Feuerwehr richtet eindringlichen Appell an die Bevölkerung: Vereiste Hydranten können Leben kosten – helft mit!

Schnee, Frost und Sturm legen viele Regionen in Deutschland lahm – doch eine oft übersehene Gefahr liegt direkt vor unserer Haustür. Vereiste oder zugeschneite Hydranten können im Brandfall wertvolle Minuten kosten. Die Feuerwehr richtet einen dringenden Appell an die Bevölkerung.

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Ein freigeräumter Hydrant in der Stadt: So kann die Feuerwehr bei Schnee und Eis schnell Löschwasser entnehmen und Leben retten.

Du siehst Schnee, du spürst Frost – doch die größte Gefahr bleibt häufig unsichtbar. Während Glätte, Schneefall und eisige Temperaturen weite Teile Deutschlands fest im Griff haben, warnen Feuerwehren eindringlich vor einem ernsten Winterproblem: Immer mehr Hydranten sind nicht nutzbar. Sie sind vereist, unter Schnee begraben oder schlicht nicht mehr auffindbar. Im Ernstfall kann genau das über Leben und Tod entscheiden.

Wenn jede Sekunde zählt

Bei einem Brand zählt jede Minute. Feuerwehrfahrzeuge führen nur eine begrenzte Menge Löschwasser mit sich. Dieses reicht oft nur für die erste Phase eines Einsatzes. Danach sind die Einsatzkräfte zwingend auf Hydranten angewiesen, um kontinuierlich Wasser zur Brandbekämpfung zu fördern.

Ist der nächste Hydrant blockiert, vereist oder nicht auffindbar, verzögert sich der Löschangriff.

Feuer kann sich weiter ausbreiten, Rauch und Hitze nehmen zu – eine gefährliche Situation für Betroffene und Einsatzkräfte.

Schnee, Sturm und Frost verschärfen die Lage

Die aktuelle Wetterlage verschärft das Problem deutlich. Stürmische Winde verwehen Schnee, Gehwege und Straßen verschwinden unter weißen Decken. In vielen Regionen fällt innerhalb kurzer Zeit Neuschnee, in Mittelgebirgen und im Süden teils erheblich.

Dauerfrost sorgt dafür, dass Schnee nicht abtaut. Wo er tagsüber leicht antaut und nachts wieder gefriert, entstehen harte, dicke Eisschichten – auch auf Hydranten. Diese lassen sich dann nur noch mit großem Kraftaufwand freilegen.

Die stille Gefahr unter deinen Füßen

Viele Hydranten sind auf den ersten Blick kaum zu erkennen. Sie liegen im Gehweg, am Straßenrand oder im Randstreifen und ragen nicht aus dem Boden heraus. Beim Schneeräumen werden sie häufig übersehen oder sogar zusätzlich mit Schnee bedeckt.

Besonders problematisch sind Unterflurhydranten:

Sie sind vollständig im Boden eingelassen und nur durch kleine Hinweisschilder markiert. Sind diese Schilder verdeckt, verlieren Einsatzkräfte wertvolle Zeit bei der Suche nach der Wasserentnahmestelle.

So findest du Hydranten auch im Winter

Hydranten erkennt man nicht nur an runden Deckeln im Boden.

Entscheidender Hinweis sind die kleinen Hydrantenschilder, die an Hauswänden, Zäunen, Mauern oder Laternen angebracht sind.

  • Sie zeigen mit Pfeilen die Richtung zum Hydranten an.
  • Die Zahlen auf dem Schild geben an, wie viele Meter der Hydrant vom Standort des Schildes entfernt liegt – seitlich und in der Tiefe.

Ist dieses Schild sichtbar, kann die Feuerwehr den Wasseranschluss auch bei hoher Schneedecke schnell lokalisieren. Genau deshalb ist es wichtig, beim Schneeräumen nicht nur den Boden, sondern auch diese Hinweisschilder freizuhalten. Oft reicht ein kurzer Blick und wenig Arbeit, um sie vom Schnee zu befreien.

Warum dein Schneeschieben Leben retten kann

Was im Alltag nebensächlich erscheint, ist im Ernstfall entscheidend. Ein freigeräumter Hydrant ermöglicht der Feuerwehr ein schnelles Eingreifen. Ist er hingegen vereist oder unauffindbar, geht wertvolle Zeit verloren. Diese Verzögerung kann dazu führen, dass sich ein Brand unkontrolliert ausbreitet, Menschen in Gefahr geraten und erhebliche Sachschäden entstehen.

Feuerwehr richtet klaren Appell an dich

Die Feuerwehren bitten eindringlich um Unterstützung. Halte Hydranten und Hydrantenschilder vor deinem Haus frei von Schnee und Eis. Es geht nicht um eine Formalität, sondern um aktiven Bevölkerungsschutz. In diesem Winter kann ein einziger Handgriff den entscheidenden Unterschied machen.

Quelle

Deutscher Feuerwehrverband Baden Württemberg – Hinweise zum Freihalten von Hydranten bei Schnee und Eis