Waldbrand im Hohen Venn: Regen bremst die Flammen – doch jetzt wird der Wind zur neuen Gefahr
Die Erde brennt bis in eine Tiefe von acht Metern! Brennende Torfschichten und Flammen bis in die 15 Meter hohen Wipfel der Fichten machen den Brand im Nordosten des Hohen Venns weiterhin unkontrollierbar. Trotz der Schneisen, die Einsatzkräfte in der Nacht geschlagen haben, droht sich die Situation wieder dramatisch zu verschärfen. Der entscheidende Gefahrentreiber ist jetzt der Wind!

Im Hohen Venn auf belgischer Seite, nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze bei Monschau entfernt, kämpfen seit Tagen rund 500 Feuerwehrleute gegen den verheerenden Waldbrand. Der inzwischen gefallene Regen bringt dringend benötigte Unterstützung und hat die Lage zumindest etwas entspannt. Gelöscht ist das Feuer aber längst nicht.
Besonders die tief im Boden sitzenden Torfbrände und die brennenden Fichten machen die Löscharbeiten extrem schwierig. In der Nacht haben die Einsatzkräfte weitere Schneisen geschlagen, um eine Ausbreitung der Flammen zu verhindern.
Der Wind wird heute zum gefährlichen Verbündeten des Feuers
Die Luft kommt heute zunehmend aus südwestlichen bis westlichen Richtungen – und genau das könnte die Löscharbeiten im Hohen Venn zusätzlich erschweren. In höheren Lagen sind Böen zwischen 50 und 60 km/h möglich, exponiert kann der Wind sogar um 65 km/h erreichen.
Denn Wind und Feuer sind eine gefährliche Kombination. Je kräftiger die Luft strömt, desto stärker wird das Feuer mit Sauerstoff versorgt und desto schneller können sich die Flammen in Windrichtung vorarbeiten. Aus einer Brandfläche, die sich bei schwachem Wind noch vergleichsweise gleichmäßig ausbreitet, kann so eine langgezogene Feuerfront werden.
Und im Hohen Venn kommt ein weiterer Faktor hinzu: Das Gelände kann den Wind lokal umlenken, beschleunigen oder seine Richtung verändern. Für die Einsatzkräfte zählt deshalb nicht nur, wie stark es heute weht. Entscheidend ist auch, aus welcher Richtung die Böen kommen – denn damit kann sich plötzlich auch die Richtung ändern, in die sich das Feuer weiter vorarbeitet.
Doch es gibt auch Hoffnung: Neuer Regen erreicht das Waldbrandgebiet
Während der Wind die Löscharbeiten erschweren kann, kommt ausgerechnet von einer anderen Wetterseite Unterstützung. Heute ziehen wieder Regengebiete über Deutschland hinweg – und auch die Eifel und das Umfeld des Hohen Venns können davon etwas abbekommen. Jeder zusätzliche Niederschlag ist dort willkommen, auch wenn Regen allein die tief im Torfboden sitzenden Brandherde natürlich nicht schlagartig löschen kann.
Über Deutschland verteilt fällt der Regen allerdings sehr unterschiedlich aus. Während manche Regionen nur wenig Wasser abbekommen, können im Südosten 10 bis 20 Liter pro Quadratmeter, örtlich auch mehr zusammenkommen. Dazu präsentiert sich der Dienstag ausgesprochen gemäßigt: Unter dichten Wolken werden meist nur 18 bis 24 Grad erreicht. Dort, wo sich die Sonne länger durchsetzt, sind dagegen noch einmal bis zu 28 Grad möglich.
Mittwoch wird Deutschland regelrecht zweigeteilt
Der Temperaturunterschied bekommt am Mittwoch wieder eine völlig neue, bzw. altbekannte Dimension. Auf derselben Wetterkarte stehen dann im Süden Werte um 30 Grad Temperaturen von teilweise weniger als 20 Grad im äußersten Norden gegenüber, so wie es in diesem Sommer fast durchgehend der Fall war.
Dazwischen wird es meteorologisch besonders spannend. Denn die kühlere Luft schafft es nicht, die wärmere Luft einfach aus Deutschland herauszuschieben. Die Grenze zwischen beiden kommt nur langsam voran. So kann entlang dieser Grenze der Regen immer wieder nachlegen und teilweise auch kräftiger ausfallen.
Donnerstag bekommt die warme Luft wieder ordentlich Energie
Während die gemäßigtere Luft große Teile Deutschlands bestimmt, hält sich im Süden ein wesentlich wärmeres und feuchteres Gemisch. Bis zu 28 Grad sind am Donnerstag möglich – und diese Wärme bleibt nicht unbedingt friedlich.
Denn sobald die Luft ausreichend ins Steigen kommt, können sich wieder kräftige Gewitter entwickeln. Dann gehören Starkregen und Hagel zu den möglichen Begleiterscheinungen. Bei stärker organisierten Gewittern sind sogar schwere Sturmböen denkbar.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass Deutschland vor einer flächendeckenden Unwetterlage steht. Aber dort, wo sich ein kräftiges Gewitter entwickelt, kann es lokal durchaus unwetterartig werden.
#Großwetterlage
— Meteored Deutschland (@MeteoredDE) August 18, 2026
Isobaren: Tief Nora bestimmt das Wetter
️ Niederschlag: verbreitet Regen, gebietsweise schauerartig verstärkt
️ Schwerpunkt: im Südosten kräftigere Regenfälle, einzelne Gewitter nicht ausgeschlossen
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Zum Wochenende bleibt das Wetter auf der Kippe
Wie viel Wasser in der zweiten Wochenhälfte tatsächlich noch vom Himmel kommt, lässt sich derzeit nicht seriös prognostizieren. Vor allem Richtung Freitag wächst die Spannbreite der möglichen Entwicklung erheblich. Es gibt durchaus Szenarien für eine weitere sehr nasse Phase, genauso ist aber möglich, dass die ergiebigsten Niederschläge andere Regionen treffen.
Was sich dagegen durch die gesamte Woche zieht, ist der Abschied von der festgefahrenen Hitze und Trockenheit. Statt tagelang nahezu unveränderter Wetterkarten bekommen wir wieder Bewegung: mal Regen, mal Schauer und Gewitter, dazwischen trockenere Phasen und deutliche Temperaturunterschiede
Dementsprechend sind die Tiefdruck-Wetterbedingungen im Hohen Venn die Rettung: der Regen kann die Einsatzkräfte im Kampf gegen die tief sitzenden Brände und die lodernden Flammen unterstützen. Gleichzeitig bleibt ausgerechnet der Wind der Wetterparameter, der den Verlauf des Feuers entscheidend beeinflussen kann.
Artikelreferenz
Stadt Monschau. (17.8., 16:30 Uhr). Pressekonferenz zur aktuellen Lage im Hohen Venn Zusammenfassung der Pressekonferenz.
Euro-Waldbrand. (Abgerufen 18.08.2026). Einsatz im Waldbrand|Wind.