Magisches Marrakesch: Beim Besuch dieser Stadt sollten Sie im Koffer Platz lassen

Im Frühling sind die Temperaturen angenehm, Souk und Altstadt lassen sich ohne Schweißausbrüche erkunden. Kunsthandwerk, Duftwolken, Farben und Formen betören dazu die Sinne und beflügeln die Kauflust.

Achtung, Reizüberflutung: Im Souk gerät Shopping leicht außer Kontrolle. Foto: Adobe Stock
Achtung, Reizüberflutung: Im Souk gerät Shopping leicht außer Kontrolle. Foto: Adobe Stock

Ziegenköpfe und halbe Schafe hängen an Haken. Stoffballen, farbenfrohe Türme aus Gewürzen, Büschel frischer Minze, Schnitzarbeiten, Handys und Ledertaschen stapeln sich auf Tischen vor handtuchbreiten Geschäften.

Mopeds und Eselskarren

In jenem Teil der Medina, in dem außer Händlern auch Handwerker tätig sind, bieten allein die Arbeitsbedingungen ein eindrucksvolles, wenn auch nicht sicherheitsgeprüftes Schauspiel: In der Gasse der Schmiede wird auf engem Raum mit glühenden Eisen hantiert, die Schuhmacher verkleben unter durchdringenden Dämpfen Lederteile. Die visuelle Reizüberflutung wird vom Knattern der Mopeds und die Rufe der Eselskarrenlenker untermalt.

Keine Frage: Der Souk ist ein Universum für sich. Jede Wegbiegung, jeder kleine Stand lässt Reisende reflexartig zum Smartphone greifen, um ein Foto zu machen – ein ganz und gar unzureichender Versuch, sich diese eigenartige, wie aus einem anderen Zeitalter gefallene Welt zueigen zu machen.

Dabei lässt man Besucher entspannt gewähren. „Bonjour“, tönt es freundlich und recht unverbindlich hinter Teppichen und Gewürzen hervor. Gelegentlich wird das Verkaufsbemühen beharrlicher. Viel Überzeugungskraft ist in aber nicht nötig, denn der Anblick von Taschen, Schmuck, Lampen, Körben, Wohn-Accessoires und Gewürzsäckchen steigert zuverlässig die Kauflust.

Romantische Riads mit Patio und Dachterrasse

Streifzüge zwischen dem Souk und dem zentralen Platz Djemaa el Fna führen immer wieder zu prachtvollen historischen Riads, von denen viele als Boutique-Hotels, Cafés oder Restaurants mit Innenhof und Dachterrasse öffentlich zugänglich sind.

Wenn sich am Abend die Dämmerung über den Djemaa el Fna senkt, es in den Garküchen brutzelt und duftet und Wahrsager und Schlangenbeschwörer um die Aufmerksamkeit der Menschenmenge konkurrieren, ist es schwer, sich dem exotischen Zauber dieser Stadt zu entziehen. Nicht umsonst erklärte die UNESCO die Ausdrucksformen der Musiker, Tänzer, Erzähler und Gaukler zum immateriellen Weltkulturerbe.

Eine der vier Königsstädte Marokkos

Zwar ist Marrakesch, viertgrößte Stadt Marokkos und - neben Fès, Meknès und Rabat - eine der vier Königsstädte, nicht mehr die Hauptstadt des Landes. Aber sie ist definitiv eine Stadt voller Wunder und prachtvoller Farben. Dazu scheint Marrakesch resistent gegen die Bewunderung der vielen Besucher und wirkt noch immer authentisch.

Jenseits der Stadt erheben sich die Gipfel des Atlasgebirges. Foto: Adobe Stock
Jenseits der Stadt erheben sich die Gipfel des Atlasgebirges. Foto: Adobe Stock

Außerhalb der Stadtmauer zeigt sich, dass die Stadt auch eine zeitgenössische Seite besitzt: Luftige Alleen ersetzen enge Gassen, moderne Architektur die traditionellen Bauten der roten Altstadt.

Abstecher ins Atlasgebirge

Das Atlasgebirge offenbart weitere Wunder. Mit Körben beladene Esel traben neben der Straße, die an Lehmhäusern und Dattelpalmenhainen vorbei in eine wüstenähnliche Landschaft führt. Berberdörfer und weite Täler wechseln sich ab. Die karge Weite des Gebirges gleicht einer Mondlandschaft unter seidig blauem Himmel. Im Dorf Tahanout sind am Rand des Marktplatzes Esel abgestellt wie anderswo Autos auf Parkplätzen.

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