"März-Winter mit 50 cm Schnee" - Warum solche Prognosen kaum ernst zu nehmen sind

Einige Stimmen warnen vor massivem Wintereinbruch im März. Ein Blick auf seriöse Modelle zeigt jedoch ein ganz anderes Bild – und entlarvt viele Prognosen als übertrieben.

Immer wieder kursieren in Medien und auf Videoplattformen spektakuläre Vorhersagen: 50 cm Schnee, Dauerfrost bis ins Flachland oder ein angeblich bevorstehender später Wintereinbruch im März. Solche Aussagen wirken dramatisch und sorgen für Aufmerksamkeit.

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Doch bei genauerem Hinsehen zeigt sich, dass viele dieser Prognosen auf sehr unsicheren Modelltrends oder reinen Spekulationen beruhen. Besonders problematisch ist, dass extreme Szenarien oft als wahrscheinlich dargestellt werden, obwohl sie meteorologisch nur eine entfernte Möglichkeit sind.

Seriöse Modelle zeigen milde Tendenz

Ein Blick auf die aktuellen zuverlässigen Wettermodelle ergibt ein deutlich anderes Bild. Im seriös vorhersagbaren Zeitraum bis etwa 10. März dominieren nach heutigem Stand milde Luftmassen, zeitweise Regen, aber auch sonnige Abschnitte mit frühlingshaftem Charakter. Von einem flächendeckenden Wintereinbruch ist derzeit keine Spur zu erkennen. Selbst wenn kurzfristig kühlere Luft einfließen sollte, wäre das für die Jahreszeit völlig normal und kein außergewöhnliches Ereignis.

Warum extreme Prognosen so beliebt sind

Spektakuläre Wetterprognosen verbreiten sich besonders schnell, weil sie Emotionen auslösen. Begriffe wie „Kältehammer“, „Schneebombe“ oder „Spätwinter-Schock“ erzeugen Aufmerksamkeit – und damit Klicks. Manche selbsternannten Experten neigen dazu, immer wieder kalte Szenarien hervorzuheben, selbst wenn diese nur in einzelnen Modellläufen auftauchen. Häufig werden dabei extreme Einzellösungen präsentiert, während die Mehrheit der Modellberechnungen etwas völlig anderes zeigt. Das führt zu falschen Erwartungen beim Publikum.

Auch Anfang März sind die Temperaturen in allen Höhenschichten für die Jahreszeit viel zu warm.
Auch Anfang März sind die Temperaturen in allen Höhenschichten für die Jahreszeit viel zu warm.

Februar-Prognosen als warnendes Beispiel

Erst vor wenigen Wochen wurde für die zweite Februarhälfte eine angeblich kälteste Phase des gesamten Winters angekündigt. Tatsächlich entwickelte sich jedoch die bislang mildeste Wetterperiode des Winters 2025/26. Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie vorsichtig man mit langfristigen Extremprognosen umgehen sollte. Gerade wenn Vorhersagen wiederholt deutlich danebenliegen, ist Skepsis angebracht. Wetterprognosen jenseits von etwa zehn Tagen haben grundsätzlich nur begrenzte Aussagekraft.

Was im März tatsächlich möglich ist

Natürlich bedeutet die aktuelle milde Tendenz nicht, dass der Winter endgültig vorbei ist. Kurze Kaltlufteinbrüche sind im März klimatologisch völlig normal. Auch vorübergehender Frost oder Schneefälle bis in tiefere Lagen können jederzeit auftreten. Allerdings sind lang anhaltender Dauerfrost oder sehr große Schneemengen im Flachland zu dieser Jahreszeit deutlich unwahrscheinlicher als im Hochwinter. Solche Szenarien lassen sich derzeit auch in den Modelltrends nicht erkennen.

Fazit: Viel Lärm um wenig Wahrscheinlichkeit

Nach aktuellem Stand handelt es sich bei den Warnungen vor extremem Märzwinter mit meterhohem Schnee eher um meteorologische Übertreibungen als um realistische Prognosen. Die verlässlichsten Modelle zeigen zunächst eine überwiegend milde Witterung mit wechselhaften, zeitweise frühlingshaften Phasen. Wie sich das Wetter Ende März oder im April entwickelt, lässt sich heute noch nicht seriös vorhersagen. Wer sich informieren möchte, sollte daher vor allem auf wissenschaftlich fundierte Prognosen statt spektakuläre Einzelmeinungen achten.