Experte: "Frühling im November" in Bayern und Baden-Württemberg - Folgt auf Rekordwärme der Absturz mit Eis und Schnee?

Frühlingsgefühle in Bayern und Baden-Württemberg: Rekordtemperaturen von über 20 Grad im November erinnern wenig an den nahenden Winter. Im Norden Deutschlands kündigt sich mit einer Luftmassengrenze jedoch ein Temperatursturz an, der später auch den Süden erreicht.

Frühling
Das Wetter erinnert in einigen Teilen Süddeutschlands eher an den Frühling als an den nahenden Winter

Der Schnee-Hype ist in vielen Medien ausgebrochen! Doch bevor die Wetterlage kippt, sieht die Realität erstmal ganz anders aus: Im Süden Deutschlands ist noch einmal der Frühling ausgebrochen mit Rekordtemperaturen von teilweise über 20 Grad. Extreme Wärme für November gibt es vor allem am Oberrhein, mit Föhn an den Alpen und oben auf den Bergen.

In der sehr warmen Luftmasse wurden dann auch am Donnerstag wieder einige Temperaturrekorde für den November gebrochen. Freiburg im Breisgau meldete schon um 12 Uhr mittags eine Temperatur von 22 Grad und auf dem Hohenpeißenberg (977m) auf knapp 1000 Metern Höhe wurden 21,0°C gemessen. Noch nie war es hier in der zweiten Monatsdekade (11.-20.11.) so warm. Der Hohenpeißenberg ist das älteste Bergobservatorium der Welt, 65 km südwestlich von München im Alpenvorland gelegen und erfasst seit dem Jahre 1781(!!) meteorologische Daten.

Rekordwärme am Alpenrand, kühl an der Donau

Insgesamt wurden am Donnerstag an über 20 Wetterstationen Dekadenrekorde für den November in Deutschland erreicht oder gebrochen, die überwiegende Zahl im Süden Deutschlands. Gleichzeitig gab es aber auch Ecken in Bayern und Baden-Württemberg, wo sich die sehr warme Luftmasse nicht bis zum Boden durchsetzten konnte. Diese lagen beispielsweise in Unterfranken, an der Donau und in Teilen Niederbayerns. Die Station in Regensburg meldete trotz Sonnenschein nur einen Höchstwert von 8 Grad.

Ähnlich wie am Vortag wird auch der Freitag sehr sonnig und teilweise wieder frühlingshaft warm werden. Teilweise könnten die Rekordtemperaturen vom Donnerstag erneut erreicht oder sogar gebrochen werden und besonders am südlichen Oberrheingraben, sowie am föhnigen Alpenrand sind Temperaturen von 20 bis 23 Grad möglich. Kälter wird es wieder in den klassischen Niederungen Bayerns bleiben, wie bspw. an der Donau oder in Teilen Niederbayerns, wo örtlich nur 10 Grad erreicht werden.

Am Wochenende wird es zwar leicht unbeständig und es kann auch mal etwas Regen geben, der Süden Deutschlands verbleibt aber weiterhin auf der milden Seite einer Luftmassengrenze, die über Norddeutschland liegt. Zwar wird es nicht mehr so warm wie an den Vortagen, es können aber immer noch Höchstwerte von 10 bis 15 Grad, am Oberrhein am Samstag auch bis 17 Grad, erreicht werden.

Am Montag erreicht die Kaltluft dann Bayern und Baden-Württemberg und zögerlich auch die Alpen. Bei wechselnder Bewölkung kann es zeitweise Regen oder einen Schauer geben, die Schneefallgrenze sinkt dabei von Norden her auf 600-1000 Meter. Die Höchsttemperaturen erreichen dann nur noch 5 Grad an den Alpen und bis 10 Grad am Oberrhein.

Nass-kalt, in den Bergen Schnee

Am Dienstag wird es unter Zwischenhocheinfluss zeitweise sonnig und trocken werden, aber in der eingeflossenen Polarluft nur 3 bis 7 Grad kühl, nachts dann häufig auch leichter Frost.

Ab Mittwoch bleibt es dann mit einer Troglage bei einer nordwestlichen Strömung mit zeitweiligen Niederschlägen, die oberhalb von 400-700 Metern auch als Schnee fallen können. Für Details ist es aber noch viel zu früh, denn von der genauen Ausrichtung des Troges hängt die genaue Wetterentwicklung ab. Insgesamt stehen die Zeichen auf nass-kalt in Bayern und Baden-Württemberg, die Berge und hier natürlich die Alpen, haben dabei die größten Chancen auf winterliches Wetter mit Schnee und Eis.