20°C im Februar: War es das mit dem Winter in den Alpen? - Meteorologe warnt: "Weiterhin große Lawinengefahr"
Was für eine 180 Grad Wende beim Wetter in den Alpen: Nach den massiven Schneefällen kehrt jetzt der Frühling mit aller Macht ein. Dabei sind mit der Sonne bis zu 20 Grad möglich, doch Vorsicht, die Lawinengefahr bleibt trotzdem groß.

So schnell kann es gehen: Vor wenigen Tagen sorgten noch starke Schneefälle für jede Menge Neuschnee, jetzt sorgt ein satter Frühlingsdurchbruch für Temperaturen bis zu 20 Grad und Tauwetter bis ins Hochgebirge. Eins bleibt jedoch bestehen: Die Lawinensituation ist bis auf Weiteres heikel!
Die angespannte Lawinensituation in den vergangenen Tagen war eine echte Herausforderung für die Einsatzkräfte. Dabei rückten nach Angaben der Tiroler Landesregierung insgesamt 450 Bergretter zu insgesamt 40 Lawineneinsätzen aus. Die traurige Bilanz: Sieben Menschen starben unter den Schneemassen, 15 Personen wurden von den Schneemassen erfasst.
Lawinengefahr unbedingt beachten
Trotz der eindringlichen Warnungen hatten sich immer noch Wintersportler ins freie Gelände gewagt und damit viele der Lawinen ausgelöst. In Österreich warnten die Länder Tirol und Vorarlberg die Wintersportler am vergangenen Wochenende vor der Gefahr am Berg auch über das Handynetz. Die Arlbergstraße war nach massiven Neuschneefällen von über einem Meter aufgrund der Lawinengefahr gesperrt worden, die Orte Lech und Zürs waren in der Nacht zum Sonntag über 12 Stunden lang nicht erreichbar.
Auch in Bayern bleibt die Lawinenlage angespannt, oberhalb von 1600 Metern ist hier die Lawinengefahr weiterhin groß (Stufe 4 von 5) und darunter erheblich (Stufe 3). Zu Wochenbeginn kam es im Alpenraum zu einer deutlichen Milderung und es fiel teilweise bis auf 1800 Meter Höhe Regen, der die Schneedecke weiter schwächte. Jetzt stellt sich frühlingshaft warmes Sonnenwetter durch und lässt die Temperaturen in allen Höhen weiter steigen. Die Nullgradgrenze wird dabei auf über 3000 Meter klettern.
Aktuell besteht im bayerischen Alpenraum erhebliche bis große #Lawinengefahr! In den Berchtesgadener und Werdenfelser #Alpen herrscht ab 2000m Warnstufe 4 (groß).
— PolizeiOberbayernSüd (@polizeiOBS) February 24, 2026
Passt auf und verhaltet euch lieber defensiv.
Mehr Infos im Lawinenlagebericht unter ️https://t.co/vHWd2R8gS6 pic.twitter.com/WXX4RVrMYt
Nach einer vielerorts leicht frostigen und klaren Nacht scheint am Donnerstag die Sonne von früh bis spät und damit mittlerweile über 10 Stunden lang. Morgendliche Frühnebelfelder werden sich rasch auflösen und die Temperaturen steigen dabei auf frühlingshafte und für Februar extrem milde 13 bis 18 Grad. Selbst in 2000 Meter Höhe hat es 5 bis 8 Grad, die Lawinensituation bleibt gefährlich!
Der Freitag und Samstag werden ebenfalls überwiegend sonnig und frühlingshaft mild bei Temperaturen von 13 bis 18 Grad, am bayerischen Alpenrand können mit leichtem Föhn örtlich sogar 20 Grad erreicht werden. Auf 2000 Meter klettert das Quecksilber auf 8 bis 10 Grad und die Frostgrenze liegt bei 3200 Metern.
Kein Wintereinbruch in Sicht
Mit der schon kräftigeren Sonne werden selbst die Wintersportler in den Alpen "ins Schwitzen kommen". Dabei sollte auf ausreichenden Sonnenschutz und die immer noch angespannte Lawinensituation außerhalb der gesicherten Pisten unbedingt geachtet werden! In den Nächten kann es in den Tallagen weiterhin leichten, über Schnee in höheren Tälern auch mäßigen Frost geben.
Ab Sonntag können auch mal dichtere Wolkenfelder durchziehen, die Sonne wird aber immer noch zeitweise scheinen. Für die Jahreszeit bleibt es weiterhin sehr mild, wenn auch nicht mehr so extrem wie die Tage zuvor. Ein Wintereinbruch mit neuen Schneefällen ist auch in der nächsten Woche nicht in Sicht. Dennoch sollte man natürlich den Winter in den Alpen noch lange nicht abschreiben. Hier sind noch bis weit in den April hinein Kaltlufteinbrüche und massive Schneefälle möglich, jetzt ist aber erstmal Frühlingswetter angesagt.