Temperaturgegensätze in Deutschland verschärfen sich - Meteorologe Köss: "Zwischen Eiswinter und lauem Lüftchen"
Das alte Wettermuster der großen Temperaturgegensätze in Deutschland bleibt bestehen bzw. wird sich noch verschärfen: Einem milden Südwesten steht ein eisiger Nordosten Deutschlands gegenüber. Im Übergangsbereich ist weiterhin Schnee und Eisregen mit großer Glättegefahr möglich.

Der Januar 2026 zeigt seit langer Zeit nochmal, wie ein "Winter, wie er früher einmal war" aussehen kann. Dabei ist dieser Winter zwar noch meilenweit entfernt von einem eisigen Winter früherer Zeiten, aber immerhin, ist es in einigen Regionen der kälteste Januar seit dem Jahr 2010.
Ein weiteres Muster ist in diesem Januar der Wetterkontrast zwischen dem eher milden Westen und Südwesten und dem kalten und teils eisigen Norden und Nordosten Deutschlands. Dabei verschiebt sich die Grenze zwischen kalt und mild immer mal wieder und führt in ihrem Übergangsbereich zu Schneefällen, aber auch zu gefährlichen Eisregenlagen.
30 Zentimeter Neuschnee in Franken
Das Tief LEONIE brachte dabei am Montag turbulentes Winterwetter in weiten Teilen von Deutschlands. Während zwischen Ostsachen über Berlin und Brandenburg bis nach Vorpommern eine markante Eisregenlage vorherrschte, gab es in einem breiten Streifen westlich davon von Süddeutschland bis in den hohen Norden teils kräftige Schneefälle mit 5 bis 20 cm, im Süden teilweise um oder sogar über 30cm Neuschnee . Ausgenommen war nur der äußerste Westen des Landes, wo keine oder kaum Niederschläge fielen.
Ein paar durchaus beeindruckende Schneehöhen von 20 Uhr aus drei fränkischen Städten, die normalerweise nicht zu den Hotspots gehören
— Markus Köss (@wetterkoess) January 26, 2026
Nürnberg 26 cm
Bamberg 23 cm
Würzburg 22 cm#Bayern
Beeindruckend waren dabei die Schneehöhen in weiten Teilen von Franken, gerade auch in den Städten, die sonst nicht gerade zu den Schnee-Hotspots in Bayern gehören. Am Montagabend (20 Uhr) meldete Nürnberg eine Schneehöhe von 26 cm, Bamberg 23 cm und in Würzburg lagen 22 cm der weißen Pracht. In vielen Teilen Frankens lagen dann am Dienstagmorgen zwischen 20 und über 30 Zentimeter Schnee.
In den kommenden Tagen bleiben die Temperaturgegensätze in Deutschland bestehen bzw. werden sich am kommenden Wochenende sogar noch verschärfen. Am Mittwoch ist es im Norden und Osten bei Werten um 0 Grad meist trocken, wenn auch überwiegend trüb. Sonst gibt es zeitweise Regen oder Schneeregen, in höheren Lagen und an der Grenze zur Kaltluft auch im Flachland Schneefall, örtlich auch Eisregen! Im Westen und Südwesten dazu mildere 2 bis 6 Grad plus.
Der Donnerstag bringt erneut viele Wolken und gebietsweise Niederschlag, in tiefen Lagen des Westens und Südwestens bei 2 bis 5 Grad Regen, sonst bei Werten um 0 Grad Schneefall. Nordöstlich der Elbe bleibt es meist trocken bei maximal 0 bis -2°C.
Eisiger Nordosten, lauer Südwesten
Am Freitag und am Wochenende geht das Gerangel zwischen der milden Luft aus Südwest und der eisigen Luft aus Osten genau über Deutschland weiter. Unsicher ist dabei aber noch, wie weit sich die Eisluft Richtung Südwesten durchsetzten kann und wo genau die Luftmassengrenze liegen wird.
Am Wochenende flutet wieder polare Kaltluft den Norden/Osten und so liegen die Temperaturen am Samstag bei -8 Grad entlang der Oder und bei +8 Grad entlang des Oberrheins. Zum Ablesen in die Länder/Kreise.
— Kachelmannwetter (@Kachelmannwettr) January 27, 2026
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Dabei wird der Westen und Südwesten immer wieder mal von den Tiefs über dem Atlantik gestreift und hier kann es zeit- und gebietsweise auch mal zu Regen kommen, Richtung Nordosten an der Grenze zur Kaltluft auch zu Schnee. Im Nordosten Deutschlands bleibt es bei einem Sonne-Wolken Mix dagegen meist trocken. Dafür wird es hier eisig kalt bei Höchstwerten von -5°C bis -8°C in Vorpommern und an der Oder und 0°C an der Nordseeküste. Nachts kann es her bis -10 Grad kalt werden. Ganz anders werden die Temperaturen im Westen und Südwesten, wo in dem "lauen Lüftchen" am Sonntag bis an die plus 10 Grad erreicht werden können.