Urlaub in Sachsen: Warum die historische Stadt an der Elbe als Reiseziel unterschätzt wird

Deutschlands ältestes Schloss, Europas älteste Porzellanmanufaktur und eine reizvolle Altstadt zwischen Weinbergen und Wasser: Meißen hat weit mehr zu bieten als sein berühmtes „weiße Gold".

Schmuckstück an der Elbe: Die Altstadt mit der Albrechtsburg. Foto: Pixabay
Schmuckstück an der Elbe: Die Altstadt mit der Albrechtsburg. Foto: Pixabay

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen eng beieinander, doch die Stadt ist alles andere als ein Freilichtmuseum. Über den Gassen erhebt sich der Burgberg mit Albrechtsburg und Dom, unten fließt die Elbe vorbei, an den Hängen wachsen Reben.

Dazwischen: Bürgerhäuser, kleine Plätze, Innenhöfe und Treppen und immer wieder neue Perspektiven auf die Altstadt und den Fluss.

Für einen ersten Eindruck reicht ein Tag. Wer auch Museen, Porzellantradition und das Weinland rund um die Stadt kennenlernen möchte, bleibt ein ganzes Wochenende.

Durch romantische Gassen zum Marktplatz

Am besten beginnt man den Rundgang mitten in der Altstadt. Kopfsteinpflaster führt durch enge Gassen zum Marktplatz, an dem das spätgotische Rathaus, die Frauenkirche und historische Bürgerhäuser stehen.

Sehenswert sind auch die Details: verzierte Portale, kleine Höfe, Brunnen und steile Treppen zum Burgberg.

In der Frauenkirche hängt ein ungewöhnliches Stück Meißner Stadtgeschichte: Zur vollen Stunde erklingen im Turm Porzellanglocken. Wer die 193 Stufen hinaufsteigt, erreicht außerdem eine Aussichtsplattform mit weitem Blick über Elbe, Altstadt und Weinberge.

Alles gesehen? Elbe und Elbland lassen sich bei einem Bootsausflug erkunden. Foto: Pixabay
Alles gesehen? Elbe und Elbland lassen sich bei einem Bootsausflug erkunden. Foto: Pixabay

Noch höher liegen Albrechtsburg und Dom. Die Burg gilt als Deutschlands ältestes Schloss. Der spätgotische Bau entstand ab dem späten 15. Jahrhundert als schmucker Herrschaftssitz und wurde später zum Produktionsort für Porzellan.

Heute lassen sich hier Gewölbe und Wandmalereien bewundern. Ein Aufzug ermöglicht den Zugang zum Burgberg auch ohne den steilen Fußweg.

Wo einst Porzellan entstand - und wo es heute gefertigt wird

Die Geschichte des berühmten Porzellans gehört untrennbar zu Meißen. 1710 wurde hier die erste europäische Porzellanmanufaktur gegründet. Die Produktion befindet sich heute nicht mehr auf der Albrechtsburg, sondern im Besucherbereich der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meissen.

Meißen ist weltweit für sein Porzellan bekannt. Foto: Pixabay
Meißen ist weltweit für sein Porzellan bekannt. Foto: Pixabay

In der Schauwerkstatt lässt sich beobachten, wie aus dem weißen Material kunstvoll bemalte Stücke entstehen. Dabei zeigt sich, wie viel Handarbeit hinter dem berühmten Namen steckt.

Von der Geschichte bis zur Gestaltung der Gegenwart zieht sich das Leitmotiv Porzellan quer durch die Stadt.

Weinberge über der Elbe, Weinstuben in der Stadt

Ebenso wichtig ist der Wein. Die Hänge an der Elbe gehören zum sächsischen Weinbaugebiet; angebaut werden unter anderem Müller-Thurgau, Riesling und Weißburgunder. In den Weinstuben der Stadt lässt sich der Wein verkosten.

Heute kein Wein? Die Meissner Schwerter Privatbrauerei gehört zu den ältesten noch bestehenden Privatbrauereien Sachsens und braut bis heute Biere unter der Marke Meissner Schwerter.

Klein genug für einen entspannten Städtetrip

Meißen lässt sich gut zu Fuß erkunden und eignet sich deshalb auch für einen Ausflug oder Kurzurlaub ohne Auto. Von Dresden ist die Stadt mit der S-Bahn in etwa 30 Minuten erreichbar, von Leipzig dauert die Zugfahrt rund anderthalb Stunden.

Artikelreferenz

Dariusch Rimkus. Weinberge, verwinkelte Gassen, beeindruckendes Schloss: Diese Stadt an der Elbe ist perfekt für deinen nächsten Städtetrip.