Wer länger schläft, kann mehr Leistung bringen – stimmt das wirklich?

Eine neue Studie der Universität Zürich hat sich mit der Frage beschäftigt wie viel Schlaf junge Menschen und vor allem junge Erwachsene wirklich benötigen. Nicht die Dauer des Schlafs ist entscheidend, sondern vielmehr der Zeitpunkt.

Besonders junge Menschen benötigen mehr Schlaf in den Morgenstunden
Besonders junge Menschen benötigen mehr Schlaf in den Morgenstunden

In anderen Ländern ist es längst Alltag, dass besonders Schülerinnen und Schüler im jugendlichen Alter nicht mehr früh morgens in der Schule erscheinen müssen.

Ein späterer Beginn kommt dem Biorhythmus entgegen

Dort verschiebt sich der Unterrichtsbeginn oder der Studiumsbeginn schon auf 08.30 Uhr oder später. Das Forschungsteam der Universität Zürich hat nun festgestellt, dass die Heranwachsenden und jungen Erwachsenen gar nicht wirklich viel Einfluss auf ihr Schlafverhalten haben.

Der biologische Rhythmus schiebt sich immer weiter in die Nacht hinein, sodass ein frühes Einschlafen biologisch nicht mehr so einfach möglich ist.

„Das ist bedenklich, denn chronischer Schlafmangel betrifft nicht nur das Wohlbefinden, er hat auch messbare Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, körperliche Entwicklung und Lernfähigkeit“, sagt Oskar Jenni von der Universität Zürich

Ein Projekt im Kanton St. Gallen macht zudem deutlich, dass die Schülerinnen und Schüler deutlich besser mit einem späteren Unterrichtsbeginn klar kommen konnten.

Ein Projekt in St.Gallen zeigt eine deutlich positive Wirkung

In der Oberstufe galten dort drei verschiedene Modelle für den Unterrichtsbeginn. Schülerinnen und Schüler konnten so den Start am Morgen selbst bestimmen: entweder freiwillig um 07:30 Uhr oder erst ab 8:30 Uhr.

Die Gesundheit und das Wohlbefinden werden deutlich gesteigert
Die Gesundheit und das Wohlbefinden werden deutlich gesteigert

Die Auswertung des Projekts zeigt, dass über 95 Prozent den späteren Unterrichtstart bevorzugten. Es wurde ebenfalls messbar, dass die Schülerinnen und Schüler weniger über Einschlafprobleme klagten und insgesamt eine bessere Lebensqualität angaben.

Auch psychische Beeinträchtigungen können vermindert werden

Ebenso kann ein späterer Beginn auch psychoaffektive Beschwerden vermindern, die besonders im jungen Erwachsenenalter auftreten. Dies sind beispielsweise Traurigkeit, Müdigkeit, Ängstlichkeit, schlechte Laune, Nervosität oder Einschlafschwierigkeiten.

„Ein späterer Unterrichtsbeginn am Morgen kann also ein wichtiger Beitrag zur Bewältigung der aktuellen Mental-Health-Krise bei Schülerinnen und Schülern sein“, ergänzt Co-Letztautor Reto Huber

Auch ein Forschungsteam aus Neuseeland macht deutlich, dass Schlaf ein wichtiger Faktor für das Wohlbefinden und der Gesundheit jüngerer Generationen ist.

So hatten junge Erwachsene, die mindestens acht Stunden schliefen ein deutlich besseres Wohlbefinden, eine positivere Grundstimmung und mehr Energie. Besonders im Zusammenhang mit Sport und gesunder Ernährung hatten die jungen Erwachsene eine stabile und psychisch gesunde Lebensweise.

Quellenhinweise

Albrecht, Joëlle N. et al. (2026). The Power of Flexible School Start Times. Journal of Adolescent Health, Volume 0, Issue 0.

Cooper JR, Turner RS, Conner TS (2025). From surviving to thriving: How sleep, physical activity, and diet shape well-being in young adults. PLOS ONE 20(8): e0329689.