Bringt eine Speicherung von CO₂ im Boden tatsächlich etwas gegen den Klimawandel? In Deutschland gibt es Zweifel

Für den Klimaschutz werden immer wieder Geoengineering-Projekte erprobt. Diese Maßnahmen greifen bewusst in die Umwelt oder unser Klima ein und sollen so die Klimaerwärmung verzögern. Seit letztem November ist die Speicherung von Kohlenstoffdioxid erlaubt.

Nicht alle Maßnahmen zum Klimaschutz können wirklich langfristig helfen. Carbon Capture birgt Risiken.
Nicht alle Maßnahmen zum Klimaschutz können wirklich langfristig helfen. Carbon Capture birgt Risiken.

Durch Carbon Capture oder Carbon Storage soll das CO₂ nicht mehr unkontrolliert in die Atmosphäre gelangen, sondern beispielsweise im Meeresboden eingelagert sein.

Deutsche Wissenschaftler sind nicht überzeugt

Doch der renommierte Klima- und Ozeanforscher Prof. Mojib Latif vom GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel sieht diese Geoengineering Maßnahmen sehr kritisch.

Mojib Latif sieht den Klimaschutz in erster Linie als eine Herausforderung, die weltweit gelöst werden muss. Er macht darauf aufmerksam, dass wir in vielen Ländern ein sogenanntes Rollback erleben und die Emissionen trotz des vielen Wissens über die Klimakrise immer weiter steigen.

Eine Abkehr von fossilen Energien

Latif fordert bereits seit Jahren eine komplette Abkehr von fossilen Energieträgern.

„Wir erleben den Klimawandel immer häufiger. Wetterextreme wie Dürre, Hitze oder Starkregen sind von kurzer Natur. Unser Hirn speichert sie somit im Kurzzeitgedächtnis ab. Es ist ein Missverständnis, dass wir mir kleinen Korrekturen den Klimawandel aufhalten können.“, so Mojib Latif.

So ist Latif ein entschiedener Gegner von Carbon Capture. Diese Projekte im Bereich des Geoengineering seien nur eine Verzögerung des eigentlichen Handels.

Die Notwendigkeit zum Handeln würde sich verschieben. Es würden Milliarden ausgegeben, um ein wenig zu verändern und um an den Nutzung der fossilen Brennstoffe festzuhalten.

Besonders Hitzeperioden setzen dem Menschen und der Natur sehr zu.
Besonders Hitzeperioden setzen dem Menschen und der Natur sehr zu.

Ebenso sind Carbon Capture oder Storage Initiativen noch nicht abschließend bewertet. Es gibt viele Studien, die in der Theorie solche Projekte funktionieren lassen. Die Risiken sind noch nicht geklärt.

Eine Förderung der Erneuerbaren Energie rückt in Deutschland aktuell weiter in den Hintergrund. Dabei lässt sich weltweit beobachten, dass die Erneuerbaren Energien immer mehr Anteil an der Versorgung haben. So wurde beispielsweise in Amerika mehr Energie aus erneuerbaren Energieträgern gewonnen als aus Kohlekraftwerken.

„Es macht keinen Sinn die Technologien von Gestern am Leben zu halten. Da wäre ich doch eher dafür die saubere Energie zu fördern. Man muss doch subventionieren, was in die Zukunft gerichtet ist und nicht was in die Vergangenheit gerichtet ist.", erläutert Mojib Latif.

Schlussendlich plädiert Latif für eine europäische Energiesicherheit. In Zeiten von Krieg und Ölkrisen sei es wichtig nach einer europäischen Lösung zu suchen.

In Europa könnten die Erneuerbaren Energien organisiert, flächendeckend umgesetzt und gefördert werden. So würde sich Europa langfristig nicht mehr von anderen Großmächten abhängig machen.

Quellenhinweis

GEO.de (2026). Klimarettung oder Ablenkung? Mojib Latif bezieht Stellung. Carbon Capture and Storage. Nachhaltigkeit. Natur.

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