Wärmespeicher Ozeane

Nicht nur die Nord- und Ostsee waren 2025 von starker Erwärmung der Wassertemperatur geprägt, sondern auch ein Großteil der Weltmeere insgesamt. Unsere Ozeane nehmen einen Großteil der zunehmenden Wärme auf und fungieren als Klimapuffer. So speicherten sie im Jahr 2025 so viel Energie, wie die gesamte Welt in 37 Jahren verbraucht.

DIe Veränderungen der Meerestemperaturen ist gewaltig!

Die unverändert hohen CO2-Emissionen durch fossile Verbrennung sorgen für höhere Temperaturen. Die entstehende Wärmeenergie verbleibt allerdings nicht in der Atmosphäre, sondern wird zu einem immensen Teil von den Meeren der Erde aufgenommen.

In einer neuen Studie, die ich am Ende des Artikels verlinkt habe, kam ein internationales Forschungsteam zu dem Ergebnis, dass die Ozeane im Vorjahr 23 Zettajoule an Wärmeenergie aufnahmen.

Diese Menge, die in Joule ausgedrückt 21 Nullen trägt, ist für Nicht-Wissenschaftler nur schwer vorstellbar. Das Forschungsteam hat daher berechnet, dass diese Energie etwa dem globalen Energiekonsum für 37 Jahre entspricht, und zwar ausgehend vom Energieniveau auf der Welt im Jahr 2023.

Die tägliche Sonneneinstrahlung auf unseren Planeten beträgt ca. 15 Zettajoule. Allerdings kommt nur die Hälfte davon an der Oberfläche der Erde an. Der andere Teil in wird wieder ins All reflektiert.

Klimawandel-Indikator

Mehr als 31 Forschungseinrichtungen trugen zu der Analyse bei. Ein Kernsatz der Studie lautet

Mehrere Datensätze weisen übereinstimmend auf eine Erwärmung der Ozeane hin

Die Aussage bezieht sich auf die oberen 2000 Meter der Ozeane, die den größten Teil der Wärme absorbieren. Seit Beginn moderner Aufzeichnungen Mitte der 1950er-Jahre zählt 2025 für mehr als die Hälfte der globalen Meeresfläche zu einem der fünf wärmsten Jahre. Das gilt etwa für das Mittelmeer, den südlichen Atlantik und den nördlichen Indischen Ozean. Aber: nicht alle Regionen heizen sich gleich schnell auf.

Da die atmosphärischen Treibhausgase Rekordwerte erreicht haben und die Ozeane mehr als 90 Prozent der durch diese Gase gespeicherten überschüssigen Wärme absorbieren, spielt der thermische Zustand des Ozeans eine wichtige Rolle bei der Beeinflussung globaler und regionaler Klimaauswirkungen

schreiben die Studienautoren.

Wann die Ozeane an ihre Kapazitätsgrenze kommen und die Erhitzung nicht mehr kompensieren können, ist unklar – ebenso, was in diesem Fall geschehen würde.

Keine Trendumkehr

Die Folgen der erhitzten Ozeane sind vielfältig. Warmes Wasser dehnt sich stärker aus, was bedeutet, dass der Meeresspiegel steigt, unabhängig vom - und zusätzlich zum schmelzenden polaren Eis. Bis Ende des Jahrhunderts gehen Ozeanologen von einem Pegelanstieg um rund 70 Zentimeter aus. Die Vergleichsbasis ist der Zeitraum 1995 bis 2014.

Ist es erst einmal warm, kühlt es nicht so schnell wieder ab. Das Ergebnis sind Hitzewellen im Meer, mit denen viele Organismen nicht zurechtkommen. Auch die Landtemperaturen werden durch warme Ozeane beeinflusst. Hitzewellen werden verlängert und extremes Wetter wird intensiviert.

Die Forscher erwähnen in der Studie als Beispiele die verheerende Sturzflut im US-Bundesstaat Texas vom Juli 2025 oder Sturzfluten in Westafrika als Beispiele für extreme Wetterereignisse im vergangenen Jahr. Zudem habe der Westen und Süden Europas unter einer Hitzeglocke mit Temperaturen bis zu 48 Grad Celsius und zahlreichen Flächenbränden zu leiden gehabt.

Mittelmeer und Nord-Atlantik: Sauerstoffmangel und Versalzung

2025 lag die globale Meeresoberflächentemperatur 0,49 Grad über dem Durchschnitt des Zeitraums 1981 bis 2010. Wie beim Wärmeinhalt sind auch die Oberflächentemperaturen regional unterschiedlich verteilt. So überstiegen sie im Nordwest-Pazifik teilweise um mehr als drei Grad den langjährigen Mittelwert. Im Nord-Atlantik und im Mittelmeer waren es mit bis zu 1,5 Grad über dem Mittel ebenfalls mehr als im weltweiten Durchschnitt.

Der Nord-Atlantik und das Mittelmeer sind laut Studie zudem mit dem Klimawandel zusammenhängende Hotspots der Versalzung, des Sauerstoffmangels und der Versauerung. Dies zeige einen tiefgreifenden, komplexen Zustandswandel im Nordatlantik und im Mittelmeer, der deren Ökosysteme und die darin lebenden Organismen fragiler mache, heißt es in der Studie.

Da die Treibhausgasemissionen nicht sinken, ist keine Trendumkehr abzusehen - und damit keine Stabilisierung der Temperaturen. Diese Tatsache betrifft sowohl die Wassertemperaturen als auch die Lufttemperatur.

Die größte Unsicherheit in Bezug auf das Klima besteht darin, wie sich die Menschen entscheiden zu handeln

heißt es in einer Aussendung der Chinesischen Akademie der Wissenschaften zur Studie.Weiter heißt es dort:

Gemeinsam können wir Emissionen reduzieren, uns besser auf bevorstehende Veränderungen vorbereiten und dazu beitragen, ein zukünftiges Klima zu sichern, in dem Menschen gut leben können.

Wissenschaft warnt - Politik ignoriert

Wir als Gesellschaft befinden uns in einem Dilemma. Renommierte Wissenschaftler auf der ganzen Welt weisen permanent auf die Klimaveränderungen und ihre Folgen hin, wie dies auch in dieser Studie erfolgt ist.

Die Reaktionen des überwiegenden Teils der Weltpolitik fallen dagegen durch weitgehende Ignoranz der Ergebnisse derartiger Studien auf.

Die USA lehnen bekannterweise die Klimawissenschaft als große Lüge unserer Zeit komplett ab.

Der daraus entstehende Ablauf ähnelt einer Pokerpartie mit unserer aller Zukunft als Spieleinsatz und drei möglichen Ergebnissen:

  • Die Position der USA erweist sich als die Richtige und die komplette Klimawissenschaft hat uns seit 1972 mit Schauermärchen überschüttet. Die fossile Industrie wird zum strahlenden Gewinner der Diskussion zur angeblichen Klimaerhitzung.
  • Der technologische Fortschritt sorgt dafür, dass wir in den kommenden 5-10 Jahren die Erderwärmung trotz weiter steigender Treibhausgasemissionen beherrschen können, zum Beispiel durch Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre (CDR-Theorie). Diese Position entspricht der aktuellen Vorgehensweise Europas, unter der Führung des komplett und kompromisslos wirtschaftsgläubigen Deutschland
  • Die Wissenschaft hat recht - und wenige Staaten sind den Meinungen gefolgt, zum Beispiel durch komplette Dekarbonisierung. Da sich aber die CO2-Emissionen dadurch nicht entscheidend reduzieren, laufen wir auf die prognostizierten 2,5- 3 Grad Celsius Erderhitzung bis 2100 zu. Mit allen damit verbundenen Folgen, speziell für ärmere Länder oder Länder in klimatisch auch heute schon stark betroffenen Gebieten
Eine vierte Option soll nicht unerwähnt bleiben: die Klimafolgen verstärken sich in den kommenden 2-3 Jahren in einem solchen Maße, dass weder die USA, noch Russland und andere Petrostaaten, noch die technologiegläubige EU, inklusive Deutschland, an den Tatsachen vorbeisehen kann.

Dies würde eine massive Investition in eine weltweite Dekarbonisierung bedeuten, an deren Ende eine sehr deutliche Reduzierung der Treibhausgasemissionen stünde.

Die Erderwärmung könnte aufgehalten werden, und bis zum Ende dieses Jahrhunderts würde eine allmähliche Abkühlung erfolgen, um damit wieder den Pfad von 1,2 bis 1,5 Grad Erwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu erreichen.

Nach Meinung der Klimawissenschaft würde dadurch das Überleben der Menschheit gesichert werden.

Link zur Studie

Studie : Ocean Heat Content Sets Another Record in 2025