Plötzlich droht Warnstufe Rot: Diese Karte zeigt, wo der Regen ab Montag in Massen kommt – eine Region trifft es hart

Plötzlich droht Warnstufe Rot: Diese Karte zeigt, wo der Regen ab Montag in Massen kommt – eine Region trifft es hart

Noch hält Hoch Klaus dicht, doch auf den Wetterkarten braut sich etwas zusammen. Bis zu 80 Liter in 48 Stunden wären rotes Warnniveau.


Draußen ist von Drama noch nichts zu sehen. Hoch Klaus beschert Deutschland bis zum Wochenende ruhiges, oft trübes Novemberwetter mit Nebel und Hochnebel, mancherorts bleibt es den ganzen Tag grau. Vor markanten Wettergefahren wird bis einschließlich Samstag nicht gewarnt.

Doch hinter den Kulissen tut sich etwas. Die neuen Berechnungen zeigen für den Start in die kommende Woche eine Wetterlage, die es in sich haben könnte. Im Südwesten könnte binnen 48 Stunden so viel Regen fallen wie sonst im ganzen November.

Noch keine Warnung, aber der erste Hinweis ist da

Eines muss man klar sagen: Aktuell gibt es keine Unwetterwarnung. Dafür ist es auch noch viel zu früh, denn die Lage liegt mehrere Tage in der Zukunft. Trotzdem ist das Thema jetzt in der amtlichen Wochenvorhersage angekommen.

Ab der Nacht auf Dienstag setzt im Südwesten starker Regen ein. Binnen kurzer Zeit können 40 Liter und mehr fallen. Die Regenfälle halten auch am Dienstag an.
Ab der Nacht auf Dienstag setzt im Südwesten starker Regen ein. Binnen kurzer Zeit können 40 Liter und mehr fallen. Die Regenfälle halten auch am Dienstag an.

Dort ist ab Sonntag von einer beginnenden Dauerregenlage in den südwestlichen Staulagen die Rede, bis Dienstag dann auch in den westlichen. Die Wahrscheinlichkeit wird bisher allerdings noch als gering eingestuft. Wer die Sprache der Wetterdienste kennt, weiß trotzdem: Die Lage steht jetzt unter Beobachtung. Richtig los geht es nach den aktuellen Berechnungen ab Montag.

Warum plötzlich von Warnstufe Rot die Rede ist

Der Grund ist die Berechnung des ICON-Modells. Im Saarland, in der Pfalz und in Baden stehen 50 bis 80 Liter Regen pro Quadratmeter auf der Karte. Im Rhein-Main-Gebiet sind es rund 30 bis 50 Liter, in den Vogesen sogar mehr als 130 Liter.

Endet am Rhein bald die extreme Niedrigwasserlage?
Endet am Rhein bald die extreme Niedrigwasserlage?

Zum Vergleich: Im deutschen Novembermittel fallen nur rund 65 Liter, und zwar im ganzen Monat. Ab etwa 60 Litern in 48 Stunden erreicht Dauerregen die rote Warnstufe, also Unwetter-Niveau. Die Spitzenwerte auf der Karte lägen klar darüber.

Diese Region trifft es am härtesten

Im Fokus stehen die Staulagen im Südwesten, also dort, wo die feuchte Luft gegen die Berge gedrückt wird. Vom Saarland über die Pfalz bis zum Schwarzwald kann es am meisten treffen. Der Norden kommt dagegen fast ungeschoren davon, im Nordwesten bleibt es teilweise nahezu trocken.

Eine Gefahr wird im November gern unterschätzt: Nasses Laub kann Gullys und Abflüsse verstopfen. Dann steht das Wasser schnell auf der Straße, auch wenn es gar nicht sintflutartig regnet. Kleine Bäche in den Mittelgebirgen sollten Sie bei so einer Lage ebenfalls im Auge behalten.

Für den Rhein wäre es die lang ersehnte Rettung

So bedrohlich das klingt, für den Rhein wäre dieser Regen ein Geschenk. Der Strom hat ein extremes Niedrigwasserjahr hinter sich, in Kaub rutschte der Pegel im Herbst sogar unter null. Die Schifffahrt musste die Ladung über Wochen stark reduzieren.

Fällt der Regen wirklich so, läuft er über Neckar, Nahe, Main und Mosel in den Rhein und dürfte die Pegel spürbar anheben. Ein großes Hochwasser ist nach aktuellem Stand aber nicht zu erwarten. Die ausgetrockneten Böden schlucken zunächst einen Teil des Wassers, und der Fluss hat reichlich Platz.

Noch ist nichts entschieden

Bei aller Spannung bleibt die Prognose unsicher. Der amtliche Trend für die Tage danach spricht ausdrücklich von hoher Unsicherheit. Andere Einschätzungen gingen zuletzt sogar davon aus, dass es bis Mitte November überwiegend trocken bleibt.

Schon eine kleine Verschiebung der Regenzone kann die Mengen also deutlich verändern. Klarheit dürften erst die Prognosen zum Wochenende bringen. Wenn Sie im Südwesten wohnen, sollten Sie die Warnlage ab Samstag im Blick behalten. Dann zeigt sich, ob aus dieser Karte wirklich eine Dauerregenlage wird.