Studie verrät: Das sind die besten Bahnhöfe Europas - ist Deutschland dabei?

Ein neues Bahnhofs-Ranking zeigt, welche Anlaufstationen sich in Europa lohnen - und wo man besser nicht aussteigen sollte. Das Bittere: Deutschland schneidet dabei nur semi ab.

Deutschland landet bei der Bahhofs-Umfrage weiter hinten (Foto: Adobe Stock)

Wenn Reisende ankommen, sollte ein Bahnhof mehr sein als nur ein Ort des Übergangs: ein übersichtlicher Raum, ein Servicezentrum, ein Ort zum Durchatmen. Doch laut einer aktuellen europäischen Studie landen gleich drei deutsche Bahnhöfe am unteren Ende des Rankings. Untersucht wurden dabei die 50 verkehrsreichsten Bahnhöfe Europas. Die Ergebnisse sind ernüchternd: Der Dortmunder Hauptbahnhof belegt Platz 48, der Berliner Bahnhof Ostkreuz Rang 49 – und den unrühmlichen Schlusslichtplatz 50 nimmt der Bahnhof Berlin Gesundbrunnen ein.

Die ausschlaggebenden Kriterien beim Bahnhofs-Ranking

Was auf den ersten Blick als negatives Deutschland-Bild erscheint, zeigt bei genauerem Hinsehen strukturelle Defizite. Die Bewertung berücksichtigt nicht nur Pünktlichkeit und Zugverbindungen, sondern auch Serviceangebote, Wartebereiche, Barrierefreiheit, Shops und gastronomische Infrastruktur. Gerade hier liegen die genannten Stationen deutlich hinter vielen europäischen Konkurrenten. So bietet der Bahnhof Berlin Gesundbrunnen trotz hoher Passagierzahlen nur eine überschaubare Auswahl an Shops und Restaurants. Zudem sind durchschnittliche Wartezeiten lang und Verspätungen häufig. Auch Ostkreuz fehlt es an Basisangeboten wie Ticketschaltern, kostenlosem WLAN oder komfortablen Wartezonen.

Die Schweizer landen auf dem ersten Platz

Der Vergleich mit den Spitzenreitern im Ranking macht die Unterschiede besonders deutlich: Der Zürcher Hauptbahnhof in der Schweiz führt die Liste an und punktet mit kurzen Wartezeiten, hoher Pünktlichkeit und einem breiten Angebot an Serviceleistungen. Dahinter folgen unter anderem der Bahnhof Wroclaw Główny in Polen und der Berner Hauptbahnhof. Sie sind Beispiele für gelungene Kombination von Funktionalität und Aufenthaltsqualität.

Berlin und Leipzig gehören zu den Top-Bahnhöfen

Doch die Situation ist nicht ausschließlich dramatisch für Deutschland: Während einige Bahnhöfe im unteren Drittel landen, schaffen andere es in die Top-Ränge. Der Berliner Hauptbahnhof selbst zählt zu den besten zehn Bahnhöfen Europas, ebenso wie der Alexanderplatz in Berlin und der Leipziger Hauptbahnhof, der im Ranking vergleichsweise gut abschneidet.

Vielen deutschen Verkehrsknotenpunkten fehlt es an Modernität

Warum Deutschland beim Ranking trotzdem nur so semigut abschneidet? In vielen deutschen Verkehrsknotenpunkten fehlt es an modernen Einrichtungen, durchdachten Aufenthaltsbereichen oder ausreichenden Serviceangeboten. Aspekte, die im internationalen Vergleich stärker gewichtet werden. Zudem spielt die anhaltende Kritik an der Infrastruktur und Pünktlichkeit im deutschen Bahnnetz eine Rolle, die sich auch in Nutzererfahrungen widerspiegelt.