Wenig Menschen, viele Wunder: Nur auf dieser Insel wächst Regenwald auf Sand
K'gari ist die größte Sandinsel der Welt. Kristallklare Seen, spektakuläre Dünen und mehr als 350 Vogelarten machen sie einzigartig. Wie überall in Australien sind auch einige der hier heimischen Tiere mit reichlich Abstand am schönsten.

Dekorativ streckt sich der Dingo im Sand aus — ein perfektes Fotomotiv. Aber nur vom Geländewagen aus sollte man das Tier fotografieren. Überall auf K'gari mahnen Schilder, den Dingos nicht zu nahe zu kommen. Denn mögen sie auch aussehen wie Haushunde, sind sie doch wilde Tiere.
Mit wachsendem Tourismus haben Angriffe von Dingos auf Menschen zugenommen. Zuletzt sorgte der Tod einer jungen Touristin für Schlagzeilen, der vermutlich Folge einer Attacke durch Dingos war. Das Rudel wurde eingeschläfert. Die Population auf der Insel umfasst etwa 200 Tiere.
Aus Fraser Island wurde K'gari
Als Fraser Island war die vor der Ostküste Australiens gelegene, mit 180 Bewohnern extrem dünn besiedelte Insel lange weltbekannt. 2023 erhielt sie den Namen K'gari zurück, den ihr die Ureinwohner gaben. In der Sprache der hier heimischen Butchulla bedeutet er „Paradies". Mit über 350 Vogelarten wird die Insel diesem Namen durchaus gerecht.
Fraser Island wurde sie seit dem 19. Jahrhundert genannt, nachdem Kapitän James Fraser mit Frau Eliza und Besatzung vor der Insel kenterte und sich an Land rettete. Dort wurde den Schiffbrüchigen von Aboriginals geholfen. Fraser aber fand durch den Speer eines Ureinwohners sein Ende.
Naturparadies mit 200 Seen und wandernden Dünen
1992 erklärte die UNESCO die größte Sandinsel der Welt zum Weltnaturerbe. Und tatsächlich ist sie voller Wunder: Sie ist der einzige Ort, in dem Regenwald auf Sand wächst. Mit Wald, Sümpfen, Mangroven, Flüssen, fast 200 Süßwasserseen und eindrucksvollen Dünen besitzt sie äußerst vielfältige Landschaften. Mit einer Geschwindigkeit von einem halben bis zwei Metern pro Jahr wandern die Dünen über die Insel.

Die Sand- und Sandsteinformationen „The Pinnacles" und „The Cathedrals" liegen an der Ostküste K'garis. Ihre Farbpalette von Gelb bis Rot verdankt sich der Oxidation der im Sandstein enthaltenen Mineralien.
Und als wäre das nicht alles schon erstaunlich genug, verfügt Fraser mit dem 75-Mile-Beach auch über einen 126 Kilometer langen Strand. Allerdings sind Haie im Wasser keine Seltenheit, weshalb der Traumstrand nicht zum Baden einlädt; vielmehr gilt das Schwimmen hier wegen der Strömungen als sehr gefährlich.
Offroad-Strandtour zwischen Insel und Meer
Sicherer ist die Erkundung der Küste auf dem Trockenen — am besten mit dem Jeep. Denn auch vom Land lassen sich Buckelwale, Delfine und Meeresschildkröten beobachten.
Der 75-Mile-Beach, den Kleinflugzeuge als Start- und Landebahn nutzen, gehört zu den populärsten Sandrouten Australiens, denn bei Ebbe ist der Strand fest wie Asphalt. Auch wenn diese Form der Strandnutzung für Europäer gewöhnungsbedürftig ist, erschließt sich ihr Reiz schnell: Mit Wellen auf der einen und Dünen auf der anderen Seite ist die Fahrt ein unvergessliches Erlebnis.
Unterwegs lässt sich das türkisfarbene Flüsschen Eli Creek bewundern. Nördlich von Indian Head bieten die „Champagnerpools" genannte Felsenbecken sichere Badeplätze.