40 Grad zum WM-Abend: Warum beim Spiel Deutschland gegen Ecuador heute Wasser wichtiger ist als Bier

Heute Abend trifft Deutschland im letzten Gruppenspiel auf Ecuador. Doch vor dem Anpfiff um 22 Uhr ächzt das Land unter Extremhitze bis 40 Grad. Was Fans jetzt beachten müssen.
Es ist angerichtet: Heute Abend um 22 Uhr läuft die deutsche Nationalmannschaft im MetLife Stadium in New York zum letzten Gruppenspiel gegen Ecuador auf. Das Achtelfinale hat die Elf von Julian Nagelsmann längst sicher, auch der Gruppensieg steht fest.
Trotzdem werden Millionen Fans vor den Bildschirmen sitzen, in den Biergärten, auf den Sofas und bei den großen Public-Viewing-Events. Doch der eigentliche Gegner an diesem Donnerstag steht gar nicht auf dem Rasen – er lauert draußen vor der Tür.
Bis zu 40 Grad – Deutschland glüht
Während es in New York zum Anpfiff angenehme 29 Grad hat, ächzt Deutschland unter einer Extremhitze, wie wir sie nur selten erleben. Im Norden werden heute 27 bis 33 Grad erreicht, im Rest des Landes klettern die Werte auf 34 bis 37 Grad.
Im Westen und Südwesten kratzt das Thermometer örtlich sogar an der 40-Grad-Marke. Verbreitet wird vor starker bis extremer Wärmebelastung gewarnt, und zwar nicht bloß heute: Die Belastung zieht sich bis weit ins Wochenende hinein.
Der späte Anpfiff ist ein Glück
Eine gute Nachricht steckt aber in der Uhrzeit. Weil in New York erst um 16 Uhr Ortszeit gespielt wird, rollt der Ball bei uns daheim erst um 22 Uhr. Bis dahin hat sich die heiße Luft schon ein Stück weit abgekühlt.
Wer das Spiel draußen verfolgt, sitzt also nicht mehr in der prallen Sonne, sondern in einer lauen Sommernacht. Trotzdem bleibt es vielerorts tropisch warm: In vielen Regionen sinken die Temperaturen kaum unter 24 Grad, nur im Nordosten wird es mit rund 14 Grad etwas frischer.
Wasser schlägt Bier
Genau hier lauert die größte Gefahr des Abends. Wer den ganzen Tag bei brüllender Hitze gegrillt und gefeiert hat und sich dann zum Anpfiff das kühle Bier gönnt, spielt mit seinem Körper Vabanque. Denn Alkohol entzieht dem Organismus zusätzlich wertvolles Wasser.

Mein Rat als Meteorologe ist deshalb ganz einfach: Auf jedes Bier gehört mindestens ein großes Glas Wasser. Trinken Sie über den ganzen Tag verteilt reichlich, am besten lange bevor der Durst überhaupt kommt. Wer das auf die leichte Schulter nimmt, riskiert Kreislaufprobleme, Kopfschmerzen und im schlimmsten Fall einen Hitzekollaps noch vor dem Abpfiff.
Gewitter Fehlanzeige – noch
Und das Gewitter, vor dem viele bange sind? Das bleibt heute komplett aus. Der Himmel zeigt sich verbreitet sonnig und knochentrocken, nur im Nordwesten und später im Bergland schieben sich ein paar harmlose Wölkchen ins Bild.
Richtig spannend wird es erst rund um den Siebenschläfer am 27. Juni. Dieser alte Lostag gilt seit Generationen als Weichensteller für die kommenden Wochen, und ausgerechnet dann könnten die ersten kräftigen Hitzegewitter auf den Plan treten. Heute Abend aber gilt: freie Sicht auf die große Leinwand.
Genießen ja, aber mit Köpfchen
Für den Fußball bedeutet das: Lehnen Sie sich zurück und drücken Sie der Nagelsmann-Elf die Daumen. Ein souveräner Sieg gegen Ecuador wäre der perfekte Schlusspunkt unter einer wirklich starken Vorrunde.
Aber vergessen Sie bei aller Euphorie eines nicht: Die Hitze ist der heimliche Gegner dieses Abends. Viel Wasser, ein schattiges Plätzchen am Nachmittag und ein kühler Kopf – dann wird dieser WM-Donnerstag für die ganze Familie zum Genuss. Und das eine Feierabendbier schmeckt danach umso besser.