Steigende Wassertemperaturen: Was die Hitze für Deutschlands wichtigste Flüsse bedeutet
Nicht nur auf dem Land und in den Weltmeeren, auch in unseren Flüssen war die Hitzewelle deutlich zu spüren. Unsere größten Flüsse Deutschlands haben in den heißesten Tagen des Jahres Rekordwerte aufgewiesen.

Die deutschen Flüsse wie Rhein, Donau, Elbe, Main oder Weser hatten stellenweise Wassertemperaturen von um die 30 Grad.
Heiße Wassertemperaturen gefährden das Ökosystem
Besonders der Rhein könnte nach neuen Analysen der Bundesanstalt für Gewässerkunde und des niederländischen Forschungsinstituts Deltares noch weiter ansteigen und eine Gradsteigerung am Ende des Jahrhunderts von über 4,2 Grad erreichen. Ein so warmer Fluss bietet Risiken für das Ökosystem und die lebenden Tiere wie Fische oder Wasserinsekten.
Er ist Fischökologe am Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei in Berlin und setzt sich mit den Veränderungen der Flussökologie durch die Klimaerwärmung auseinander.
Es kann zu einem großen Fischsterben kommen
Die höheren Temperaturen sorgen für einen geringeren Sauerstoffgehalt im Fluss. Dies ist für Fische mehr als kontraproduktiv.

Sie benötigen bei den warmen Wassertemperaturen deutlich mehr Sauerstoff. Dass Fische durch überhitze Gewässer sterben, konnten wir schon oft beobachten.
Die Klimaerwärmung bringt Flüsse an ihre Grenzen
Nur hängt bei einem wichtigen Fluss das ganze Ökosystem an diesen drastischen Veränderungen. Große Flüsse haben in Deutschland und anderen europäischen Ländern gleich mehrere Funktionen, die von der Wasserqualität abhängig sind.
Eine Verschlechterung der Wasserqualität entsteht durch die Anreicherung von Algen und sogar giftige Blaualgen.
Flüsse haben eine wichtige gesellschaftliche und wirtschaftliche Funktion
Ähnlich wie in den toten Zonen im Meer oder in Seen gibt es bei einem starken Bewuchs keinen wirklichen Lebensraum mehr. Nicht zuletzt nimmt das Absterben der Algen bei wieder kühleren Temperaturen dem Fluss noch mehr Sauerstoff. Der Abbauprozess bindet immer Sauerstoff.
Sind vermehrte Renaturierungen die Lösung?
Gezielte Renaturierungen können eine große Hilfe für das Ökosystem Fluss sein. Strukturelle Maßnahmen wie eine Beschattung durch mehr Pflanzen und Sträucher am Ufer oder eine Wiederbelebung der umliegenden Feuchtgebiete erhöhen langfristig die Widerstandsfähigkeit der Flüsse.
Die Fließgewässer sind dann resilienter gegen der Klimawandel und die Klimaerwärmung. Beispielsweise wären die Feuchtgebiete ein idealer Rückzugsort für Tiere. Zugleich wäre das Wasser dort ein wenig kühler als in der Flussmitte.
Artikelreferenz
GEO.de. (2026). Darum ist die Hitze für Rhein, Main und Donau kritisch.