Gefrorenes Wasser wird zur Todesfalle! DRK und Wasserwacht warnen: Nur freigegebene Eisflächen betreten- Lebensgefahr!

Ein falscher Schritt, Sekunden bis zum Tod: DRK und Wasserwacht warnen eindringlich vor gefrorenen Seen. Warum Eis trügt, wann es trägt – und wie ein Winterspaß tödlich enden kann.

Gefahr auf dünnem Eis: Ein Mann bricht auf einem zugefrorenen See ein und wird von einem Helfer gerettet – eindrückliches Beispiel für die Warnungen von DRK und Wasserwacht.
Gefahr auf dünnem Eis: Ein Mann bricht auf einem zugefrorenen See ein und wird von einem Helfer gerettet – eindrückliches Beispiel für die Warnungen von DRK und Wasserwacht.

Frostige Temperaturen lassen aktuell in vielen Landesteilen Flüsse, Seen und Teiche zufrieren – und wecken bei Spaziergängern, Schlittschuhläufern oder Familien mit Kindern schnell die Versuchung, das Eis zu betreten. Doch genau davor warnen das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Wasserwacht eindringlich:

Nicht freigegebene Eisflächen sind hochgefährlich und können innerhalb von Sekunden zur tödlichen Falle werden.

Eis trägt oft weniger als gedacht

Nach Angaben des DRK wird die Tragfähigkeit von Eis häufig massiv unterschätzt. Stehende Gewässer gelten erst ab einer Eisdicke von mindestens 15 Zentimetern als vergleichsweise sicher, fließende Gewässer sogar erst ab etwa 20 Zentimetern.

Doch selbst diese Richtwerte bieten keine Garantie. Strömungen, Zuflüsse, Pflanzenbewuchs, schwankende Wasserstände oder eine isolierende Schneedecke können die Eisschicht lokal stark schwächen.

Besonders tückisch: Die Eisstärke kann sich auf wenigen Metern drastisch verändern.

Dunkle oder schwarze Stellen im Eis, verschneite Flächen oder Bereiche in Ufernähe gelten als eindeutige Warnsignale.

Einbruch ins Eis: Minuten entscheiden über Leben und Tod

Wer ins Eis einbricht, gerät in akute Lebensgefahr. Bei Wassertemperaturen um den Gefrierpunkt verliert der Körper innerhalb weniger Minuten an Kraft, Koordination und Bewusstsein. Ohne schnelle Hilfe droht Ertrinken durch Unterkühlung.

Andreas Paatz, Bundesleiter der DRK-Wasserwacht, warnt vor Leichtsinn:

Wer ein Knacken oder Knistern unter den Füßen hört oder Risse im Eis bemerkt, sollte sich sofort flach hinlegen, um das Gewicht zu verteilen, und sich langsam in Bauchlage zurück Richtung Ufer bewegen.

Richtiges Verhalten bei einem Eisunfall

Bricht eine Person ein, gilt:

  • Ruhe bewahren und sofort Hilfe rufen.
  • Der Notruf 112 sollte sofort abgesetzt werden.
  • Betroffene sollten die Arme ausbreiten, um ein Untertauchen zu verhindern, und das Eis in Richtung des eigenen Weges so lange abbrechen, bis tragfähiger Untergrund erreicht wird.
  • Anschließend sollte man sich flach auf die Eisoberfläche ziehen und kriechend ans Ufer bewegen.
  • Helferinnen und Helfer dürfen sich der Einbruchstelle niemals stehend nähern.
  • Stattdessen sollten sie vom sicheren Ufer aus Rettungsringe, Leinen, Schals oder Äste zuwerfen oder reichen.
  • Bei größerer Entfernung ist eine Sicherung mit Seil zwingend erforderlich.

Nach der Rettung zählt schnelle Erste Hilfe

Gerettete Personen müssen umgehend aus nasser Kleidung befreit, warm eingepackt und möglichst windgeschützt gelagert werden.

Ist die Person bewusstlos, aber atmet normal, wird sie in die stabile Seitenlage gebracht.

Bei Atem- oder Kreislaufstillstand ist sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung zu beginnen, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Prävention ist der beste Schutz

Die Wasserwacht Bayern betont, dass ihre ehrenamtlichen Einsatzkräfte rund um die Uhr für Eisrettungen bereitstehen – dennoch sei die beste Rettung die, die gar nicht erst nötig wird. Eisflächen sollten grundsätzlich nur betreten werden, wenn sie ausdrücklich von Behörden freigegeben sind. Warnschilder, Absperrungen und lokale Hinweise müssen ernst genommen werden – insbesondere zum Schutz von Kindern.

Quellen

Deutsches Rotes Kreuz (DRK): „Eisflächen betreten – Warnhinweise“

Bayerisches Rotes Kreuz, Wasserwacht Ostallgäu:
„Wasserwacht warnt: Vorsicht beim Betreten von Eisflächen!“