Nicht nur zur Luftgitarren-WM: Deshalb sollten Sie dieses Jahr in den Norden Finnlands reisen

Von der indigenen Oper bis zum Tanz auf dem Meer: Zwischen gefrorener Ostsee und tief verschneiter Landschaft beginnt die größte Stadt Nordfinnlands ihr Festjahr als Europas Kulturmetropole.

Oulu
Winterwunderland: Oulu ist in diesem Jahr Europas Kulturhauptstadt. Foto: Adobe Stock

Oulu ist neben Trenčín in der Slowakei Europas Kulturhauptstadt 2026 - und nach Helsinki und Turku bereits die dritte finnische Stadt, die den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ trägt. Rund 220.000 Menschen leben hier, darunter mehr als 25.000 Studierende, die den Innovationsgeist der Region prägen.

Die nördlichste Stadt der EU ist als IT-Zentrum bekannt und gilt als Tor zur Natur des Nordens. Zu Ruhm gelangte sie außerdem als Austragungsort der Weltmeisterschaft im Luftgitarrenspiel und des Rockfestivals Qstock.

39 Partnergemeinden beteiligen sich am Kulturjahr, das ein breites Panorama aus nordischer Lebensart, Kreativität, Technologie und Naturerlebnissen bietet. Den Auftakt bilden winterliche Highlights: Schneeskulpturen, Eisschwimmen, elektronische Musik und Lichtkunst − alles auf dem und rund um das gefrorene Meer.

Sauna auf dem Meer und eine indigene Oper

Am 2. März verwandelt sich das gefrorene Meer in eine Bühne für elektronische Musik, nordische Kunst und winterliche Expeditionen. Performances, Installationen, Lichtkunst und interdisziplinäre Formate schaffen ein ebenso außergewöhnliches wie facettenreiches Outdoor-Erlebnis.

Ein Highlight ist eine öffentlich zugängliche Sauna aus Eis. Anschließend geht die Party in der Innenstadt weiter: Die „After Sea“-Techno-Nacht im Kulturhaus läuft bis zum Morgen.

Mit dem Opus Ovvlá erhalten die Sámi – die einzige indigene Bevölkerung Nordeuropas – zum ersten Mal eine große Opernbühne. Die Uraufführung im Januar im Oulu-Theater vereint samische Musikerinnen und Musiker sowie traditionelle Joik-Gesänge, die selten in Finnlands Theatern zu erleben sind. Im Mittelpunkt steht Identität - und dazu gehören komplexe Themen wie Scham, das Erbe des Schweigens und die Frage, wie Sprache und Kultur zu den eigenen Wurzeln führen können. Begleitet wird die Oper vom Oulu-Sinfonieorchester.

Eine Festtafel von einem Kilometer Länge

Im Sommer bestimmen dann Begegnungen, Kulinarik und Musik das Programm. Beim Arctic Food Lab finden Einheimische und Gäste an einer über einen Kilometer langen Tafel zusammen, um nordische Küche zu genießen – von frischen Beeren über Pilze bis zu regionalem Fisch. Wer möchte, bringt eigene Speisen mit oder probiert die Spezialitäten lokaler Anbieter. Das von Design-Studenten der China Academy of Arts und einem nordfinnischen Design-Büro gestaltete Tischtuch für die Festtafel ist 1000 Meter lang.

Festival für Licht und Kunst

Auch der nordische Herbst hat seinen Reiz - und das Kulturprogramm setzt sich auf hohem Niveau fort. Der Schwerpunkt liegt dann auf der Verbindung von Technologie, Forschung und Kunst. Das längst etablierte Lumo Light Festival wird zum zehntägigen Lumo Art & Tech Festival erweitert und vereint internationale Expertise in Licht, Klang und visueller Kunst.

Großformatige Installationen verwandeln die Stadt, während Werke an ungewöhnlichen Orten Natur, Raum und Zeit neu interpretieren. Unter dem Arbeitstitel Underground Clash entsteht zudem eine Installation des dänischen Künstlers Jakob Kudsk Steensen.