenzählen. So einfach funktioniert das aber nicht. Was sich in der Stratosphäre abspielt, kommt oft erst Wochen später am Boden an, und manchmal auch gar nicht. Für mögliche Flocken am Donnerstag ist daher vor allem die Lage der Hochs und Tiefs in den unteren Luftschichten entscheidend.

Interessant könnte der Polarwirbel eher für die Zeit danach werden. Gerät er tatsächlich ins Wanken, stellt sich die Frage, wie sich das auf Ende November und den Frühwinter auswirkt. Eine verlässliche Antwort gibt es darauf heute noch nicht, und ein Freifahrtschein für einen Jahrhundertwinter wäre es ohnehin nicht.

Wintereinbruch nächste Woche: Das sollten Sie jetzt tun

Wer noch mit Sommerreifen unterwegs ist, sollte den Werkstatttermin nicht länger aufschieben. Denken Sie auch daran, dass Brücken und schattige Strecken in den frühen Morgenstunden schon bei wenigen Plusgraden am Boden glatt werden können. Das gilt besonders für Pendler im Bergland, die früh unterwegs sind.

Ob aus dem Schneesignal wirklich ein Wintereinbruch wird, entscheiden die nächsten Modellläufe. Bis dahin bleibt es ein Wetterkrimi mit offenem Ende. Schauen Sie deshalb in den kommenden Tagen immer wieder auf die aktuelle Vorhersage. Nur eines steht schon fest: Nach dem 11.11. wird es spannend.