Martini-Sommer oder Martini-Winter? Meteorologe: „Diese fünf Tage entscheiden alles“ – kommt am Ende sogar beides?

Martini-Sommer oder Martini-Winter? Meteorologe: „Diese fünf Tage entscheiden alles“ – kommt am Ende sogar beides?

Bis zu 19 Grad oder Polarluft mit Flocken? Zwischen dem 10. und 15. November fällt die Entscheidung – und das US-Modell lässt einfach nicht locker.

Deutschland steckt im Nebel fest, doch hinter den Kulissen braut sich eine der spannendsten Wetterlagen dieses Herbstes zusammen. Zwischen dem 10. und 15. November fallen die Würfel.


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Kommt der Martini-Sommer mit bis zu 19 Grad, der Martini-Winter mit Polarluft und ersten Flocken oder innerhalb weniger Tage sogar beides? Die großen Wettermodelle liefern sich gerade ein echtes Duell, und ausgerechnet das amerikanische GFS gibt einfach keine Ruhe.

Noch regiert der Nebel, doch die Blockade bröckelt

Bis zum Wochenende ändert sich erst einmal wenig. Hoch Klaus beschert uns Nebel, Hochnebel und in klaren Nächten stellenweise leichten Frost. Vielerorts bleibt es grau, ruhig und ziemlich zäh.

Was bringt uns der Martinstag? Einen Sommernachschlag oder sogar die ersten Flocken bis in tiefe Lagen?
Was bringt uns der Martinstag? Einen Sommernachschlag oder sogar die ersten Flocken bis in tiefe Lagen?

Dann kommt Bewegung ins Spiel. Von Südwesten greift der Atlantik die Hochdruckblockade an, und nach Wochen mit viel zu wenig Niederschlag fällt endlich wieder mehr Regen. Das wäre eine gute Nachricht für die trockenen Böden und die niedrigen Pegel am Rhein. Am Alpenrand und im Schwarzwald kann es ab Montag sogar kräftiger regnen, wie viel dort wirklich zusammenkommt, ist aber noch offen.

Martini-Sommer: Bis zu 19 Grad am 11. November?

Das europäische Wettermodell ECMWF setzt für den Start in die neue Woche klar auf milde Luft. Am Dienstag sind am Oberrhein rund 15 bis 16 Grad drin. Zum Martinstag am Mittwoch zeigen einzelne Rechnungen im Südwesten sogar bis zu 19 Grad, in vielen Regionen wären rund 14 Grad möglich.

Möglicherweise könnte sich in der nächsten Woche auch eine markante Luftmassengrenze über Deutschland aufbauen. Es wird spannend.
Möglicherweise könnte sich in der nächsten Woche auch eine markante Luftmassengrenze über Deutschland aufbauen. Es wird spannend.

Das ist der berühmte Martini-Sommer, eine Wetterlage, die sich rund um den 11. November auffällig oft einstellt. Eine Garantie gibt es dafür allerdings nicht. Angenehm wird es auch nicht überall: Im Nordosten hält sich die kühle Luft deutlich länger, und manche Laternenumzüge könnten ziemlich nass werden.

Martini-Winter: Das US-Modell gibt nicht auf

Spannend macht die Sache das amerikanische GFS. Es hat für die Zeit nach dem 10. November immer wieder Kälte im Programm, und zwar Lauf für Lauf. Die Zutaten dafür sind da, denn über Osteuropa liegt ein riesiger Trog voller Kaltluft.

Wandert das Hoch nach Norden Richtung Island und Grönland, geht die Tür auf, und Polarluft kann bis nach Deutschland vorstoßen. Dann wären Schnee in den Mittelgebirgen, Graupelschauer und neue Frostnächte möglich, in einzelnen Rechnungen sogar Flocken bis ins Flachland. Noch ist das die Minderheit der Berechnungen. Ein Signal, das so hartnäckig zurückkommt, sollte man trotzdem nicht einfach abtun.

Rekord über dem Nordpol: Der Polarwirbel gerät ins Taumeln

Auch hoch über der Arktis passiert gerade etwas Außergewöhnliches. Der Polarwirbel ist schon jetzt massiv gestört. In rund 30 Kilometern Höhe weht der Wind nur noch mit einem Bruchteil seiner normalen Stärke, und fast alle Rechnungen des europäischen Ensembles drehen ihn in den kommenden Tagen sogar komplett um.

Es wäre die früheste Windumkehr seit Beginn der Aufzeichnungen, bisher lag der Rekord beim 28. November. Für den Martinstag kommt dieser Effekt allerdings zu spät, denn er braucht meist mindestens zwei Wochen, bis er unten beim Wetter ankommt. Interessant wird es deshalb eher Ende November und Anfang Dezember, auch wenn der starke El Niño dagegenhalten kann.

Martini-Sommer, Martini-Winter oder sogar beides?

Stand jetzt hat die milde Variante die Nase vorn, doch ab Mitte nächster Woche ist die Unsicherheit riesig. Die Chance auf einen echten Kaltluftvorstoß bis zum 15. November liegt bei rund 20 Prozent. Das klingt nach wenig, ist bei dieser Vorlaufzeit aber alles andere als nichts.

Am verrücktesten wäre die Kombination aus beidem: erst fast frühlingshafte Milde, dann ein Temperatursturz um 10 bis 15 Grad innerhalb weniger Tage. Regenschirm und Eiskratzer sollten deshalb griffbereit bleiben. Die nächsten Modellläufe zeigen, wer dieses Duell gewinnt. Bis dahin bleibt nur eines sicher: Zwischen dem 10. und 15. November wird es richtig spannend.