"Schlimmer als bei Schneesturm Elli" Der DWD gibt für fast ganz Deutschland Unwetterwarnungen aus: "Bleiben Sie daheim"

Nach eisiger Kälte droht gefährlicher Eisregen, der Straßen, Infrastruktur und Verkehr lahmlegen kann, während der Wetterdienst seine Warnstufe voraussichtlich bald deutlich verschärft.
Der Deutsche Wetterdienst hat am Sonntagabend großflächige Vorwarnungen vor Unwetter ausgegeben und damit ein ungewöhnlich klares Signal gesendet. Vorwarnungen bedeuten, dass sich eine sehr gefährliche Wetterlage mit hoher Wahrscheinlichkeit entwickelt, Details zu Zeitpunkt und Intensität aber noch leicht variieren können.
Genau deshalb gelten sie als Vorbereitung auf mögliche scharfe Unwetterwarnungen, die kurzfristig folgen können. Betroffen ist mehr als die Hälfte Deutschlands, ein Hinweis darauf, dass es sich nicht um ein lokales Ereignis handelt, sondern um eine flächendeckende Bedrohung, die viele Regionen gleichzeitig treffen kann.
Die meteorologische Ausgangslage
In der Nacht auf Montag beginnt die Lage mit strenger Kälte. Teilweise sinken die Temperaturen nochmals auf zweistellige Minusgrade, wodurch Böden, Straßen und Brücken tief gefrieren. Diese gefrorene Grundlage ist entscheidend für die spätere Gefahr. In den frühen Morgenstunden nähert sich dann Tief Gunda von Westen. Zunächst fällt Schnee, doch mit dem Vordringen milderer Luft in höheren Schichten geht der Niederschlag rasch in Regen über. Dieser trifft auf einen weiterhin eiskalten Untergrund und gefriert sofort. Das Ergebnis ist gefrierender Eisregen, eine der gefährlichsten winterlichen Wetterformen.

Warum Eisregen so extrem gefährlich ist
Eisregen unterscheidet sich grundlegend von normalem Schneefall. Während Schnee geräumt werden kann und Haftung bietet, entsteht beim Eisregen innerhalb kürzester Zeit eine glasharte Eisschicht. Straßen verwandeln sich in spiegelglatte Flächen, auf denen Fahrzeuge selbst bei niedrigen Geschwindigkeiten die Kontrolle verlieren. Gehwege werden praktisch unbegehbar, Stürze sind vorprogrammiert. Besonders tückisch ist, dass die Gefahr oft unsichtbar bleibt, da Regen zunächst harmlos wirkt. Erst Sekunden später ist klar, dass sich alles mit Eis überzieht.
Gefahr für Infrastruktur und Versorgung
Neben dem Verkehr gerät auch die Infrastruktur unter Druck. Eisansatz an Bäumen, Stromleitungen und Oberleitungen kann zu Schäden führen. Äste brechen unter dem Gewicht, Leitungen reißen, Stromausfälle sind möglich. Auch der Bahnverkehr ist gefährdet, da vereiste Oberleitungen und Weichen den Betrieb massiv stören können. Der DWD weist darauf hin, dass diese Lage schwerer einzuschätzen ist als klassische Schneefälle. Da viele Regionen gleichzeitig betroffen sind, könnten Einsatzkräfte und Winterdienste an ihre Grenzen stoßen.
Vorwarnungen vor möglicher Hochstufung
Der Wetterdienst macht deutlich, dass die aktuell laufenden Vorwarnungen sehr wahrscheinlich hochgestuft werden, sobald sich das Zeitfenster und die Intensität weiter präzisieren. Dann würden scharfe Unwetterwarnungen aktiviert, die akute Gefahr signalisieren. Im Vergleich zu früheren Ereignissen wie Schneetief Elli gilt die Situation als deutlich brisanter, da nicht nur einzelne Landesteile, sondern große Gebiete gleichzeitig betroffen wären. Genau deshalb wurde die Warnkette bereits so früh in Gang gesetzt.
Was jetzt entscheidend ist
Für die Bevölkerung bedeutet das vor allem Vorsicht und Zurückhaltung. Nicht zwingend notwendige Fahrten sollten vermieden werden, insbesondere in der Nacht und am frühen Morgen. Autofahrer müssen jederzeit mit plötzlichem Blitzeis rechnen. Auch Fußgänger sollten sich auf extrem glatte Wege einstellen. Der DWD rät, Warnungen engmaschig zu verfolgen und flexibel zu reagieren. Die Vorwarnungen sollen Zeit verschaffen, um sich auf eine Lage vorzubereiten, die binnen weniger Stunden zu massiven Einschränkungen führen kann.