Achtung, Wetter-Alarm: ENSO dreht! NOAA sieht Neutralphase – El Niño 2026 möglich, Wetter-Risiken steigen weltweit

La Niña dominiert aktuell den Pazifik, doch bald könnte ENSO-neutral folgen. Erfahre hier, wie sich die tropischen Meeresströme verändern und welche Folgen das für Winter, Frühling und Unwetter weltweit hat.

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Thermometer mit Extremwerten überlagert eine Karte der ENSO-Regionen: La Niña dominiert aktuell, doch NOAA sieht bald ENSO-neutral – El Niño 2026 möglich.

Die Tropen des Pazifiks sind weiterhin unter dem Einfluss von La Niña. Das Climate Prediction Center (CPC) der NOAA meldet am 8. Januar 2026: La Niña hält an, doch es gibt eine 75-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich zwischen Januar und März 2026 ein ENSO-neutraler Zustand einstellt.

ENSO-neutral bedeutet: Keine extremen La-Niña- oder El-Niño-Bedingungen dominieren mehr. Experten gehen davon aus, dass dieser Zustand mindestens bis zum späten Frühling 2026 anhält.

Was passiert im Pazifik?

Im Dezember 2025 zeigten die Meerestemperaturen im östlichen und zentralen Äquatorialpazifik weiterhin unterdurchschnittliche Werte, typisch für La Niña. Der Niño-3.4-Index lag bei -0,5 °C, die Niño-3- und Niño-1+2-Indizes bei -0,8 °C bzw. -0,7 °C.

Unter der Oberfläche breiten sich jedoch leichte Erwärmungen vom Westen in den zentralen Pazifik aus – ein erstes Anzeichen dafür, dass La Niña langsam nachlässt.

Die aktuellen Wetterdaten zeigen typische La-Niña-Bedingungen:

An der Meeresoberfläche wehen die Winde über dem zentralen Pazifik von Osten nach Westen. Dieses Muster treibt kühleres Wasser aus dem Ostpazifik nach Westen und beeinflusst Temperaturen und Niederschläge weltweit. In höheren Atmosphärenschichten wehen die Winde von Westen nach Osten, was die Kopplung zwischen Ozean und Atmosphäre verstärkt und die La-Niña-Lage stabil hält.

Besonders auffällig ist die verstärkte Aufwärtsbewegung feuchter Luft über Indonesien. Dort entstehen viele Wolken und starke Regenfälle – ein typisches Merkmal der La-Niña-Phase. Gleichzeitig ist die Luft nahe der Internationalen Datumsgrenze (ca. 180° Länge, hier bleibt die Luft stabil und es regnet weniger) stabil, die Aufwärtsbewegung wird unterdrückt und es regnet weniger.

Fazit: Dieses Zusammenspiel aus Winden und Luftbewegungen erklärt, warum La Niña Regionen mit Starkregen und gleichzeitig andere Gebiete mit Trockenheit prägt. Selbst kleine Veränderungen im Wind- oder Temperaturmuster können daher globale Wetterwirkungen haben – von Überschwemmungen bis hin zu Hitzewellen.

ENSO-neutral: Was bedeutet das für uns?

ENSO-neutral heißt: Die extremen Temperaturabweichungen im Pazifik treten nicht mehr auf.

Modelle des International Research Institute (IRI) und des North American Multi-Model Ensemble prognostizieren, dass dieser Zustand von Januar bis März 2026 eintreten wird.

Aber Vorsicht: La Niña kann selbst nach dem Übergang noch die globale Witterung beeinflussen, besonders in Nordamerika und Asien. Für längere Prognosezeiträume deuten die Modelle auf zunehmende Chancen für El Niño im weiteren Verlauf des Jahres 2026 hin, wobei die Prognosesicherheit begrenzt bleibt.

Globale Folgen für Wetter und Klima

La Niña beeinflusst weltweit Regenmuster, Temperaturen und Sturmaktivität. Typische Auswirkungen:

  • Starke Regenfälle und Überschwemmungen in Indonesien und Australien
  • Trockenperioden in Südamerika, besonders im Süden Brasiliens
  • Regional unterschiedliche Winterbedingungen in Nordamerika, abhängig von der großräumigen Zirkulation
  • In Europa sind vor allem indirekte Effekte möglich, insbesondere eine erhöhte Wettervariabilität während der Übergangsphase zu ENSO-neutral

Mit der Umstellung auf ENSO-neutral können sich diese Muster abschwächen, doch extreme Wetterereignisse bleiben möglich.

Besonders in der Übergangsphase sind ungewöhnliche Stürme, Temperaturabweichungen und Niederschläge wahrscheinlich.

Was du jetzt wissen solltest

La Niña hält weiterhin an, doch die Wende zu ENSO-neutral ist nah. Für alle, die Wetter, Landwirtschaft oder Reisen planen, heißt das: Wetterwarnungen beachten, Frühjahrsprognosen im Blick behalten und sich auf regional unterschiedliche Wetterbedingungen einstellen.

Die Wissenschaft zeigt: ENSO ist der Motor globaler Wettermuster, und selbst kleine Veränderungen im Pazifik können Auswirkungen rund um den Globus haben. Wer jetzt informiert bleibt, kann sich besser vorbereiten – vom Dauerfrost in Nordamerika bis zu Regenfällen in Australien.

Quelle

Climate Prediction Center / National Centers for Environmental Prediction / National Weather Service (NOAA), ENSO Diagnostic Discussion, 8. Januar 2026.