Erschreckende Ergebnisse aus England: Vier von zehn Erwachsenen haben Hitzewarnungen ignoriert und sich nicht geschützt

Die Hitzewellen in Europa haben nicht nur in Deutschland und den Nachbarländern für Rekordtemperaturen gesorgt. Auch in Großbritannien kam es zu vielen Waldbränden und extremen Temperaturen. Die Bevölkerung wurde über nationale Warnsysteme informiert.

Die Hitzeperiode diesen Sommer hat zu einer Extrembelastung der Rettungsdienste und Notfallversorgung geführt
Die Hitzeperiode diesen Sommer hat zu einer Extrembelastung der Rettungsdienste und Notfallversorgung geführt

Eine Studie des Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit der UN-Universität hat Umfragen ausgewertet und ermittelt, wie die Hitzewarnungen das Verhalten der Engländerinnen und Engländern verändert haben.

Nationale Hitzewarnungen schaffen kein Verständnis

Viele Menschen haben mittlerweile Zugang zu nationalen Warnsystemen, die vor extremen Wetter wie Gewitter, Starkregen, Sturm und Hitze warnen.

Die Umfrageergebnisse zeigen auf, dass sieben von zehn Personen bereits Hitzewarnung erhalten haben. Von diesen Personen unternahmen rund 41 Prozent nichts, um sich zu schützen. Am häufigsten wurde die geringe Aktion damit begründet, dass sie sich selbst nicht als gefährdet ansahen.

Hitze wird nicht als gefährlich wahrgenommen

Jedoch erkannten Einige auch nicht, worum es bei der Warnung ging. Sie waren unsicher, was sie jetzt machen sollten, und konnten die Warnungen nur schwer verstehen.

Warnungen vor Hitze wurden in England nicht direkt mit der Gefahr für die eigene Gesundheit verbunden
Warnungen vor Hitze wurden in England nicht direkt mit der Gefahr für die eigene Gesundheit verbunden

Weitere Ergebnisse machten schnell klar, dass nur 18 Prozent der Britinnen und Briten wirklich die Warnungen vor Hitze wahrgenommen und ihr Verhalten gegebenenfalls anpassen konnten.

Unzureichende Informationen der nationalen Behörden

Rund 30 Prozent der befragten Personen konnten tatsächlich nicht handeln, da sie kein Hintergrundwissen zum Verhalten in starken Hitzeperioden hatten.

„Die Menschen ignorieren diese Warnungen nicht, weil es ihnen egal ist. Hitze wird immer noch als gutes Wetter betrachtet oder als etwas, das nur sehr alte und sehr kranke Menschen betrifft. Solange sich das nicht ändert, können wir noch so perfekte Warnungen versenden und werden kaum etwas bewirken.“, sagte Dr. Mehri Khosravi, wissenschaftliche Mitarbeiterin am UNU-INWEH

Weitere 30 Prozent hatten nur eine geringe Möglichkeit eine Wetterwarnung zu empfangen und zu verstehen.

Das Warnsystem funktioniert ähnlich wie in anderen europäischen Ländern und stützt sich stark auf digitale Möglichkeiten.

Digitale Kanäle erreichen nicht alle Menschen gleich gut

Auf den Online-Kanälen lassen sich die Informationen schnell verbreiten. Jedoch lösen sie bei älteren Erwachsene Misstrauen aus.

Sie gaben an die sozialen Medien nicht als vertrauenswürdige Quelle bei Warnungen wie Hitzeschutzinformationen wahrzunehmen. Nicht zuletzt ist auffallend, dass selbst die Verantwortlichen einräumten, dass das Informationssystem nicht auf die breite Öffentlichkeit ausgelegt sei.

Artikelreferenz

United Nations University. (2026). UK Heatwave: Four in Ten Adults in England Take No Action to Protect Themselves in Response to Heat Alerts, UN Publication Warns.