Experte erklärt: Der Lostag, der alles entscheidet, ist vorbei – was das jetzt wirklich für den weiteren Winter bedeutet

Maria Lichtmess ist vorbei und mit ihm einer der wichtigsten Lostage des Jahres, doch was verrät dieser Termin wirklich über Winterverlängerung, Kälte und den Start des Frühlings?
Maria Lichtmess (2. Februar) gilt seit Jahrhunderten als einer der entscheidenden Wendepunkte im Bauernjahr. Dieser Lostag markierte nicht nur kirchliche Rituale, sondern war vor allem ein Moment genauer Wetterbeobachtung. Bauern glaubten, dass sich um diesen Termin herum zeigt, ob der Winter seinen Höhepunkt überschritten hat oder ob er noch einmal Kraft sammelt.
Besonders wichtig war die Grundstimmung des Wetters: ruhig und freundlich oder unbeständig und winterlich. Aus dieser Beobachtung entstand die Idee, dass Lichtmess weniger ein Ende ankündigt, sondern vielmehr ein Charaktertest des Winters ist. Genau deshalb genießt dieser Tag bis heute eine besondere Aufmerksamkeit.
Warum gerade jetzt so genau hingeschaut wird
Dass Maria Lichtmess inzwischen vorbei ist, sorgt jedes Jahr für neue Diskussionen. Der Grund liegt darin, dass Anfang Februar klimatologisch oft eine Weichenstellung erfolgt. Die Tage werden länger, die Sonne gewinnt an Kraft, doch der Winter ist noch nicht geschlagen.
In vielen Jahren entscheidet sich jetzt, ob kalte Luftmassen noch einmal dominieren oder ob milde Phasen überwiegen. Die Bauernregel greift genau diesen Moment auf und übersetzt ihn in eine einfache Botschaft: Der Winter zeigt, ob er bleiben will. Gerade in Zeiten wechselhafter Winter wirkt diese Logik erstaunlich aktuell.
Die klassische Bauernregel und ihre Aussage
Eine der bekanntesten Aussagen lautet sinngemäß: Ist es an Lichtmess hell und ruhig, folgt oft noch eine längere Winterphase. Das klingt paradox, erklärt sich aber durch stabile Hochdrucklagen, die Kälte festhalten können. Umgekehrt gilt: Unruhe, Schnee oder Wind deuten auf einen geschwächten Winter hin. Wichtig ist dabei, dass die Regel keinen Dauerfrost verspricht.
Sie beschreibt vielmehr einen zähen Spätwinter, der sich mit Rückschlägen meldet. Genau diese Differenzierung macht den Lostag so spannend und unterscheidet ihn von simplen Winter-Ende-Mythen.
Moderne Meteorologie bestätigt alte Muster
Auch aus heutiger Sicht passt diese Denkweise erstaunlich gut. Der Spätwinter ist häufig geprägt von instabilen Wetterlagen, in denen sich milde und kalte Phasen abwechseln. Ein geschwächter, aber nicht völlig aufgelöster Winter kann noch einmal zuschlagen. Meteorologisch gesprochen bedeutet das: keine stabile Kälte, aber auch kein sicherer Frühling. Die Bauernregel fasst dieses komplexe Geschehen in einer einfachen Beobachtung zusammen, die bis heute ihre Gültigkeit behält.

Was das konkret für die nächsten Wochen heißt
Nach Maria Lichtmess ist nicht mit einem abrupten Winterende zu rechnen. Vielmehr spricht vieles für einen langsamen Übergang. Frostnächte, kurze Schneefälle und kalte Episoden bleiben möglich, selbst wenn tagsüber bereits mildere Temperaturen auftreten. Der Frühling tastet sich voran, wird aber immer wieder gebremst. Genau dieses Hin und Her prägt die Wochen nach Lichtmess und sorgt regelmäßig für Überraschungen im Wettergeschehen.
Ein Abschied auf Raten statt klarer Schnitt
Der wichtigste Punkt lautet daher: Der Lostag ist vorbei, aber der Winter noch nicht. Maria Lichtmess entscheidet nicht endgültig, sondern beschreibt den Charakter der kommenden Zeit. Der Winter verliert an Kraft, bleibt aber präsent. Spannung entsteht genau in dieser Übergangsphase, in der Kälte und Frühling miteinander ringen. Wer jetzt auf stabiles Wetter hofft, braucht Geduld. Der Abschied des Winters erfolgt schrittweise, nicht auf einen Schlag.