Nach der Blüte ist vor dem Frühling: Was Gärtner jetzt tun müssen, damit Krokus, Tulpe und Co. jedes Jahr wiederkommen
Wenn Frühblüher verblüht sind, beginnt ihre wichtigste Phase. Wer jetzt richtig pflegt, sorgt dafür, dass Krokusse, Narzissen und Tulpen im nächsten Frühjahr noch üppiger erscheinen.

Kaum sind Krokusse, Schneeglöckchen oder Narzissen verblüht, juckt vielen Gartenbesitzern der Finger am Rasenmäher. Doch genau hier entscheidet sich, ob die Frühblüher im nächsten Jahr wiederkommen – oder langsam verschwinden.
Denn nach der Blüte beginnt für Zwiebelpflanzen eine entscheidende Regenerationsphase. Über ihre Blätter ziehen sie Nährstoffe ein und speichern sie in der Zwiebel für die nächste Saison. Wird das Laub zu früh abgeschnitten, fehlt diese Energie.
Warum das Laub bleiben muss
Auch wenn vergilbende Blätter wenig attraktiv wirken: Sie sind lebensnotwendig. Erst wenn das Laub vollständig verwelkt ist – meist fünf bis sechs Wochen nach der Blüte – haben die Zwiebeln ihre Reserven aufgefüllt. Wer früher eingreift, schwächt die Pflanzen dauerhaft.
Besonders im Rasen bedeutet das: Mähen ist erst erlaubt, wenn die Blätter von selbst zusammenfallen oder braun geworden sind.
Frühblüher im Rasen clever einplanen
Wer seinen Rasen regelmäßig kurz halten möchte, kann dennoch Frühblüher integrieren. Der Trick liegt in der Planung:
Diese lassen sich später einfach ummähen, während die Blätter ungestört einziehen können. So entsteht ein gepflegter Gesamteindruck, ohne die Pflanzen zu schädigen.
Nicht stören, nicht düngen, nicht graben
Nach der Blüte gilt für Zwiebelpflanzen das Prinzip: möglichst in Ruhe lassen. Hacken, Umgraben oder intensives Rechen schadet den unterirdischen Speicherorganen. Auch Dünger ist meist überflüssig – insbesondere auf Wiesen oder im Rasen, wo die Gräser ohnehin regelmäßig versorgt werden. Zu viele Nährstoffe fördern Blattwachstum, nicht aber die Blütenbildung.
Verwildern lassen: Weniger Arbeit, mehr Blüten
Viele Frühblüher sind darauf spezialisiert, sich selbst zu vermehren. Schneeglöckchen, Krokusse oder Wildtulpen bilden mit der Zeit Tochterzwiebeln und breiten sich langsam aus. Wer ihnen Platz lässt, wird mit dichten Blütenteppichen belohnt. Dieser Prozess braucht Geduld, funktioniert aber ganz ohne gärtnerisches Eingreifen.
Teilen nur bei Bedarf
Sind Horste nach einigen Jahren sehr dicht geworden oder lässt die Blüte nach, können sie geteilt werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist direkt nach der Blüte, solange das Laub noch grün ist.
Die Pflanzen werden vorsichtig ausgegraben, geteilt und an anderer Stelle wieder eingesetzt. So lässt sich der Bestand verjüngen und gleichzeitig vermehren.
Immer wieder faszinierend, wenn die Schneeglöckchen zu ihrer Zeit, egal wie unwirtlich das Wetter ist, nach dem Licht streben ... wie mit Pfeilspitzen durchbohren die zarten Blütenköpfchen selbst dicke Blattschichten ... pic.twitter.com/k5eQYLmN1x
— Gartenglück (@die_gritti) February 6, 2026
Mehr als Zierde: Ein Gewinn für Insekten
Spät gemähte Wiesen mit Frühblühern sind nicht nur schön, sondern auch ökologisch wertvoll. Sie bieten Hummeln und Wildbienen früh im Jahr Nahrung und Unterschlupf. Wer den Garten im Frühjahr bewusst etwas „ungeordneter“ lässt, unterstützt damit die Artenvielfalt.
Weniger Tun bringt mehr Blüten
Nach der Blüte entscheidet nicht Aktionismus, sondern Zurückhaltung über den Erfolg im nächsten Jahr. Wer Laub stehen lässt, den Rasen später mäht und Zwiebelpflanzen nicht stört, schafft die Grundlage für einen Garten, der sich jedes Frühjahr von selbst neu erfindet.