Wintertraum Alpen: Droht nach dem Neuschnee das große Tauwetter? - Meteorologe: "Es wird wieder markant wärmer"

Nach den Weihnachtsferien haben endlich auch die Alpen eine ordentliche Portion Neuschnee erhalten und präsentierten sich am Wochenende als wahren Wintertraum. Jetzt wird es aber deutlich milder. Droht dem Schnee damit wieder der Graus?

Winterwonderland
Ein wahres "Winterwonderland" gab es am Wochenende in den Alpen (Foto: Markus Köss, 11.01.26 in Warth am Arlberg)

Die Weihnachtsferien waren in den Alpen zwar oft knackig kalt, Schnee war aber nur sehr wenig vorhanden. Nur dank des enormen Einsatzes von Schneekanonen konnte der Skibetrieb in den meisten Skigebieten aufrecht erhalten werden. Jetzt hat es aber auch in den (Nord-) Alpen endlich kräftig geschneit und sorgten am Sonntag mit der Sonne für ein wahres "Winterwonderland".

Am meisten Neuschnee fiel in den klassischen Staulagen des Allgäus, im Kleinwalsertal und rund um den Arlberg im österreichischen Vorarlberg. Hier fielen innerhalb von gut 24 Stunden teilweise über einen halben Meter Neuschnee. Oberstdorf (806m) meldete am Sonntagmorgen (11.01.26, 7 Uhr) eine Schneehöhe von 46 Zentimetern.

Minus 18°C und 46 cm Schnee in Oberstdorf

Noch mehr Schnee gab es im Kleinwalsertal in Mittelberg (1215m) mit 63 cm und rund um den Arlberg wie in Schröcken (1244m), Warth und Lech auf etwa 1400 Metern mit 60-80 cm. Auf den Bergen liegt natürlich noch mehr Schnee, auf dem Nebelhorn (2075m) im Allgäu liegen 114 cm und auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze (2956m), 130 cm der weißen Pracht. In den Hochlagen herrscht große Lawinengefahr!

Dazu war es trotz der Sonne am Sonntag teilweise bitterkalt, die Temperaturen lagen auf 2000 Metern unter -10 Grad. Eisig wurde auch nochmal die Nacht zu Montag (11.01.26), als bei zumindest anfangs klarem Himmel die Werte verbreitet auf -10° bis -15°C sanken, Oberstdorf meldetet schon zu Mitternacht den Tiefstwert von minus 18,3°C.

Mit der eisigen Kälte ist es jetzt aber vorbei, denn schon am Montagfrüh erreichte eine markante Warmfont die Alpen und sorgte zunächst noch für etwas Neuschnee. Dahinter setzt sich jetzt von Westen deutlich mildere Luft durch und die Schneefallgrenze steigt teilweise auf 1600 bis 1700 Meter, am östlichen bayerischen Alpenland ist in Tallagen noch Eisregen möglich.

Am Dienstag und Mittwoch nimmt der Hochdruckeinfluss schon wieder zu und neben einigen Wolkenfeldern scheint zeitweise die Sonne. Dabei wird es sehr mild bei 3 bis 9 Grad, selbst auf 2000 Meter wird es bis +5°C. Nachts gibt es in Tallagen aber noch häufig leichten Frost.

Leicht föhnig und zu mild

Am Donnerstag kann es zunächst noch ein wenig Regen geben, oberhalb 1000 Meter auch Schneefall. Im Tagesverlauf setzt sich aber schnell wieder die Sonne durch bei 0 bis 6°C, auf den Bergen kühlt es vorübergehend ab. Am Freitag und am Wochenende wird es zeitweise sonnig und leicht föhnig. Dadurch bleibt es mild bei 3 bis 7 Grad in Tallagen, mit Föhn stellenweise bis zu +10°C. Nachts wird es in Tallagen aber häufig leichten Frost geben.

Damit wird es in tiefen und mittleren Lagen zu Tauwetter kommen, besonders betroffen werden die Regionen sein, in denen es föhnig wird und der Wind etwas stärker ist. In den Hochlagen sollte die Schneelage weiterhin gut bleiben, dabei bitte auf die aktuelle Lawinenlage achten. In geschützten Alpentälern hält sich das Tauwetter auch in Grenzen, denn bei dem Hochdruckwetter gibt es noch verbreitet Nachtfrost und auch tagsüber werden nur einige Plusgrade erreicht werden.