Eine interaktive Karte ermöglicht Gletschern beim Schrumpfen zuzusehen
Eine neue interaktive Karte wurde von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Virje Universiteit Brüssel und der ETH Zürich entwickelt. Die Daten der Karte beruhen auf Studienergebnissen der letzten Jahre.

Internationale Forscherteams machen immer wieder deutlich, dass durch die globale Klimaerwärmung die Gletscher in den Bergen weltweit stark bedroht sind.
Gletscher schmelzen immer schneller
Die interaktive Karte zeigt es nun mehr als deutlich. So soll die Karte nochmals die Bedrohung durch den Klimawandel hervorheben und zugleich Bürgerinnen und Bürgern sowie Verantwortlichen vor Ort, die Möglichkeit geben, sich auf die Veränderungen einzustellen.
Das Jahr 2026 ist erneut ein besonders schlechtes Jahr für die Gletscher in den europäischen Alpen und auch weltweit. Neben der Gletscherschmelze sind vor allem Lawinen und Geröllabrutsche ein großes Problem und eine Gefahr für die Bergregionen.
Der Klimawandel ist eine der Hauptursache für die Gletscherschmelze
Immer wieder ist es eine Kombination aus geringen Schneemengen im Winter und starken Hitzewellen im Sommer, die zu erheblichem Eisverlust führen.

Beispielsweise ist der schweizerische Gletscher bei Saint-Luc in diesem August offiziell als erloschen erklärt worden. Dieses offizielle Abschmelzen deckt sich tatsächlich mit den Daten und Erkenntnissen aus der Wissenschaft.
Hier gab es eine Prognose für den Bella-Tola-Gletscher, die ein Verschwinden in den Jahren 2026 – 2029 für möglich hielt.
Wissenschaftliche Vorhersagen decken sich mit der Realität
Bei einer globalen Erwärmung um +1,5 Grad Celsius werden weltweit wahrscheinlich um die 2.000 Gletscher pro Jahr zum Zeitpunkt des „Peak Glacier Extinction“ verschwinden. Bei einer Erwärmung von +4 °C würde sich diese Zahl in etwa verdoppeln.
Bis 2100 könnte so bei einer Erwärmung um +1,5 °C fast die Hälfte der heutigen Gletscher jedoch erhalten bleiben.
Nicht alle Gletscher werden verschwinden
Hinter diesen globalen Zahlen verbergen sich starke regionale Unterschiede: In den europäischen Alpen könnten bei einer Erwärmung um +2,7 Grad Celsius nur noch rund 110 Gletscher die Hitze überstehen.
Artikelreferenz
Van Tricht, L., Zekollari, H., Huss, M. et al. (2026). Peak glacier extinction in the mid-twenty-first century. Nat. Clim. Chang. 16, 143–147.
Vrije Universiteit Brussels. (2026). When will your glacier disappear? From projections to reality.