Viel Neuschnee für die Alpen - Meteorologe warnt nach Lawinenunglücken vor "erheblicher Lawinengefahr" in den Bergen
Mehrere Lawinenunglücke haben in den Alpen schon zu zahlreichen Verletzten und Tote geführt. In den nächsten Tagen ist weiter mit viel Neuschnee zu rechnen und starker Wind verschärft die Situation zusätzlich. Skifahrer sollten die gesicherten Pisten nicht verlassen!

Drei Tote forderte das jüngste Lawinenunglück in den italienischen Alpen. Die Lawine hatte sich am Sonntag gegen 11 Uhr im Aostatal oberhalb des bekannten Wintersportortes Courmayeur gelöst. Die Skifahrer waren abseits der präparierten Pisten in einem Seitental unterwegs gewesen. Alle drei Opfer kamen nach Angaben der Bergwacht aus Frankreich.
Zahlreiche Lawinenabgänge haben schon seit des Beginn des Winters immer wieder Menschen das Leben gekostet. Jetzt haben weiter Schneefälle und der starke Wind die Situation weiter verschärft. Verbreitet gilt in den Hochlagen schon seit längerer Zeit eine erhebliche Lawinengefahr.
Über einen Meter Neuschnee möglich
Für das westliche Tirol und Vorarlberg in Österreich, aber auch für große Teile der französischen und schweizerischen Alpen gilt die Lawinenstufe 4 von 5. In den übrigen Regionen gilt verbreitet die Stufe 3 (erhebliche Lawinengefahr). Nach dem Neuschnee zu Wochenbeginn sind weitere Schneefälle in Sicht und können in Staulagen bis zu einem Meter Neuschnee bringen. Bis Donnerstag fallen besonders in den Hochlagen der Französischen und Schweizer Alpen bis zu 1,50 Meter Schnee.
Ein starker bis stürmischer Wind wird sie Situation in den nächsten Tagen zusätzlich verschärfen. Dabei gilt der Wind als Baumeister der Lawinen, da er den Schnee in Mulden und Rinnen verfrachtet und sich so meterhoher Triebschnee ausbilden kann. Neben spontanen Lawinen reicht oft auch schon ein einzelner Skifahrer, um große Lawinen auszulösen.
Viel Neuschnee hat es teilweise in den Nordalpen gegeben, in Seefeld in Tirol (1200m) liegt jetzt ein halber Meter (Foto) Werte von 9 Uhr in cm:
— Markus Köss (@wetterkoess) February 16, 2026
Seefeld 50
Hintertux 52
Landeck 21
Innsbruck 4
Obergurgl 71
St. Anton 55
Warth 79https://t.co/yAxCgPFk3T pic.twitter.com/MbRPkv8dFe
Der Lawinenwarndienst in Tirol rät deshalb zur Zurückhaltung abseits der gesicherten Skipisten. Wer eine Skitour oder eine Variantenfahrt machen möchte, solle sich im freien Skiraum, wenn überhaupt, auf mäßig steiles Gelände beschränken. Alpinskifahrer sollten die gesicherten Pisten überhaupt nicht verlassen!
Zur Wettervorhersage für die Nordalpen: In der Nacht zu Dienstag und am Dienstag tagsüber ziehen immer wieder kräftige Schneeschauer durch, teilweise kann es in den Nordweststaulagen (wie im Allgäu oder am Arlberg) auch kräftig und intensiv schneien. In tiefen Lagen, wie im Inntal, ist am Tag auch Schneeregen und Regen möglich. Die Höchstwerte liegen bei -2 bis +5 Grad, dazu gibt es teils kräftigen Wind, in den Hochlagen bleibt die Lawinensituation heikel!
Donnerstag neuer Schnee
Nach einer kalten und teils klaren Nacht gibt es am Mittwoch in den östlichen Nordalpen viel Sonne, sonst nimmt die Bewölkung aus Westen wieder zu und es kann zeitweise leicht schneien, unterhalb von 800 Metern auch regnen. Höchstwerte von -2 bis +4 Grad, in 2000 Meter hat es um -7 Grad.
Am Donnerstag folgt dann der nächste große Nachschub an Neuschnee. Bei einer Schneefallgrenze von 700 bis 1000 Meter kann es oberhalb zu teils kräftigen Schneefällen kommen und es sind weitere 20 bis 30 Zentimeter Neuschnee möglich. Die Lawinengefahr bleibt damit weiter angespannt! Ob es im weiteren Verlauf zu einer Wetterberuhigung kommt und es vielleicht sogar deutlich milder wird, muss dagegen noch abgewartet werden. Für Details ist es diesbezüglich noch zu früh.