Unwetterlage mit Schneechaos und Schneeverwehungen im Norden - Meteorologe warnt: "Extremste Winterlage seit langem"

Das wird heftig werden für den Norden Deutschlands: Ein kräftiges Tief führt zu einem wahren Schneesturm mit starken Schneefällen, Sturm und meterhohen Schneeverwehungen. Wer kann, sollte in den betroffenen Gebieten möglichst zu Hause bleiben!

Schneechaos
Im Norden und Nordosten Deutschlands droht am Freitag ein wahres Schneechaos

Der Autor dieses Artikels ist normalerweise eher vorsichtig was Superlative angeht. In vielen Medien wird zu häufig schon der "Weltuntergang" bei verhältnismäßig harmlosen Wetterlagen verkündet. Was aber dem Norden und Nordosten Deutschlands jetzt droht, ist das wildeste Winterwetter seit langer Zeit.

Dabei werden genau die Regionen betroffen sein, die normalerweise nicht zu den großen Schneeregionen im Land gehören. Die Kombination aus kräftigem Schneefall mit einem stürmischen Ostwind bei eisigen Temperaturen machen die Lage dabei besonders brisant. Es drohen meterhohe Schneeverwehungen, die Straßen und Wege teilweise unpassierbar machen können.

Meterhohe Schneeverwehungen möglich

Dabei hat der Winter Deutschland schon seit einiger Zeit fest im Griff, etwa 95% der Fläche des Landes sind mit Schnee bedeckt. Es sind gerade die Schneehöhen im sonst nicht so vom Schnee verwöhnten Norden, die jetzt schon durchaus beeindruckend sind. Am Donnerstagmorgen (um 7 Uhr) wurden in Garding (Schleswig-Holstein) 38 cm, in Emden 17 cm und in Hamburg 13 cm Schnee gemessen, selbst auf den Nordseeinseln liegen verbreitet 10-20 cm Schnee.

Jetzt droht aber das große Schneechaos für weite Teile von Niedersachsen, für Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die gesamten ostdeutschen Bundesländer werden ebenfalls am Freitag von dem Schneetief beeinflusst werden. Während es im Südwesten und Westen Deutschlands am Freitag vorübergehend deutlich milder werden wird (Freiburg im Breisgau bei +10 Grad "welches Schneechaos?"), wird auf Straße und Schiene in der Nord- und Nordosthälfte des Landes bei Blizzard-ähnlichen Verhältnissen wahrscheinlich nicht mehr viel gehen.

Zum Berufsverkehr am Freitagmorgen dürfte ein großer Streifen von Niedersachsen über Bremen bis hin nach Thüringen und das westliche Sachsen-Anhalt und Sachsen von den stärksten Schneefällen betroffen sein. Mit dem kräftigen Wind drohen auch hier schon große Schneeverwehungen.

Tagsüber am Freitag zieht der kräftige Schneefall weiter nach Nordosten und selbst im Vorfeld der Niederschläge drohen heftige Schneeverwehungen durch den starken Oststurm, da ja schon verbreitet eine Schneedecke in diesen Regionen vorhanden ist.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat dementsprechend schon eine offizielle Unwetterwarnung vor STARKEN SCHNEEVERWEHUNGEN aufgrund der lockeren Schneedecke und des starken Windes für die Nordseeküste, Hamburg und weite Teile Schleswig-Holsteins ausgegeben. Bei Windgeschwindigkeiten von 60-80 km/h drohen Straßen, Wege und Schienen unpassierbar zu werden. Im Extremfall könnten einige Ortschaften auch von der Außenwelt vorübergehend abgeschnitten sein!

Unwetterwarnungen unbedingt beachten

Bitte unbedingt die Unwetterwarnungen des DWD laufend verfolgen und wenn möglich in den betroffenen Regionen am Freitag nicht das Haus verlassen! Zum Freitagabend kann die kalte Luft auch wieder den Westen Deutschlands erreichen, wo dann im Mittelgebirgsraum von der Eifel über das Bergische Land, Sauerland, Thüringer Wald bis zum Bayerischen Wald ebenfalls kräftige Schneefälle einsetzten können. Hier sind teilweise 10-30 Zentimeter Neuschnee möglich.

Am Samstag verlagert sich der Schneefall dann in die Südhälfte des Landes und insbesondere im Schwarzwald sind in höheren Lagen über einen halben Meter Neuschnee möglich. Aber auch sonst kann an den Alpen oder im Bayerischen Wald 10-30 cm Schnee fallen. In den Niederungen in Süddeutschlands liegen die Temperaturen noch leicht über dem Gefrierpunkt, während im Osten des Landes eisige -5 bis -10 Grad als Höchsttemperatur erwartet werden.