Atmosphärenforscher spricht von "Frühlingsluft Ende Februar" - bis zu 18°C sind möglich!

Nach kräftigem Schneefall dreht die Wetterlage. Tauwetter setzt ein, und kommende Woche könnten deutlich mildere Luftmassen nach Deutschland strömen. Doch wie nachhaltig ist dieser Umschwung wirklich?
Noch vor wenigen Tagen bestimmte eine markante Schneelage das Bild in vielen Regionen Deutschlands. Straßen, Felder und Dächer lagen unter einer teils dicken Schneedecke, begleitet von frostigen Nächten mit strengem Bodenfrost. Nun aber deutet sich eine klare Veränderung an: Das Tauwetter hat begonnen.
Besonders in tieferen Lagen steigen die Temperaturen spürbar an, erste Schneeflächen werden kleiner, von Dächern tropft es, und Bäche führen wieder mehr Wasser. Dieser Übergang markiert eine entscheidende Phase, denn nach einer geschlossenen Schneedecke reagiert die Atmosphäre oft besonders dynamisch.
Deutlich steigende Temperaturen
Bereits zum Wochenstart klettern die Werte vielerorts wieder über den Gefrierpunkt. Im Westen und Südwesten sind 8 bis 12 Grad möglich, örtlich sogar etwas mehr. Selbst in Regionen, die zuvor im Dauerfrost verharrten, setzt sich mildere Luft langsam durch.
Entscheidend ist dabei die Strömungsumstellung: Statt kontinentaler Kaltluft gelangt zunehmend atlantisch geprägte Luft nach Deutschland. Diese ist feuchter, aber eben auch deutlich wärmer. Das sorgt nicht nur für Tauwetter, sondern beschleunigt auch das Abschmelzen größerer Schneemengen.
Chancen auf milde Luft nächste Woche
Besonders spannend wird der Blick auf die kommende Woche. Mehrere Wettermodelle zeigen einen stabileren Zustrom milder Luftmassen aus südwestlichen Richtungen. Damit könnten die Temperaturen verbreitet zweistellige Werte erreichen.

In begünstigten Regionen sind sogar 13 bis 15 Grad im Bereich des Möglichen. Das wäre ein spürbarer Kontrast zur jüngsten Frostperiode. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass sich kein neues Hoch nördlich von Deutschland aufbaut, das erneut Kaltluft anzapft. Derzeit sprechen die Signale jedoch eher für eine fortgesetzte Milderung.
Folgen für Schnee und Böden
Mit dem einsetzenden Tauwetter steigt allerdings auch das Risiko für nasse und aufgeweichte Böden. Wo größere Schneemengen liegen, kann die Schneeschmelze zeitweise kräftig ausfallen. Besonders bei zusätzlichem Regen sind lokale Überflutungen kleinerer Gewässer nicht ausgeschlossen.

Gleichzeitig bedeutet die mildere Luft für viele Regionen eine deutliche Entspannung im Straßenverkehr. Glätte wird seltener, und auch die Frostbelastung für empfindliche Pflanzen lässt nach. Dennoch bleibt die Lage aufmerksam zu beobachten, denn ein schneller Temperaturanstieg nach Schnee kann regional unterschiedliche Auswirkungen haben.
Noch kein endgültiger Frühlingsdurchbruch
Trotz aller milden Signale gilt: Ein nachhaltiger Frühlingsdurchbruch ist das noch nicht. Zwar sprechen die Modelle für eine freundliche und deutlich wärmere Phase, doch im Spätwinter sind Rückschläge jederzeit möglich. Kalte Luftmassen halten sich weiterhin über Nord- und Osteuropa bereit. Sollte sich die Druckverteilung erneut ändern, könnte es rasch wieder kühler werden. Aktuell überwiegen jedoch die Zeichen für eine Phase mit milderen Temperaturen und spürbarem Tauwetter. Der Winter verliert an Kraft – aber endgültig verabschiedet hat er sich noch nicht.