Experte warnt Herbsturlauber: Wer jetzt ans Mittelmeer fährt, sollte diese neue Regenkarte kennen

Experte warnt Herbsturlauber: Wer jetzt ans Mittelmeer fährt, sollte diese neue Regenkarte kennen

Kaum ist die eine Unwetterwelle durch, zeigt die neue Prognose schon die nächste. Diesmal liegt das Zentrum in einer Urlaubsregion, die in diesem Herbst bereits mehrfach unter Wasser stand.

Wer in diesen Tagen die neue Regenkarte für das Mittelmeer aufruft, sieht vor allem eines: tiefes Violett und dunkles Rot. Griechenland, die Türkei, Italien, die Adria: Seit Wochen jagt hier ein Unwetter das nächste, und auch die erste Novemberwoche bringt wieder Land unter.

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Der dunkelste Fleck auf der Karte liegt diesmal nicht im Osten. Der Regen wandert zurück ins westliche Mittelmeer, und damit rückt Südfrankreich in den Mittelpunkt. Bis Samstagabend (7. November) rechnet das europäische Wettermodell an der Küste südlich von Nîmes mit gut 270 Litern Regen pro Quadratmeter. Das wäre mehr als ein Drittel dessen, was in dieser Gegend sonst im ganzen Jahr fällt.

Südfrankreich trifft es schon wieder

In Nîmes selbst stehen rund 100 Liter auf der Karte, in Marseille gut 50 und im spanischen Barcelona etwa 33 Liter. Die kräftigsten Farben liegen direkt über dem Golfe du Lion und dem Küstenstreifen. Genau diese Region hat in den vergangenen Wochen schon genug mitgemacht.

Nicht schon wieder! Die erste Novemberwoche droht schon wiede extrem nass zu werden. Runs ums Mittelmeer entwickeln sich neue schwere Unwetter.
Nicht schon wieder! Die erste Novemberwoche droht schon wiede extrem nass zu werden. Runs ums Mittelmeer entwickeln sich neue schwere Unwetter.

Ende September fielen in den Cevennen mehr als 300 Liter, Gard und Hérault standen unter der höchsten Warnstufe. Im Oktober meldete Saint-Chamas bis zu 235 Liter, rund um Marseille liefen Straßen voll, und die Autobahn A9 musste zeitweise gesperrt werden. In der Region kam mindestens ein Mensch ums Leben. Auf Korsika kamen in Solenzara sogar mehr als 600 Liter binnen 24 Stunden zusammen.

Auch Italien und Griechenland bleiben im Regen

Im Süden Italiens bleibt es ebenfalls nass. Palermo steuert auf rund 93 Liter zu, Foggia auf 64, Bari und Tarent auf jeweils über 50 Liter und Neapel auf 45. Der Kern der Regenmassen liegt dort über dem Tyrrhenischen Meer, kann aber jederzeit Richtung Küste schwenken.

Ständig neue Unwetterlage rund ums Mittelmeer. Das warme Mittelmeerwasser befeuert diese Entwicklung.
Ständig neue Unwetterlage rund ums Mittelmeer. Das warme Mittelmeerwasser befeuert diese Entwicklung.

In Griechenland kommen im Raum Pyrgos fast 80 Liter und in Thessaloniki gut 60 Liter zusammen. Völlig anders sieht es im Norden Italiens aus: Mailand, Venedig und Genua bleiben mit weniger als einem Liter nahezu trocken.

Das warme Meer liefert den Treibstoff

Der Hauptverdächtige liegt direkt vor der Küste. Das Mittelmeer ist nach dem heißen Sommer für die Jahreszeit immer noch zu warm. Warmes Wasser verdunstet stärker, die Luft darüber saugt sich mit Feuchtigkeit voll. Trifft dann kühlere Luft aus dem Norden darauf, schießen die Gewitter förmlich in die Höhe.

Pro Grad Erwärmung kann die Luft rund sieben Prozent mehr Wasser aufnehmen, und das kommt irgendwann wieder herunter. Richtig gefährlich wird es, wenn die Gewitterzellen auf der Stelle stehen bleiben. Dann regnet es stundenlang auf denselben Fleck, und an den Hängen der Cevennen wird die feuchte Luft zusätzlich nach oben gedrückt.

Warum Starkregen hier lebensgefährlich werden kann

Das Tückische an solchen Lagen ist die Geschwindigkeit. Aus einem harmlosen Rinnsal wird innerhalb kurzer Zeit eine reißende Sturzflut, oft ohne lange Vorwarnung. Viele Böden in der Region dürften nach diesem nassen Herbst kaum noch Wasser aufnehmen, in den Städten schießt es zusätzlich über Straßen und Treppen bergab.

Für Urlauber lauern die größten Gefahren an Orten, die sonst völlig harmlos wirken: in trockenen Bachbetten, Unterführungen, Tiefgaragen und auf überfluteten Straßen. Schon wenig fließendes Wasser kann ein Auto mitreißen. Fahren Sie deshalb niemals durch überflutete Abschnitte, auch wenn das Wasser flach aussieht.

Lohnt sich Herbsturlaub am Mittelmeer überhaupt noch?

Eine Absage ans Mittelmeer muss das nicht sein. Es gibt im Herbst weiterhin viele ruhige und sonnige Tage, und nicht jede Region wird getroffen. Aber wer im Oktober oder November bucht, sollte wissen, dass dies die gefährlichste Regenzeit des Jahres ist und sich das Risiko durch das warme Wasser eher verschärft als entspannt.

Prüfen Sie deshalb vor der Reise und vor Ort täglich die offiziellen Unwetterwarnungen, und achten Sie möglichst auf flexible Buchungen. Meiden Sie bei Warnungen Campingplätze und Unterkünfte an Flüssen und Bachläufen. Solche Unwetterserien dürften im Herbst eher zur Regel als zur Ausnahme werden, und der Sonnenurlaub im November wird damit immer mehr zur Wetterlotterie.