Wetter-Blockaden-Lage: Frankreich und Spanien glühen bei 44°C, Deutschland steuert auf die nächsten 40°C Gluttage zu
Europa verbleibt unter den Einfluss einer mächtigen Blockadelage die sich großräumig erstrecken wird. Frankreich drohen laut ICON bis zu 44 Grad, während auch Deutschland auf extreme Hitze, Trockenheit und steigende Waldbrandgefahr zusteuert.

Über Europa hat sich eine außergewöhnlich stabile Wetterlage festgesetzt. Ein kräftiger Höhenrücken reicht von Nordafrika über Iberien und Frankreich bis weit nach Westeuropa. Gleichzeitig liegen Höhentiefs westlich der Iberischen Halbinsel sowie über Osteuropa. Und das sind die atmosphärischen Zutaten einer Blockadenlage, die sämtliche zyklonale Einflussnahmen unterbindet.
Die Folge: Regengebiete werden an der Blockade vorbeigeführt, während sich die eingeschlossene Luftmasse immer weiter aufheizt. Unter diesem Heat Dome oder unter dieser Wärmeglocke kommt die Atmosphäre dabei kaum noch in Bewegung.
ICON berechnet bis zu 44 Grad in Frankreich
Besonders eindrucksvoll fällt der Blick auf Frankteich. Das deutsche Wettermodell ICON simuliert für den kommenden Donnerstag regional Temperaturen bis zu 44 Grad. Vor allem im Süden und Südwesten des Landes zeichnet sich damit eine außergewöhnliche Hitzebelastung ab.
Verantwortlich dafür ist nicht nur die intensive Sonneneinstrahlung:
- Das Geopotenzial in rund 5500 Metern Höhe steigt weiter an.
- Der Höhenrücken kräftigt sich und sorgt für großräumiges Absinken der Luft.
- Dabei erwärmt und trocknet sich die Luft zusätzlich.
- Wolkenbildung wird unterdrückt, die Sonne kann den Boden nahezu ungehindert aufheizen.
- Die Hitze wird dadurch regelrecht konserviert und von Tag zu Tag weiter verstärkt.
Auch Spanien gerät in die 44-Grad-Zone
Die extremen Modellwerte beschränken sich jedoch nicht auf Frankreich. Das amerikanische GFS-Modell berechnet für Mittwoch auch im Südosten Spaniens, insbesondere im Raum Murcia und im angrenzenden Hinterland der südöstlichen Mittelmeerküste, erneut Temperaturen bis etwa 44 Grad.
Außergewöhnlich hohe 44 Grad Werte tauchen in den Modellkarten zudem im Umfeld der Pyrenäen und Andorras auf. Dort hängt die tatsächlich erreichbare Temperatur stark von Höhenlage, Talposition und lokaler Durchmischung ab. Die Berechnungen machen dennoch deutlich, wie weit sich die extrem aufgeheizte Luftmasse nach Norden ausdehnt.
Damit entsteht eine ausgeprägte Hitzeachse von Südostspanien über Frankreich bis an den Rand Mitteleuropas.
Die heißeste Luft konzentriert sich zwar zunächst westlich und südwestlich von Deutschland, doch der Höhenrücken und dessen Strömumg transportiert liefert immer wieder Nachschub dieser glutheißen Luftmasse in Richtung Oberrhein.
Trockenheit und Wind verschärfen die Lage
Mit den steigenden Temperaturen wächst auch die Waldbrandgefahr. Viele Regionen Portugals, Frankreichs und Spaniens leiden bereits unter ausgeprägter Trockenheit. Die Vegetation verliert weiter Feuchtigkeit und wird zunehmend leicht entzündlich.
Problematisch ist zudem der Wind. Böen können Funken und Glutpartikel über größere Entfernungen transportieren und bestehende Brände rasch ausweiten.
Gleichzeitig erschweren hohe Temperaturen, Rauchentwicklung und Wind die Arbeit der Einsatzkräfte erheblich. Die Kombination aus extremer Hitze, Trockenheit und Wind gilt als besonders kritisch.
️ Las tormentas cobrarán intensidad durante 12 horas en estas zonas del interior peninsular.
— Meteored España (@MeteoredES) July 10, 2026
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Deutschland bekommt die nächste Hitzewelle
Auch Deutschland gerät zunehmend unter den Einfluss der heißen Luftmassen. In rund 1500 Metern Höhe steigen die Temperaturen im Südwesten auf etwa 20 Grad, während im Nordosten weiterhin deutlich gemäßigtere Luft liegt.
Am Boden zeigt sich dadurch ein markanter Temperaturkontrast. Während an den Küsten häufig nur 22 bis 27 Grad erreicht werden, steigen die Temperaturen im Süden und Westen bereits am Wochenende verbreitet über die 30-Grad-Marke.
Zu Beginn der neuen Woche nimmt die Hitze weiter zu. Im Rheingraben werden bis zu 38 Grad erreicht. Für Donnerstag zeigen einzelne Modellläufe sogar Werte nahe 40 Grad. Besonders betroffen sind dabei die klassischen Hitze-Hotspots entlang des Oberrheins.
Die Trockenheit bleibt das große Problem
Bis weit in die kommende Woche hinein bleibt die Blockadelage bestehen. Nennenswerter Regen ist vielerorts nicht in Sicht.
Die Böden trocknen weiter aus, Flüsse führen teilweise weniger Wasser und die Waldbrandgefahr steigt erneut an.
Erst zur Wochenmitte nimmt die Wahrscheinlichkeit für einzelne Hitzegewitter langsam zu. Diese können lokal kräftigen Starkregen bringen, ändern an der großräumigen Trockenheit jedoch kaum etwas.
Europa bleibt damit vorerst auf der heißen Seite der Wetterkarte. Während Frankreich und Spanien mit Modellwerten bis 44 Grad konfrontiert werden, steuert auch Deutschland auf die nächste markante Hitzewelle des Sommers zu.