Wetterforscher Habermehl sicher: "Dagegen war die erste Kältewelle nur ein Waisenknabe" - Extremfrost droht Ende Januar

Extreme Kälte, Dauerfrost und eine steile Ostlage: Neue Modellrechnungen zeigen ein mögliches Winterszenario, das selbst erfahrene Meteorologen aufhorchen lässt.


In den aktuellen Wettermodellen deutet sich ein Szenario an, das selbst für mitteleuropäische Winterverhältnisse außergewöhnlich wäre. Gegenüber der ersten Kältewelle dieses Winters erscheint das nun Berechnete fast wie ein Waisenknabe.

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Mehrere Modellläufe zeigen rund um den 20. Januar eine markante Umstellung der Großwetterlage, die Deutschland in eine Phase anhaltender und außergewöhnlicher Kälte führen könnte. Noch handelt es sich um Prognosen, doch die Signale sind auffällig konsistent. Besonders brisant ist, dass diese Entwicklung nicht nur kurzzeitig angelegt wäre, sondern sich bis in den Februar hinein festsetzen könnte. Damit bekäme der Winter ein ganz anderes Gesicht als bislang.

Temperaturen auf extremem Niveau

Sollte sich dieses Szenario durchsetzen, wären Temperaturen auf einem Niveau zu erwarten, das in Deutschland nur selten erreicht wird. Die Modelle berechnen nächtliche Tiefstwerte von minus 20 Grad, lokal sogar bis zu minus 25 Grad. Selbst tagsüber käme die Luft kaum zur Erwärmung, mit Höchstwerten zwischen minus 3 und minus 9 Grad.


Entscheidend ist dabei weniger der einzelne Extremwert als vielmehr die Dauer der Kälte. Eine mehrtägige Phase ohne Taupunkt würde Boden, Vegetation und Infrastruktur massiv belasten. Selbst Regionen, die sonst vergleichsweise mild bleiben, könnten in den Dauerfrost geraten.

Steile Ostlage bringt arktische Luft

Meteorologisch wäre die Ursache klar: Eine steile Ostlage mit direkter Zufuhr kontinentaler Kaltluft aus Osteuropa und Russland. In der Fachsprache spricht man von einem klassischen „Beat from the East“, bei dem der sonst mildernde Atlantikeinfluss vollständig abgeschnitten ist. Hochdruckgebiete über Nordeuropa und Skandinavien würden wie ein Block wirken. Die Kaltluft könnte ungehindert nach Mitteleuropa strömen, ohne auf nennenswerte Gegenwehr zu treffen. Solche Lagen sind bekannt für ihre Beständigkeit und ihre Fähigkeit, sich über viele Tage zu halten.

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Das "Beast from the East" könnte in der letzten Januardekade voll zuschlagen.

Viel Hochdruck, wenig Schnee

So paradox es klingt: Trotz der extremen Kälte wäre Schnee nicht zwangsläufig flächendeckend ein Thema. Die Modelle deuten eher auf eine hochdruckdominierte Wetterlage hin, die meist trocken verläuft. Schnee würde sich dann auf einzelne Regionen beschränken, etwa wenn sich kleine Höhentiefs oder Störungen durchsetzen.

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Friert bald die Ostsee komplett zu? Aus Osten drohen massive Kaltluftmassen.

Diese könnten lokal Schneewolken „einschmuggeln“, während große Teile des Landes unter klarem Himmel und strenger Kälte liegen. Gerade diese Kombination aus trockenem Hochdruckwetter und Frost kann die Kälte zusätzlich verschärfen.

Sieben bis zehn Tage Dauerfrost

Besonders auffällig ist die mögliche Länge der Kältephase. Mehrere Rechnungen zeigen 7 bis 10 Tage durchgehenden Dauerfrost in weiten Teilen Deutschlands. Das wäre die intensivste und längste Kältewelle seit vielen Jahren. Auswirkungen wären in nahezu allen Bereichen spürbar: steigender Energiebedarf, Belastungen für Verkehr und Versorgung sowie eine erhöhte Gefahr von Frostschäden. Auch die Luftqualität könnte leiden, da sich Schadstoffe unter Hochdrucklagen schlechter verteilen.

Gefrorene Gewässer und ein offenes Winterfinale

Bei anhaltender Kälte dieses Ausmaßes könnten Flüsse, Seen und kleinere Gewässer zufrieren. Regional wären sogar Eisbildungen in der Ostsee und möglicherweise in geschützten Bereichen der Nordsee denkbar. Solche Entwicklungen sind selten, aber historisch belegt. Der Winter scheint damit noch lange nicht am Ende zu sein. Im Gegenteil: Er könnte erst jetzt zeigen, wozu er in der Lage ist. Ob es tatsächlich so kommt, bleibt abzuwarten – doch das Potenzial für ein außergewöhnliches Winterkapitel ist klar vorhanden.