Weltweit leiden junge Menschen vor allem unter Hitzewellen bestätigt eine australische Studie

Während in Europa die aktuelle Dürreperiode und Hitze dauerhaft präsent sind, bereiten sich die Länder wie Australien und Neuseeland noch auf den extremen Sommer vor, der noch vor ihnen liegt.

Kinder und Jugendliche haben ein höheres Risiko für psychische Erkrankungen und leiden besonders in Hitzeperioden
Kinder und Jugendliche haben ein höheres Risiko für psychische Erkrankungen und leiden besonders in Hitzeperioden

Eine neue globale Übersichtsstudie des Flinders University in Adelaide und der University of Canberra in Australien zeigen deutlich, dass die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen unter Wetterextremen leidet.

El Niño wird auch dort für intensive Temperaturen sorgen

„Es gibt eine Reihe von Gründen, warum Kinder anfälliger für Klimaveränderungen sind, die mit sozialen und entwicklungsbezogenen Stressfaktoren zusammenhängen, darunter fallen insbesondere Beeinträchtigungen bei Aktivitäten im Freien, in der Schule und bei Freizeitaktivitäten.“, sagt Jacqueline Stephens, außerordentliche Professorin am Health and Medical Research Institute

Insgesamt wurden 23 Studien ausgewertet. Das Forschungsteam legte einen Fokus auf den Zusammenhang zwischen Temperatur, Hitzewellen und psychischer Gesundheit. So sind Kinder und Jugendliche im Alter von fünf bis 18 Jahren besonders gefährdet.

Psychische Erkrankungen werden häufiger

Das Risiko für psychische Erkrankungen und Gesundheitsprobleme steigt in dem Zeitraum von Hitzewellen auf 25 Prozent sowie bei höheren Temperaturen im Allgemeinen um 1,5 Prozent.

Die Hitze raubt auch Kindern und Jugendlichen den Schlaf
Die Hitze raubt auch Kindern und Jugendlichen den Schlaf

Einen klaren Zusammenhang sehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern schon bei den Belastungen der heißen und tropische Nächte und der mentalen Gesundheit. Die Schlafstörungen beeinflussen direkt die Entwicklungen der jungen Menschen und haben Auswirkungen beispielsweise auf die emotionale Regulierung, Konfliktanfälligkeit und Sensibilität.

Schlafmangel und heiße Nächte beeinflussen die psychische Entwicklung

Die schulischen Leistungen sind in Hitzewellen ebenso deutlich schlechter und sorgen so beispielsweise für noch mehr Stress und familiäre Konflikte.

„Die Pubertät ist zudem eine sensible Phase für die Entwicklung der psychischen Gesundheit, was die Anfälligkeit gegenüber extremer Hitze erhöhen kann.“, ergänzt Stephens

Die extremen Wetterlagen und insbesondere die Hitze führen bei Kindern und Jugendliche zu instabilen Verhältnissen. Sie benötigen deutlich mehr Schutz und Handlungsmöglichkeiten als Erwachsene.

So stellt das Forschungsteam ebenfalls einen deutlichen Zusammenhang zwischen Hitzewellen und dem Anstieg von jungen Patientinnen und Patienten in den Notaufnahmen, von Angstzuständen und Depressionen sowie von Suizidversuchen her.

Mehr Kinder- und Jugendschutz fordern die Wissenschaftler

Das Forschungsteam fordert eindringlich weltweit die Klassenzimmer herunterzukühlen, die Unterrichtsformen zu verändern, bessere Belüftungsmöglichkeiten und schattige Außenbereiche einzurichten.

Weitere Forschungen sollen dann festhalten, ob die psychische Gesundheit der jungen Menschen wieder besser wird.

Artikelreferenz

International Journal of Epidemiology. (2026). First global synthesis of heat-related mental health impacts in children and young people: a systematic review and meta-analysis.