Naturschutz im Günztal: Was die Renaturierung des längsten Flusssystems Bayerns für die Region bedeutet
In Deutschland gibt es eine große Auswahl an erfolgreichen Renaturierungsprogramme. Besonders toll und beeindruckend sind Projekte, die alte Flusstäler und eine vielfältige Natur wiederbeleben. Zudem dienen renaturierte Flächen dem Umwelt- und Klimaschutz.

An heißen Tagen können sie Abkühlung und Erfrischung spenden. Viele Projekte werden über viele Jahre lang geplant und sind teilweise nicht immer gern gesehen.
Die Günz fließt jetzt wieder auf über 90 Kilometern
In Bayern wurde jetzt das längste Bachsystem der Günz wieder an natürliche Lebensräume herangeführt. Vom bergischen Allgäu bin ins Donautal schlängelt sich das Wasser auf mehr als 90 Kilometer. Im Unterallgäu bei Lauben können wir die Günz schon deutlich klar als Fluss bestaunen. Er mündet bei Günzburg dann in die große Donau.
Blicken wir ein paar Jahre zurück wird vielen die Günz vielleicht schon bekannt vorkommen.
Auch Extremwetterereignisse sorgen für mehr Renaturierungsvorhaben
Das Hochwasser im Juni 2024 sorgte für angespannte Situationen. Die Günz war deutlich höher und trat stellenweise aus ihren Flussbett aus.

Jedoch setzen sich schon seit mehr als 20 Jahren verschiedene Gemeinden, Verbände und Fachleuten für einen Schutz der Günz und eine erfolgreiche Renaturierung ein. Seit 2000 werden durch eine Stiftung mehrere Projekte realisiert.
Intensive landwirtschaftliche Nutzung kann nachhaltig schädlich sein
Nicht zuletzt ist die starke Landwirtschaft ein Grund, weshalb es baldmöglichst zu renaturierten Flächen kommen sollte.
Das Günztal bietet ein großes Artenreichtum und beherbergt sogar Pflanzen, die es nur in Bayern zu sehen gibt. In den höheren Quellbereichen wächst beispielsweise das bayrische Löffelkraut, welches besonders selten vorkommt. Darüber hinaus schmücken kleine Besonderheiten die Ufer.
So gibt es das Sumpfglanzkraut, der Schwalbenwurz-Enzian, das Schlanke-Wollgras oder die Trollblume, die nun jetzt mehr Schutz und Freiraum genießen können.
Eine Idylle für Wandersfreunde und Naturliebhaber
Ähnlich wie an anderen Flussufern im Süden können Wanderinnen und Wanderer Eisvögel, Prachtlibellen, Laufrösche und Weißstörche bewundern.
Das Günztal war bereits vor der Renaturierung ein beliebtes Ausflugsziel. Jetzt können Naturliebhaber aller Art im Tal noch mehr Natur und frisches Grün vorfinden.
Das Günztal bietet alles für Wochenendausflug oder Kurzurlaub
Abwechslungsreiche Wege und verwunschene Pfade sind für kleine Spaziergänge oder Wanderungen gut geeignet. Auch Tourenradfahrerinnen und Radfahrer kommen an der Günz auf ihre Kosten.
Eines, der beliebtesten Ausflugziele ist unumstritten, das Geotop „Teufelsküche“ mit malerischen Felsabbrüchen und die Schlossmühle Liebenthann.
Artikelreferenz
Allgäuer Zeitung. (2026). Vom Quellgebiet bis zur Donau: So prägt das längste Bachsystem Bayerns die Natur und Tierwelt.