Schneemassen und Lawinen in den Alpen - Meteorologe erstaunt: "Wetterlage kippt um 180 Grad Richtung Frühling"
Anhaltende Schneefälle sorgen in den Alpen für große Neuschneemengen und einer weiterhin großen Lawinengefahr. Es kam zu zahlreichen Einsätzen nach Lawinenabgängen mit Verletzten und Toten. Die Wetterlage kippt jetzt aber komplett in Richtung Frühling mit Tauwetter bis in die Hochlagen.

Am vergangenen Freitag gab es alleine im österreichischen Bundesland Tirol mehr als 30 Einsätze wegen Lawinen. Die größte Lawine löste sich im freien Skiraum von St. Anton, wo mehrere Menschen starben. Auch sonst gab es in den Alpen in den vergangenen Tagen zahlreiche Lawinenunglücke mit Schwerstverletzten und auch Todesopfern.
In meinem letzten Artikel habe ich schon vor der großen Lawinengefahr gewarnt. In weiten Teilen der Alpen gibt es eine ungewöhnlich lange andauernde Lawinenzeit, die immer noch weiter anhält. Mit dem vielen Neuschnee samt Wind und einer verbreitet sehr störanfälligen Schneedecke herrscht aktuell laut dem LAWINEN.REPORT eine große Lawinengefahr vom Waldgrenzbereich aufwärts. Für Wintersportlerinnen und Wintersportler bleibe die Lawinensituation sehr gefährlich. An vielen Stellen ließen sich sehr leicht Schneebrettlawinen auslösen, mitunter sind auch spontane Lawinen zu erwarten.
Über ein Meter Neuschnee
Durch die kräftigen Schneefälle der vergangenen Tage wurde vielerorts die bisher höchste Schneedecke des bisherigen Winters erreicht. Am Arlberg und im Westen von Tirol (Österreich) sind innerhalb von wenigen Tagen teilweise mehr als ein Meter Neuschnee gefallen, in den Hochlagen teilweise über 1,50 Meter.
Dieses Bild zeigt eindrücklich, welch gewaltige Schneemengen mittlerweile im Arlberggebiet liegen. Auch für die sonst schneegewohnten Orte wie St. Christoph sind Mengen deutlich über zwei Meter kein alltägliches Ereignis und die Feuerwehr befreit Dächer von der enormen Schneelast pic.twitter.com/uTKPfSJSZ6
— Unwetter-Freaks (@unwetterfreaks) February 21, 2026
Der Winter war bisher in den Alpen ausgesprochen trocken und somit sehr schneearm. Dadurch konnten sich ausgeprägte Schwachschichten im Schnee bilden, auf denen jetzt der viele Neuschnee gefallen ist. Bitte unbedingt die aktuelle Lawinenlage beachten und gesicherte Pisten nicht verlassen!
Wegen der großen Lawinengefahr wurde am Samstag auch die Lechtalstraße in Vorarlberg gesperrt, so dass die bekannten Wintersportorte Lech und Zürs am Arlberg von der Außenwelt abgeschnitten und somit nicht mehr erreichbar waren. Eine Warmfront brachte in den höheren Lagen nochmals 20 bis 50 Zentimeter Neuschnee und verschärfte die Situation zusätzlich.
Der Stock ist 130 cm lang und verschwindet komplett im Schnee#Lech #Arlberg pic.twitter.com/y6K27Zi1U0
— Markus Köss (@wetterkoess) February 19, 2026
Apropos Warmfront: Wie der Name schon sagt, wurden mit dieser Front deutlich mildere Luftmassen in die Alpen transportiert und lassen nun die Schneefallgrenze "peu à peu" ansteigen. Schon im Laufe des Samstags stieg die Schneefallgrenze auf 1000 bis 1500 Meter Höhe. Doch damit nicht genug, in den kommenden Tagen werden immer mildere Luftmassen wetterbestimmend und bis in die Hochlagen setzt Tauwetter ein.
Frühlingswetter zur Wochenmitte
Damit wird sich die Wetterlage komplett umstellen und in der nächsten Woche sind geradezu frühlingshafte Temperaturen zu erwarten. Die Schneefallgrenze steigt zu Wochenbeginn weiter an und am Montag fällt nur noch oberhalb von 1500 bis 1800 Metern, am Dienstag sogar erst ab 1700-2000 Meter Schnee. Damit steigen die Temperaturen in den Tallagen auf milde 6 bis 12 Grad und selbst auf 2000 Meter werden Werte um den Gefrierpunkt erreicht.
Noch wärmer und damit schon frühlingshaft wird es dann mit viel Sonne am Mittwoch und Donnerstag werden. Bei strahlendem Sonnenschein können die Temperaturen dann in den Tallagen tagsüber 15 bis 18 Grad erreichen und die Nullgradgrenze steigt auf über 3000 Meter an. In den klaren Nächten kann es in geschützten Lagen dann aber wieder leichten Frost geben. Ein erneuter Wintereinbruch in den Alpen ist somit bis auf Weiteres nicht in Sicht!