DWD-Experte warnt: "Polarwirbel vor Spaltung" – droht Deutschland der Winter-Schock?

Ein möglicher Polarwirbel-Umbruch versetzt Meteorologen in Alarmbereitschaft. Der DWD warnt vor drastischen Folgen für Europa – mit völlig offenem Ausgang.


Mitteleuropa erlebt derzeit eine Wetterlage, die trügerischer kaum sein könnte. Ein mächtiges Hochdruckgebiet über Nordeuropa blockiert den normalen Westwindfluss und spaltet Deutschland faktisch in zwei Klimazonen. Während im Südwesten frühlingshafte Temperaturen erreicht werden, verharrt der Nordosten in strenger Winterkälte.

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Nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienst ist diese ungewöhnliche Konstellation ein klares Warnsignal. Die Atmosphäre befindet sich in einer stabilen, aber angespannten Balance, die größere Umbrüche begünstigt. Genau solche Wetterlagen gelten als Nährboden für extreme Entwicklungen in höheren Luftschichten.

Der Jetstream schwächelt – Europa im meteorologischen Würgegriff

Ein zentrales Element dieser Lage ist der deutlich geschwächte Jetstream. Das Starkwindband, das normalerweise für den raschen Wetterwechsel sorgt, ist weit nach Süden abgedrängt. Atlantische Tiefdruckgebiete werden dadurch ausgebremst und weichen Richtung Mittelmeer aus.


Für Mitteleuropa bedeutet das: Stillstand statt Ausgleich. Der DWD warnt, dass diese fehlende Dynamik nicht harmlos ist. Sie kann dazu führen, dass sich extreme Luftmassen regelrecht festsetzen – mit drastischen Folgen, sobald das fragile Gleichgewicht kippt.

Alarmzeichen aus 30 Kilometern Höhe

Besonders brisant sind aktuelle Signale aus der Stratosphäre. In rund 30 Kilometern Höhe zeigen Modellrechnungen eine massive Abschwächung der Westwinde rund um den Nordpol. Einige Szenarien deuten sogar eine Umkehr der Windrichtung an – ein klassisches Vorzeichen für einen Polarwirbelsplit. Laut DWD-Experten Nico Bauer wäre dies ein markantes Ereignis, das die gesamte Zirkulation der Nordhalbkugel beeinflussen kann. Zwar spielt sich dieser Prozess hoch über unseren Köpfen ab, doch seine Wirkung reicht oft bis zum Boden.

Warum ein Polarwirbelsplit Europa erschüttern kann

Kommt es tatsächlich zur Aufspaltung des Polarwirbels, wird die kalte Polarluft nicht mehr gebündelt gehalten. Stattdessen kann sie ungehindert nach Süden ausbrechen. Der DWD betont jedoch: Nicht jeder Polarwirbelsplit führt automatisch zu einer Eiszeit.

Lage, Stärke und Dauer entscheiden über die Folgen. Besonders gefährlich wird es, wenn sich nach dem Split blockierende Hochdruckgebiete bilden, die arktische Kälte direkt nach Mitteleuropa lenken. In solchen Fällen steigt das Risiko für anhaltende Frostperioden und Schneechaos deutlich.

Grönland, Russland, Schnee – das explosive Gesamtpaket

Aktuelle Mittelfristprognosen zeigen ein hochkomplexes Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Einige Modelle simulieren ein starkes Hochdruckgebiet über Grönland – ein klassischer Auslöser für Kältewellen in Europa.

Gleichzeitig liegt über Eurasien eine außergewöhnlich ausgedehnte Schneedecke, die das sibirische Kältehoch stabilisiert. Diese Kombination kann den Atlantik blockieren und milde Luft fernhalten. Der DWD spricht in diesem Zusammenhang von einer erhöhten, aber keineswegs sicheren Wahrscheinlichkeit für markante Kälteeinbrüche.

DWD warnt vor falscher Sicherheit

Das Fazit der Experten fällt eindeutig aus: Entwarnung wäre verfrüht. Zwar ist ein extremer Wintereinbruch kein Selbstläufer, doch die atmosphärischen Voraussetzungen sind ungewöhnlich spannend. Der DWD mahnt, dass sich die Lage innerhalb weniger Tage grundlegend ändern kann.

Klar ist nur eines: Der mögliche Polarwirbelsplit bleibt ein meteorologischer Zündfunke, der Europa noch in diesem Winter überraschen könnte. Die kommenden Wochen entscheiden, ob aus der theoretischen Gefahr harte Realität wird.

Quellenhinweis:

Polarwirbel vor möglicher Aufspaltung – droht Mitteleuropa eine Kältephase?, Deutscher Wetterdienst, 2026