Europas verborgener Ozean: Die NASA-Mission auf der Suche nach Leben unter dem Eis des Jupiter

Beneath an immense shell of ice, Europa hides a global ocean. An incredible space mission is speeding through the solar system seeking to answer our greatest question: could it harbor extraterrestrial life?

Aufnahme von Europa, aufgenommen von JunoCam, der Kamera an Bord der NASA-Sonde Juno. Bildquelle: NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS.
Aufnahme von Europa, aufgenommen von JunoCam, der Kamera an Bord der NASA-Sonde Juno. Bildquelle: NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS.

Um zu verstehen, warum dieser Jupitermond Wissenschaftler so sehr fasziniert, müssen wir seine Eigenschaften kennen. Europa ist von der Größe her unserem Mond sehr ähnlich, doch seine innere Struktur birgt eine völlig andere und außergewöhnliche Realität.

Unter einer riesigen Oberflächenschicht, die vollständig aus gebrochenem Eis besteht, wurden eindeutige Hinweise auf die Existenz eines salzigen Ozeans gefunden. Tatsächlich könnte dieses globale unterirdische Meer mehr Wasser enthalten als alle Ozeane der Erde zusammen.

Die Astrobiologie, die Wissenschaft, die sich der Suche nach Leben im Universum widmet, geht davon aus, dass die Bewohnbarkeit vom Vorhandensein von flüssigem Wasser, essenziellen organischen Verbindungen und beständigen Energiequellen abhängt.

Dieser Mond scheint alle Voraussetzungen für die Astrobiologie genau zu erfüllen. Die Daten deuten darauf hin, dass die von Jupiter erzeugten Gravitationsschwingungen genügend innere Wärme liefern, um das Wasser über Millionen von Jahren hinweg in flüssiger Form zu halten.

Die Galileo-Sonde der NASA hat ammoniakhaltige Verbindungen auf der Oberfläche von Europa, einem Mond des Jupiter, entdeckt. Bildquelle: NASA/JPL-Caltech.
Die Galileo-Sonde der NASA hat ammoniakhaltige Verbindungen auf der Oberfläche von Europa, einem Mond des Jupiter, entdeckt. Bildquelle: NASA/JPL-Caltech.

Angesichts dieser Vielzahl an Möglichkeiten beschloss die NASA, Maßnahmen zu ergreifen, und so entstand eine beispiellose Weltraummission, die ausschließlich darauf ausgelegt war, diese ozeanische Umgebung direkt zu erforschen und herauszufinden, ob wir in unserer planetarischen Nachbarschaft allein sind.

Auf dem Weg zum Gasriesen

Diese technische Meisterleistung der NASA wurde im Oktober 2024 erfolgreich gestartet. Mit Hilfe einer leistungsstarken Rakete trat die riesige Sonde eine lange interplanetare Reise an, die fast sechs Jahre dauern wird, bevor sie schließlich die Umlaufbahn des Jupiter erreicht.

Dies ist das größte interplanetare Raumfahrzeug, das jemals für diesen Zweck gebaut wurde. Bei vollständig ausgefahrenen Sonnenkollektoren erreicht das Raumfahrzeug eine Länge, die mit einem kompletten Profi-Basketballfeld vergleichbar ist, und wiegt etwa sechs Tonnen.

Die „Europa Clipper“ ist das größte Raumfahrzeug, das die NASA jemals für eine Planetenmission gebaut hat. Bildquelle: NASA/JPL-Caltech.
Die „Europa Clipper“ ist das größte Raumfahrzeug, das die NASA jemals für eine Planetenmission gebaut hat. Bildquelle: NASA/JPL-Caltech.

Um die Reise zu überstehen, wird die Mission die Schwerkraft verschiedener Planeten als Antrieb nutzen. Sie wird mehrere Schwerkraftmanöver durchführen, indem sie sehr nah am Mars und später an der Erde vorbeifliegt, um so genügend Geschwindigkeit für ihr fernes und eisiges Ziel zu gewinnen.

Die Umgebungsbedingungen vor Ort werden aufgrund der starken Strahlung, die vom Jupiter ausgeht, äußerst widrig sein. Aus diesem Grund werden die empfindlichen elektronischen Instrumente in einem stark abgeschirmten Behälter aus dicken Titan- und Aluminiumlegierungen transportiert.

Modernste Technik an Bord

Da es sich um eine Langzeitmission handelt, wird die Sonde nicht direkt auf der vereisten Oberfläche landen. Stattdessen wird sie das Gebiet mehrmals überfliegen, wodurch die Risiken erheblich verringert werden, während sie aus der Luft Daten sammelt.

Bei jedem nahen Vorbeiflug wird ein Satz von 9 wissenschaftlichen Instrumenten gleichzeitig zum Einsatz kommen, und die Kameras werden die gesamte Oberfläche in extrem hoher Auflösung kartografieren, um geologische Spuren aufzudecken und nach möglichen jüngsten Wasserausbrüchen zu suchen, die ins Vakuum des Weltraums geschleudert wurden.

Eine wesentliche Komponente wird ein Radar sein, das speziell dafür entwickelt wurde, die tiefen Eisschichten zu durchdringen. Seine Signale werden von den tiefen Flüssigkeitsmassen zurückgeworfen, sodass Wissenschaftler die genaue Dicke der Kruste detailliert messen und unsere wissenschaftliche Hypothese bestätigen können.

Weitere Instrumente werden die chemische Zusammensetzung winziger Staubkörner und spärlicher Gase in der Atmosphäre analysieren. Sie werden als hochempfindliche robotergesteuerte „Nasen“ fungieren und alle organischen Substanzen aufspüren, die von Unterwasser-Kryovulkanen ausgestoßen werden, und so erstaunliche chemische Probenahmen ermöglichen, ohne dass Bohrungen erforderlich sind.

Ewiges Eis und Bewohnbarkeit

Es ist wichtig, einen grundlegenden Begriff zu klären: Diese Sonde wurde nicht dafür entwickelt, lebende Organismen zu finden. Ihr Hauptziel besteht ausschließlich darin, systematisch festzustellen, ob die richtigen chemischen und thermischen Bedingungen für deren Existenz gegeben sind.

Um die Bewohnbarkeit zu verstehen, muss man herausfinden, ob dieses riesige unterirdische Meer aktiv mit seiner gefrorenen Oberfläche interagiert. Wenn organische Stoffe auf den Meeresboden sinken oder Verbindungen aus dem Untergrund durch Risse aufsteigen, hätten wir es mit einer dynamischen Umgebung zu tun, die Leben ermöglichen könnte.

Die Oberflächenstrukturen, die wir heute sehen, sind Überreste eines thermischen Austauschs im Inneren. Die farbigen Bereiche weisen auf Salzablagerungen hin, die wahrscheinlich aus den Tiefen des Ozeans aufgestiegen sind, was zeigt, dass dieser Ozean von innen heraus aktiv ist.

Wenn das unerschrockene Raumschiff seine bemerkenswerte wissenschaftliche Arbeit rund um den Jupiter abgeschlossen hat, wird sich unser Verständnis vom Universum für immer verändert haben. Die eingehende Erforschung von Europa wird uns der Antwort auf die Frage einen Schritt näherbringen, ob wir unser Sonnensystem tatsächlich mit einer anderen Lebensform teilen.

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