Meteorologe spricht von "Grenzwetterlage open end" - Zwischen Eiswinter und Frühlingsluft in Deutschland

Die Temperaturgegensätze in Deutschland sind enorm: Einem eisigen Nordosten steht ein fast schon vorfrühlingshafter Südwesten gegenüber. Die schon seit Wochen eingefahrene Grenzwetterlage will einfach nicht weichen und so findet der Kampf der Luftmassen weiterhin genau über Deutschland statt.

Der Winter hat die Nordosthälfte Deutschlands fest im Griff (Foto: Markus Köss)
Der Winter hat die Nordosthälfte Deutschlands fest im Griff (Foto: Markus Köss)

Am vergangenen Wochenende haben sich die Temperaturgegensätze in Deutschland noch weiter verschärft. Einem eisigen Nordosten mit Dauerfrost und zweistelligen Minusgraden in der Nacht stand ein milder und fast schon vorfrühlingshafter Westen und Südwesten entgegen.

Eindrucksvoll waren dabei auch die Temperaturunterschiede in der Nacht zum Montag: In Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern) sank das Thermometer auf eisige -12,1°C, während gleichzeitig in Freiburg im Breisgau eine Tiefsttemperatur von +4,5°C gemessen wurde. In weiten Teilen des Westens und Südwesten reichte es somit noch nicht einmal für Nachtfrost.

11 Grad in Freiburg, minus 8 Grad im Nordosten

Aber auch tagsüber blieben die großen Gegensätze im Land bestehen, so lag am Sonntag (01.02.26) die Höchsttemperatur in Freiburg bei sehr milden +11°C, während es nordöstlich der Elbe sogar mäßigen Dauerfrost bei Höchstwerten zwischen -5 und -8 Grad gab.

Der Kampf der Giganten zwischen den kräftigen Tiefdruckgebieten vom Atlantik und dem Eisblock-Hoch über Nordosteuropa setzt sich also fort und findet genau über Deutschland statt. Dabei besteht das Muster schon seit mehreren Wochen mal mehr und mal weniger stark ausgeprägt und findet sich auch in der Januarbilanz wieder.

Im Westen Deutschlands war der Januar 2026 im Vergleich zur internationalen Referenzperiode von 1961-1990 in etwa ausgeglichen oder sogar leicht "zu warm". Wärmster Ort im Land war Duisburg in NRW mit einer Durchschnittstemperatur von +3,1 Grad. Ganz anders verlief der Januar im Osten von Deutschland, wo er um bis zu 3 Grad kälter verlief als normal. Kältester Ort war hier Zinnwald-Georgenfeld (Sachsen) mit einem Temperaturmittel von -5,4°C.

Bei den Aussichten ist keine Trendumkehr dieser eingefahrenen Wetterlage zu erkennen. An der Grenze der beiden Luftmassen kann es dabei zu Schnee und Eisregen mit erhöhter Glättegefahr kommen, denn immer wieder versuchen Tiefausläufer aus Südwesten gegen das mächtige und eisige Hoch im Nordosten anzurennen.

Am Dienstag bleibt es im Nordosten Deutschlands bei einem Mix aus Wolken und Sonne meist trocken und kalt bei eisigem Ostwind mit maximal -7 bis -1 Grad. Sonst bringt eine Front aus Westen und Südwesten gebietsweise Regen, im Übergangsbereich zur Kaltluft auch Schneefall oder gefrierenden Regen. Dazu bis zu +11 Grad am Oberrhein und am Alpenrand, dazwischen 0 bis +8 Grad.

Kein Ende der großen Gegensätze in Sicht

Am Mittwoch und Donnerstag sollten es dann die atlantischen Tiefausläufer vorübergehend auch mal in den Norden und Osten des Landes schaffen können und führen hier zu zeitweiligen Schneefällen, im Osten ist auch wieder eine größere Eisregenlage möglich. Der Frost kann sich dann zwar auch hier abschwächen, meist liegen die Werte aber immer noch im Dauerfrostbereich und nur tagsüber könnte vereinzelt mal die 0 Grad-Grenze erreicht werden.

Ganz anders die Situation im Westen und Südwesten Deutschlands, wo insbesondere am Mittwoch mit viel Sonne am Rhein und westlich davon vorfrühlingshafte +12 Grad erreicht werden können. Während also zum Beispiel die Menschen in Aachen ihren Kaffee in der Sonne draußen genießen können, herrscht gleichzeitig in Hamburg tiefster Winter mit Schneefällen und Dauerfrost vor. Ein Ende dieser Grenzwetterlage ist am Wochenende und auch zu Beginn der nächsten Woche nicht in Sicht!